Marktbeobachtung Kartoffeln KW 16-17:

'Ruhiges Geschäft mit alterntiger Ware'

Bei den Speisefrühkartoffeln erweiterten marokkanische Nicola und spanische Liseta das Sortiment. Dessen Basis bildeten noch immer die zyprischen und italienischen Importe. Deren Verfügbarkeit hatte sich ausgeweitet. Das Interesse konnte damit nicht ganz Schritt halten. Daher kam es immer wieder zu Vergünstigungen. In Hamburg und Köln war davon das gesamte Segment betroffen. In Frankfurt verbilligten sich italienische Sieglinde mengeninduziert, heißt es im BLE-Marktkommentar.

In Berlin und München bemerkte man die an Schwung aufnehmende Spargelsaison, denn die Kunden griffen verstärkt zu. Dies hatte aber keine Auswirkungen auf die Bewertungen. In München bröckelten die Bewertungen der italienischen Offerten sogar noch etwas ab. Bei den Speiselagerkartoffeln wurden die einheimischen Produkte in einem geringen Umfang von französischen flankiert. Die Geschäfte verliefen in ruhigen Bahnen und die Preise veränderten sich kaum. Punktuell verteuerten sich die einheimischen Annabelle angebotsinduziert. 

Rheinland-Pfalz: Stete Nachfrage auf zufriedenstellendem Niveau
Im LEH herrscht stete Nachfrage auf zufriedenstellendem Niveau. Der Speisekartoffeldirektabsatz zum Endverbraucher ist weiterhin lebhaft. Das Angebot an Speisefrühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum erweitert sich stetig. Trotz niedriger Temperaturen und verzögerter Bestandsentwicklung werden erste Frühkartoffeln ab Mitte Mai und festschalige Ware ab Mitte Juni erwartet. Die drängende Angebotssituation aus Niedersachsen hält die Erzeugerpreise stabil, berichtet die dortige Landwirtschaftskammer.

Niedersachsen: Anpflanzung nimmt Fahrt auf
Die Kältewelle im Land Niedersachsen scheint nun beendet zu sein. Durch die wärmeren Temperaturen der vergangenen Woche, sind die Kartoffelpflanzungen in der Heideregion im vollem Gang, berichtet der Bauernverband Nordostniedersachsen (BVNON).

Hessen: Ruhiges Geschäft mit alterntiger Ware
Im LEH soll mit wiederholten Verkaufsaktionen (7,5 kg zu 2,50 EUR) die Nachfrage belebt werden. Alterntige Ware dürfte bis Ende Mai bedarfsdeckend zur Verfügung stehen. Indessen sind Lager teilweise bereits geräumt. Die Absortierungen bewegen sich im gewohnten Rahmen von rd. 20%, so die Landwirtschaftskammer.

Inwieweit Preisaufschläge zum Ende der Vermarktungssaison durchsetzbar sind, wird konträr bewertet. Regionale Ware wird beim Verbraucher geschätzt und oft den Importen vorgezogen. Bis auf wenige Restflächen sind die Auspflanzungen in Hessen abgeschlossen.

Schleswig-Holstein: Aussaat gestartet
Die Pflanzbedingungen für die diesjährige Aussaat in Schleswig-Holstein sind gut, und es bleibt die Hoffnung auf Regen. Für Mitte der Woche sind Niederschläge angekündigt. Vielerorts sind die Böden trocken und auch die jüngst gesäten Sommerungen wie Hafer und Sommerweizen benötigen Regen. In Schleswig-Holstein wurden nach vorläufigen Schätzungen des Statistikamtes rund 6.400 ha Kartoffeln im vergangenen angebaut. Davon sind rund 3.900 ha Speisekartoffeln (davon etwa 400 ha Frühkartoffeln) und 2.700 ha Pflanzkartoffeln.

Ca. 440 Kartoffeln anbauende Betriebe gibt es in Schleswig-Holstein. Die wichtigste Kartoffelsorte ist die Belana. Zahlen für 2021 liegen noch nicht vor. Aktuell stehen die Kartoffelpreise wegen der fehlenden Nachfrage aus der Gastronomie unter Druck, zumal Frühkartoffeln aus dem Ausland auf den Markt drängen. Die Erzeugerpreise haben sich im Vergleich zum Vorjahr halbiert.


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