Die Kartoffelgeschäfte verliefen unisono in ruhigen Bahnen. Die Verfügbarkeit der Speisefrühkartoffeln dehnte sich aus, italienische Offerten dominierten in diesem Bereich vor zyprischen. Die Qualität überzeugte und die laufende Spargelsaison sorgte laut BLE für einen flotten Umschlag. Im Sektor der Speiselagerkartoffeln herrschten weiterhin die inländischen Partien vor. Sie wurden von wenigen französischen Chargen begleitet. In preislicher Hinsicht waren keine wesentlichen Veränderungen zu verzeichnen.
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Rheinland-Pfalz:
Der Angebotsdruck am Kartoffelmarkt bleibt weiter das bestimmende Thema. Die Notierungen bleiben nominell stabil, scharfe Absortierungen drücken die ausgezahlten Erzeugerpreise aber deutlich. Beim umfangreichen Angebot müssen LEH und Aufbereiter keine Kompromisse eingehen und halten die Standards weiter hoch.
Niedersachsen:
Mit erhöhter Aufwendung bei der Aufbereitung konnten die Qualitäten der alternative
Ware gehalten werden, berichtet der BVNON. In Zeiten des Überflusses akzeptiert der Handel nur noch äußerlich einwandfreie Kartoffeln. Für Bestände, die diese Anforderungen nicht erfüllen, gibt es kaum Alternativen, heißt es vonseiten der Lünekartoffel. „Dadurch stehen wir seit Monaten eigentlich eher vor einer Entsorgungs- als vor einer Vermarktungsfrage." Tausende Tonnen landen unter anderem in Biogasanlagen oder werden als Tierfutter verwendet.
Schleswig-Holstein:
Die Marktlage für Speisekartoffeln hat sich auch in dieser Berichtswoche kaum verändert. Nach wie vor übersteigen die angebotenen Mengen den Bedarf deutlich. Allerdings werden die absortierten Mengen größer, da die sehr guten Qualitäten zunehmend knapper werden. Dennoch lassen sich ausschließlich die Premium-Qualitäten an den Handel vermarkten. Die Verbrauchernachfrage ist zwar zuletzt etwas gestiegen, diese Steigerung geht aber meist an den Absatz der importierten Frühkartoffeln. Hier findet sich in den norddeutschen Einzelhandelsregalen überwiegend Ware aus Frankreich und Ägypten. Auf den Kartoffelfeldern hierzulande wird die Schönwetterperiode intensiv genutzt, die Pflanzmaschinen laufen auf Hochtouren. An der EEX ist der April-Termin zum Ende der letzten Woche mit einem Wert von 1,40 €/dt ausgelaufen. Der nachfolgende Juni-Termin kann bisher nach wie vor keine nennenswerten Umsätze verzeichnen.
Bayern:
In der aktuellen Berichtswoche wurden die Geschäftsverläufe am Kartoffelmarkt als etwas ruhiger beschrieben. Die Lagerbestände waren deutlich größer als in den Vorjahren, sodass noch ausreichend regionale Ware zur Verfügung stand. Importfrühkartoffeln wurde noch keine größere Bedeutung zugeschrieben und sie wurden meist nur in ergänzenden Mengen abgepackt. Alternative Verwertungsmöglichkeiten überschüssiger Ware spielten nach wie vor eine Rolle. Hierbei kann beispielsweise die gemeinsame Silierung von Kartoffeln und Grassilage eine Absatzmöglichkeit darstellen. Die Erzeugerpreise sowohl für Speisekartoffeln als auch für Verarbeitungsware tendierten unverändert.
Hessen:
Im Land Hessen gab es im Vergleich zur Vorwoche keine nennenswerten Preisveränderungen.
NRW:
Neben dem dominierenden alterntigen Speisekartoffelangebot haben alle Handelsketten Frühkartoffelimporte als Sortimentsergänzung gelistet. Keine Änderungen am Industriekartoffelmarkt. Die Auspflanzungen sollten bis Ende der Woche überwiegend abgeschlossen werden können.