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Georg Kolmhofer von SESUR zur spanischen Frühkartoffelsaison:

"Skalierte, verspätete und mengenmäßig reduzierte Ernte zu erwarten"

Die spanische Frühkartoffelkampagne 2025/26 sei durch außergewöhnliche Wetterbedingungen geprägt: Ausgiebiger Regenfall im vergangenen Winter habe den Anbau im Großraum Sevilla erheblich verzögert. Trotz einer nachfolgend günstigen Vegetationsphase sei daher mit einer skalierten, verspäteten und mengenmäßig reduzierten Ernte zu rechnen. Die Qualitäten werden voraussichtlich gut ausfallen, ergänzt Georg Kolmhofer, Geschäftsführer des in Sevilla ansässigen Exportunternehmens SESUR.

© SESUR

Außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen im März 2025 beendeten eine mehrjährige Phase unterdurchschnittlicher Wasserverfügbarkeit in Andalusien, weshalb sich die Grundwassersituation strukturell verbesserte. Kurzfristig führten die Regenfälle jedoch zu erheblichen Problemen beim Feldaufgang und bei den Qualitäten der Frühproduktion, ergänzt Kolmhofer. "Der regenreiche Winter 2025/26 machte den regulären Anbau im Großraum Sevilla – üblicherweise zwischen Ende Dezember und Mitte Januar – unmöglich. Das Pflanzgut war zeitgerecht bestellt worden, musste jedoch häufig unter suboptimalen Bedingungen zwischengelagert werden, was das Abkeimverhalten wiederum beeinflusst hat."

Der Hauptteil der Flächen wurde Anfang März mit neuem Pflanzmaterial bestückt. Ab März stellten sich für die Vegetation sehr günstige Bedingungen ein. Kolmhofer: "Das wüchsige Wetter hat die anfängliche Verspätung teilweise kompensiert. Bislang ist kein nennenswerter Krankheitsdruck erkennbar, was für die Qualitätsentwicklung positiv zu bewerten ist."

© SESUR
Georg Kolmhofer ist gebürtiger Österreicher und arbeitet bereits seit vielen Jahren im südspanischen Sevilla.

Strukturelle Zurückhaltung der Erzeuger
Die Anbauflächen wurden nach der wirtschaftlich schwierigen Kampagne im Frühjahr 2024 deutlich reduziert. Die aktuelle Flächenausdehnung ist vergleichbar mit den Jahren, in denen Beregnungsbeschränkungen galten – ein starkes Indiz für die strukturelle Zurückhaltung der Erzeuger, so Kolmhofer, der sich primär dem Export nach Deutschland widmet. Währenddessen zeichnet sich ein auffälliger Strukturwandel ab, indem die andalusischen Erzeuger den Schwerpunkt auf Vermarktungsebene zunehmend vom Export in den nationalen spanischen Markt verlagern. Die sei unter anderem den hohen Qualitätsanforderungen seitens des deutschen LEH, der schwierigen Logistiklage sowie den Preisabzügen geschuldet. Der spanische Inlandsmarkt bietet derzeit attraktivere Nettopreise und generelle Bedingungen. "Diese Entwicklung wird mittelfristig Konsequenzen für die Versorgungssicherheit Mittel- und Nordeuropas mit Frühkartoffeln aus europäischem Anbau haben."

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Einblick in den südspanischen Kartoffelanbau.

Aufgrund geringerer Erntemengen werden sich die Liefertermine gegenüber Normaljahren um voraussichtlich drei bis vier Wochen nach hinten verschieben. Erste Lieferungen losschaliger Ware an den deutschen LEH werden daher in der KW 20 erfolgen. Nennenswerte Mengen an festschaliger Ware werden frühestens Ende Mai ausgeliefert werden, gefolgt vom Saisonpeak im Juni. "Die Verschiebung der spanischen Lieferungen trifft auf eine Situation in Zentraleuropa, in der noch erhebliche Lagerwarenmengen vorhanden sind und Importware aus Ägypten und Israel den Markt weiterhin beeinflusst. Die Marktauswirkungen der verspäteten spanischen Kampagne werden dadurch abgemildert." Entscheidender als der genaue Liefertermin spanischer Kartoffeln dürfte der Fortschritt des heimischen Anbaujahres in Deutschland und anderen EU-Ländern sein, heißt es weiter.

© SESURSESUR realisiert auch in der laufenden Kampagne 2025/26 Sortenversuche für mehrere europäische Züchter. Im Rahmen dieser Versuche wird die Eignung neuer Zuchtlinien unter den teils extremen Bedingungen des Mittelmeerraums geprüft – einschließlich Anbau unter Frühjahrsstress und variablen Bodenverhältnissen. Die bisherigen Ergebnisse seien recht vielversprechend.

Weitere Informationen:
Georg Kolmhofer
SESUR Semilla y Exportación SLU
Mob: +34 647 625788
[email protected]
www.sesur.net

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