In der zurückliegenden 16. Kalenderwoche wurde erneut 37-mal mit Erdbeeren geworben, beziffern AMI-Marktforscher. Importe aus dem Mittelmeerraum dominieren das Angebot. Im Discount werden konventionelle Erdbeeren zwischen 2,98 und 3,38 EUR/kg angepriesen. Für Discount-Markenware werden bis zu 6,98 EUR/kg aufgerufen. Über alle Aktionen hinweg liegt der Schwerpunktpreis zwischen 2,98 und 5,55 EUR/kg. Noch kann auf ausreichende Mengen aus dem Mittelmeerraum zurückgegriffen werden, allerdings ist der Angebotshöhepunkt für das Exportgeschäft sowohl in Spanien als auch in Italien und Griechenland bereits überschritten. Gleichzeitig steht die mitteleuropäische Saison in den Startlöchern. Das Angebot aus dem Beneluxraum steigt, und auch aus dem deutschen Unterglasanbau stehen zunehmende Mengen an Erdbeeren zur Verfügung. In Kürze werden erste Mengen aus dem Tunnelanbau erwartet.
Baden-Württemberg:
Die Erdbeersaison hat in Baden-Württemberg begonnen. Doch nicht alle Höfe machen den frühen Start mit, dazu ist die Erntemenge in vielen Betrieben noch gering. In der frühen Phase bieten sie deshalb Schälchen mit 250 Gramm an. Sie kosten dann zwischen vier und fünf Euro. Die Preise sollen im Laufe der Saison sinken, wenn mehr Erdbeeren geerntet werden können. Dennoch ist zu erwarten, dass Kundinnen und Kunden für heimische Früchte von regionalen Erzeugern tiefer in die Tasche greifen müssen. Was sind die Ursachen und wie können Verbraucher sparen?
Mecklenburg-Vorpommern :
Zu Beginn der neuen Ernte haben die zwei führenden Erdbeererzeuger im Land Mecklenburg-Vorpommern – Glantz und Karls – bekannt gegeben, erstmal von einer Preisanhebung abzusehen. Wie Betreiber Robert Dahl mitteilt, startet Karls erneut mit 3,30 EUR für eine 250-Gramm-Schale. Damit bleibt der Preis auf dem Niveau des Vorjahres – und das bereits im dritten Jahr in Folge. Dachverband VSSE erwartet vorerst keine großen Preissteigerungen im Vergleich zum Vorjahr.
NRW:
Die Erdbeersaison 2026 beginnt erneut früher als im langjährigen Mittel. Erste regionale Erdbeeren aus dem geschützten Anbau sind bereits ab Mitte April verfügbar. „Die vielen Sonnenstunden und ungewöhnlich hohen Temperaturen im März haben das Pflanzenwachstum deutlich beschleunigt", erklärt Frank Uwihs, Experte für Sonderkulturen bei der Agravis Raiffeisen AG. Besonders im geschützten Anbau zeigen sich die Bestände derzeit in guter Verfassung. Viele Pflanzen wurden bereits im Februar gesetzt und konnten sich mit der milderen Witterung gut entwickeln. Herausfordernder ist die Lage teils im Freiland: Mehrjährige Bestände hatten regional mit Frost, Schnee und vereinzelt auch mit Mäusefraß zu kämpfen.
Mecklenburg-Vorpommern:
Die ersten heimischen Erdbeeren aus Baden-Württemberg sind reif. Obsthöfe im Süden des Landes zeigen auf Instagram schon ihre frühen roten Exemplare. Ein Inhaber des Obsthofs Schätzle, Jonathan Schätzle, verriet der Deutschen Presse-Agentur, dass der Hof im Kinzigtal Ende der Woche mit dem Verkauf der regionalen Erdbeeren beginnen werde.
Hessen:
„Ausgezeichnetes Aroma, toll aussehend und wunderbar im Geschmack", verspricht Reiner Paul vom gleichnamigen Erdbeerhof in Hofheim-Wallau. Der Grund: Ein Winter mit ausreichend Kältetagen und viel Sonne im Februar und März haben den Erdbeeren perfekte Bedingungen beschert. Zum Saisonstart liegt der Preis bei 5,90 EUR für die 500‑Gramm‑Schale – im Laufe der Saison soll er sinken.
Bayern:
Bald startet in Unterfranken die Erdbeersaison. Ende April beginnen die Landwirte mit der ersten heimischen Ernte. Dabei handelt es sich allerdings um eine Frühernte, die unter Sonnentunneln angepflanzt wurde – die große Ernte startet erst Mitte Mai. Bis Ende Juli dauert die Saison in Deutschland an.
Vergangenes Jahr waren die Landwirte mit der Erdbeersaison sehr zufrieden. Da hatten ihnen gutes Wetter und eine hohe Nachfrage in die Karten gespielt. Eine 500-Gramm-Schale hatte im Schnitt 4–5 EUR gekostet – wie die diesjährigen Preise ausfallen, ist bislang unklar.
Rheinland-Pfalz:
Die ersten Erdbeeren kosten in Herxheim im 500-Gramm-Schälchen 5,50 EUR. So wie im vergangenen Jahr. Andere Landwirte erhöhen die Preise. Christof Steegmüller aus Offenbach schätzt, dass die ersten Erdbeeren aus der Pfalz bis zu 6,50 EUR kosten werden.
Brandenburg:
Auch in Brandenburg werden mancherorts erste Erdbeeren gepflückt. Hohe Personalkosten und Ernteausfälle machen Brandenburgs Obstbauern zu schaffen. Die Suche nach Saisonkräften könnte nach Einschätzung von Arbeitgebern tendenziell schwerer werden.
Österreich:
Im Gewächshaus der Firma Lehner im niederösterreichischen Mostviertel wurden bereits Mitte April erste Gewächshauserdbeeren gepflückt. Bis es demnächst wirklich kiloweise Früchte vom Feld gibt, muss man sich vielleicht noch etwas gedulden. Generell beginnt die Erdbeerernte landesweit in der Regel im Mai. „Im Gewächshaus sind sie aber schon im April reif", sagt Martin Lehner. Mit Photovoltaik und Wärmepumpe werden die Beeren, wenn es draußen noch kühl ist, klimaneutral „gesonnt". Generell reichen den Beeren aber schon ein paar sonnige Tage, um schön rot zu werden.
„In gut einer Woche, also Ende April, spätestens Anfang Mai gibt's bei uns die ersten frischen Erdbeeren aus dem Folientunnel", sagt Reinhard Lierzer, Erdbeererzeuger in der Steiermark.