Während der deutsche Bedarf bei rund 11 Millionen Tonnen im Jahr liegt, drängen nach einer Rekordernte etwa 14 Millionen Tonnen auf den Markt. Die Rekordernte hat die Kartoffelpreise deutlich sinken lassen. Einen wichtigen Grund für die Überproduktion sieht Lünekartoffel-Geschäftsführer Michael Kleinlein im Wetter. „Das können wir nicht beeinflussen", sagt er mit Blick auf die Rekordernte. Außendienstmitarbeiter Hendrik Schierwater ergänzt: „Überall in Europa wurden in dieser Saison mehr Kartoffeln geerntet als üblich."
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Luftbild des Standorts Südergellersen
Kleinlein zufolge verschärfen die hohen Qualitätsansprüche in der gesamten Wertschöpfungskette die Lage zusätzlich. In Zeiten des Überflusses akzeptiert der Handel nur noch äußerlich einwandfreie Kartoffeln. Für Bestände, die diese Anforderungen nicht erfüllen, gibt es kaum Alternativen, berichtet Hendrik Schierwater, Außendienstler der Lünekartoffel im norddeutschen Raum. „Dadurch stehen wir seit Monaten eigentlich eher vor einer Entsorgungs- als vor einer Vermarktungsfrage." Tausende Tonnen landen unter anderem in Biogasanlagen oder werden als Tierfutter verwendet.
In Südergellersen versuchen Lünekartoffel und Böhmer, so viel wie möglich noch in den Markt zu lenken. Doch für viele Erzeuger in der Region bleibt die Lage angespannt: Die Lager sind voll, die Preise niedrig – und nicht jede Kartoffel findet noch einen Abnehmer.
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