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Thomas Herkenrath, Fritz Jungnickel GmbH & Co KG, zur bevorstehenden Kartoffelsaison

"Uns steht eine herausfordernde Kampagne bevor, bei der jede Knolle gebraucht werden wird"

Mit den ersten Rodungen losschaliger Frühkartoffeln für die Direktvermarktung, wurde die diesjährige Frühkartoffelernte in der KW 21 eingeläutet. Allerdings wird es wohl erst in der KW 26-27 die ersten Programme mit regionaler, festschaliger Ware im LEH geben, erwartet Thomas Herkenrath (r), Geschäftsführer der Fritz Jungnickel GmbH & Co KG in Neuss und Präsident des Deutschen Kartoffelhandelsverbandes (DKHV). Er sprach mit uns über die bevorstehende Saison, die aktuelle Vermarktung von Importware sowie die Zukunft der deutschen Kartoffelwirtschaft. 


Einblicke in die Kartoffelerzeugung in Andalusien

Die Kartoffellagerhäuser seien zurzeit in einigen Regionen noch gut gefüllt, so Herkenrath. "Es gibt gerade im Norden noch einige Lagerbestände mit einem hohen Anteil an Qualitäten, die der LEH in der Regel nicht mehr vermarkten will. Es dürfte aber noch von Schälbetrieben und Nachfrage im Exportgeschehen geben, unter anderem in Polen, wo jetzt zahlreiche Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen werden, die dementsprechend versorgt werden müssen." Am Inlandsmarkt sei der Konsum gemäß der Jahreszeit schwach, was vor allem auf die hohen Temperaturen und den Maiurlaub zurückzuführen sei. "Andererseits dürfen wir den heutigen Konsum auch nicht mit den beiden Pandemiejahren vergleichen, in denen wir vor allem zu Beginn der Krisenzeit einen Absatzplus von bis zu 20 Prozent erzielen konnten. Verglichen mit den Vor-Corona-Zeiten ist der momentane Bedarf eher moderat bis leicht unterdurchschnittlich."

Wechsel zu Importware aus dem Mittelmeerraum steht bevor
Währenddessen wird Importware aus dem Mittelmeerraum nun etwas reger gehandelt. "Die alterntigen Bestände gerade in Süddeutschland sind bereits aufgebraucht, weshalb man komplett auf Importe angewiesen ist. Noch dominieren Ägypten und Israel den Markt, erste Programme mit spanischen Partien im LEH werden seit gut einer Woche getätigt. Anfang Juni werden viele komplett von Ägypten auf Spanien umsteigen."

Im Gegensatz zu den Importen aus Israel und Ägypten werden die spanischen Frühkartoffeln unmittelbar nach der Rodung aufbereitet und vermarktet, da darf man also zurecht von frischen Frühkartoffeln reden. Das Anbauvolumen der Exportware in Ägypten und Israel ist in manchen Jahren zu hoch gewesen, was wiederum in Europa auf den Preis gedrückt hat. Gerade wenn zum Ende der Importsaison noch überschüssige Mengen in Kühlhäusern liegen und vermarktet werden mussten. In den letzten Jahren hat sich die Mengenplanung der Wüstenware jedoch erheblich verbessert. In diesem Jahr sehen Marktbeobachter nur noch geringen Anpassungsbedarf für die Zukunft."

Eine sinnvollere und nachhaltigere Saisonplanung wäre laut Herkenrath generell wünschenswert. "Wir kommen bis in den Mai mit heimischer Ware aus Deutschland oder den Nachbarländern aus und brauchen von Februar bis Mai zusätzlich Kartoffeln aus Israel und Ägypten. Erst im Anschluss kommen dann die Frühkartoffeln aus Spanien, bis wir wieder mit festschaliger, heimischer Ware einsteigen können."

Nach Abschluss des spanischen Vermarktungsfensters geraten die heimischen Frühkartoffeln vermehrt in den Vordergrund. Hier sehe man keinen Grund zur Eile, denn obwohl bisher noch keine konkreten Zahlen vorliegen, sei gemäß Herkenrath von einer Flächenreduzierung bei Speisekartoffeln in Deutschland auszugehen. "Uns steht eine herausfordernde Kampagne bevor, bei der jede Knolle gebraucht werden wird."

Selbstversorgungsgrad auf der Kippe?
"Durch die Ukraine-Krise wird der Getreide-Anbau aus Sicht der Erzeuger zunehmend interessanter. Hinzu kommt das Qualitätsrisiko durch die hohen Ansprüche des Handels. Für die Zukunft besteht die Gefahr, dass sich die Produzenten zunehmend dem Anbau anderer Feldfrüchte widmen werden. Wir dürfen unseren hohen Selbstversorgungsrad mit heimischen Kartoffeln nicht aufs Spiel setzen,“ mahnt Herkenrath.

Bilder: Fritz Jungnickel GmbH & Co. KG 

Weitere Informationen:
Dipl.-Ök. Thomas Herkenrath
Fritz Jungnickel GmbH & Co. KG
Josefstrasse 120 - 122
D - 41462 Neuss 
Telefon: +49 (0)2131 - 56856-0
Telefax: +49 (0)2131 - 50228 
E-Mail: info@fjungnickel.de
www.fjungnickel.de 


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