Antonio Jesús González Berenguer von PROACO: "Bald werden wir auch Händler für Knoblauchsaatgut sein"

"Übermäßige Spekulation mit Knoblauch verursacht unnötige Marktstörungen"

In den verschiedenen spanischen Anbauregionen laufen die Vorbereitungen für die neue Knoblauchsaison wieder auf Hochtouren. "Bei PROACO verfügen wir über 850 Hektar eigene Anbauflächen, die strategisch in verschiedenen Provinzen der Regionen Andalusien, Castilla-León und Castilla-La Mancha verteilt sind. Die unterschiedlichen Wetterbedingungen in diesen Regionen ermöglichen es uns, die Ernte von Region zu Region, von Provinz zu Provinz und manchmal auch innerhalb der Provinzen selbst zu verschieben. In Málaga zum Beispiel wird der Knoblauch in der Gegend um Ronda etwa 15-20 Tage später geerntet als in den Parzellen um Pizarra", erklärt Anbaudirektor Antonio Jesús González Berenguer.

"Letztes Jahr gab es in Andalusien Probleme mit der Wasserknappheit, vor allem am Oberlauf des Guadalquivir, so dass wir bei der Planung unserer Anpflanzungen gezwungen waren, Gebiete zu wählen, in denen ausreichend Wasser zur Verfügung stand. Auch in diesem Jahr haben wir uns an diesen Zeitplan gehalten. In dieser Saison haben wir in Andalusien sogar mehr Anbauflächen als in Castilla-La Mancha. Auch bei den Sorten haben wir einige Änderungen vorgenommen. An Orten, an denen der Wassermangel problematisch sein könnte, haben wir statt des frühen Frühlingsknoblauchs violetten Knoblauch gepflanzt. Der wird nämlich Ende November gepflanzt, wenn die Regenwahrscheinlichkeit ohnehin etwas höher ist."

"Der Wasserbedarf hängt in jedem Fall von den Eigenschaften des Bodens ab, auf dem der Knoblauch angebaut wird. In Andalusien, wo der Boden eher lehmig ist, werden durchschnittlich 3.000m³ pro Hektar benötigt, während in Castilla-La Mancha, wo der Boden leichter ist, der Wasserverbrauch bei 5.000-5.500m³ pro Hektar liegt. Aber um nachhaltiger zu sein und weniger Wasser zu verbrauchen, installieren wir jetzt Tropfbewässerungssysteme."

Spanien ist ein wichtiger Akteur auf dem internationalen Knoblauchmarkt. Nach China ist es der zweitgrößte Knoblauchexporteur der Welt. In der vergangenen Saison hatte der asiatische Riese aufgrund der Pandemie mit logistischen Problemen zu kämpfen, was Spanien auf dem Exportmarkt in eine sehr vorteilhafte Position brachte. Dennoch waren nicht alle Folgen für den Sektor uneingeschränkt positiv.

"Aufgrund des Rückgangs der chinesischen Exporte infolge logistischer Probleme kam es weltweit zu einer Knoblauchknappheit. Die Nachfrage nach Knoblauch in Europa war groß, sodass der spanische Sektor mehr verkaufen und auch die Preise erhöhen konnte. Unsere Preise sind um etwa 20% gestiegen", sagt Antonio Jesús González (Foto rechts). "Im März und April 2020, also in den Monaten vor der neuen Saison, stieg der Preis für den gelagerten Knoblauch jedoch so stark an, dass mit den verfügbaren Beständen spekuliert wurde."

"Es gab viele Erzeuger, die trotz der Preissteigerungen an ihren Beständen festhielten. Und da spanische Produkte für uns schwer zu bekommen waren, waren wir gezwungen, Knoblauch aus Argentinien zu importieren, obwohl es hier so viel Qualitätsware gab. Als diese Erzeuger schließlich beschlossen, ihren Knoblauch zu verkaufen, hatten wir ihn bereits aus anderen Quellen gekauft. Kurz darauf begann die neue Saison, und der Preis für den gelagerten Knoblauch, der im Frühjahr noch rund 3€ pro Kilo gekostet hatte, fiel schließlich auf nur noch 90 Cent."

"Kurz vor Beginn einer neuen Saison ist es immer etwas chaotisch, aber wir von PROACA sagen immer ganz klar, dass jeder, der Knoblauch hat, ihn auch verkaufen sollte, damit die neue Saison mit einer sauberen Rechnung beginnen kann. Wir hoffen, dass dieses Jahr gut läuft und wir nicht gezwungen sein werden, Produktionen aus dem Ausland zu kaufen, um unsere Programme erfüllen zu können, da wir wissen, dass es hier in den Lagern noch so viel guten Knoblauch gibt."

Außerdem hat sich die Logistik seither stark verändert. "Früher kostete die Einfuhr eines Containers aus Argentinien etwa so viel wie der Transport eines Lastwagens von Algeciras nach Perpignan, nämlich etwa 1.500€. Jetzt kostet derselbe Container etwa 8.000€."

Ständige Innovation
Die Produktion von PROACO mit Sitz in Cabra, einer Stadt in der Provinz Córdoba, beläuft sich auf 11 Millionen Kilo pro Jahr, die auf den Märkten der ganzen Welt verkauft werden. "Man findet unseren Knoblauch in Europa, den Vereinigten Staaten, Südamerika, Südafrika und in mehreren asiatischen Ländern, wo er wegen seiner Qualität sehr geschätzt wird. In Spanien arbeiten wir hauptsächlich mit der Supermarktkette Mercadona zusammen, wo er unter unserer eigenen Marke verkauft wird."

"Zusammen mit unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung arbeiten wir an einem neuen Projekt zur Vermarktung von ungeschälten frischen violetten Knoblauchzehen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um ein Convenience-Produkt, bei dem der Verbraucher an der Schale erkennen kann, dass es sich um echten violetten spanischen Knoblauch handelt", erklärt er. "Was die Qualität betrifft, so ist dieses frische Produkt natürlich viel besser als die bereits geschälten Zehen. Es hat die gleichen Qualitätsmerkmale wie die Knollen selbst."

"Wir befinden uns auch in der Endphase der Entwicklung unseres eigenen virusfreien Saatguts. So können wir bald qualitativ hochwertiges Pflanzgut auf den Markt bringen."

Für weitere Informationen:
Antonio Jesús González Berenguer 
Responsable de Producción PROACO
Tel.: +34 649 296 654
antoniojesus.gonzalez@proaco.es
www.proaco.es


Erscheinungsdatum:



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