Auf den ersten Blick mag Queen Berry wie ein weiterer ambitionierter polnischer Beerenanbauer wirken. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Familienunternehmen, das auf mehr als 20 Jahren grenzüberschreitendem Handel aufbaut und sich inzwischen auf hochwertige Erdbeeren spezialisiert hat, die unter Folientunneln angebaut und innerhalb weniger Stunden europaweit ausgeliefert werden.
© Queen Berry
Die Lage an der Grenze prägte das Geschäftsmodell
Mit Sitz in Czerwona Woda, nahe der deutschen Grenze, richtete das Unternehmen seinen Blick von Anfang an ganz selbstverständlich über die Grenzen Polens hinaus. „Wir sind nah an Deutschland, nah an Prag und weit weg von Warschau", sagt Tomasz Pender. Bevor Polen der EU beitrat, handelten die Gründer grenzüberschreitend mit Äpfeln, Kohl und anderen Erzeugnissen und meisterten dabei Preisschwankungen und logistische Herausforderungen. „Jedes Jahr war anders … aber jedes Jahr haben wir unseren Platz gefunden." Diese Handelserfahrung erwies sich später als entscheidend.
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Vom Händler zum Erzeuger: die Entscheidung für den Tunnelanbau
Vor etwa einem Jahrzehnt stieg das Unternehmen in die Produktion ein. Freilanderdbeeren ließen die erforderliche Konsistenz und Haltbarkeit vermissen. „Wir wollten mehr Kontrolle über die Qualität", erklärt Tomasz. Sie begannen mit einem Hektar Tunnelanbau. Die Nachfrage überstieg schnell das Angebot. „Nach einem Jahr stellten wir fest, dass wir zu wenig hatten." Heute bewirtschaftet Queen Berry rund 15 Hektar unter Tunneln und expandiert weiter.
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Queen Berry hat sich ausschließlich auf Erdbeeren spezialisiert. „Man kann sich nicht auf alles konzentrieren", sagt Tomasz. Das Unternehmen baut die Sorte Hadamar an und verwendet Pflanzen aus den Niederlanden, darunter von Van den Elzen Plants. Der Fokus liegt auf Süße, Glanz und Gesamtqualität – gesteuert durch direktes Kundenfeedback.
Premium-Positionierung durch Schnelligkeit und Kontrolle
Schnelligkeit ist ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal. Bestellungen werden geerntet und am nächsten Morgen mit firmeneigenen Lkws ausgeliefert, sodass Märkte wie Verona, Budapest und Venlo innerhalb von 12 Stunden erreicht werden. Auch die Haltbarkeit ist entscheidend: In Tunneln angebaute Erdbeeren halten etwa fünf Tage, im Vergleich zu zwei oder drei Tagen bei Freilandfrüchten. „Die Kunden wissen, dass wir Qualität und Frische liefern."
Der Tunnelanbau schützt vor Frost, Regen und extremen Wetterbedingungen. Unter schwankenden Bedingungen kann dies die Marktposition des Unternehmens stärken. „Je schlechter es für die Freilandbeeren läuft, desto besser für uns … wir sind abgesichert."
Alle Pflanzen werden auf Tischsystemen in 120 cm Höhe angebaut, was die Ergonomie und Produktivität verbessert. Dies hilft, dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken, insbesondere bei Saisonarbeitern aus der Ukraine.
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Einzelhandelsketten gestalten den Markt neu
Einzelhandelsketten dominieren mittlerweile den Markt und bringen höhere Absatzmengen, aber auch strengere Anforderungen mit sich. Zertifizierungen, Rückstandsgrenzwerte und Audits sind Standard. „Man muss die Vorschriften befolgen … alles wird kontrolliert." Ursprünglich auf Deutschland ausgerichtet, beliefert Queen Berry mittlerweile mehrere europäische Märkte und erschließt Skandinavien und die Niederlande. „Wir kaufen Pflanzen in den Niederlanden – warum also nicht auch dort verkaufen?"
Nach einem Wachstum von 30 % im Jahr 2025 bleibt das Unternehmen vorsichtig optimistisch. Die Strategie ist klar: Ausbau der Tunnelproduktion, ausschließliche Konzentration auf Erdbeeren und schnelle Lieferung von Premium-Obst in ganz Europa.
Weitere Informationen:
Queen Berry
Telefon: +48 500 247 802
[email protected]
www.queenberry.eu