Uwe Buschhaus über Corona, deutsche Kräuterseitlinge und eine außergewöhnliche Pfifferlingsaison

"Die Waldpilze haben uns in diesem Ausnahmejahr gerettet"

Das aktuelle, durch Corona geprägte Vermarktungsjahr geht langsam aber sicher zu Ende, so auch für die Speisepilzbranche. Die neulich verschärften Auflagen setzen auch diesem Handelssegment extrem zu, währenddessen ergeben sich gerade in diesen schweren Zeiten neue Absatzmärkte und -Chancen, bestätigt Uwe Buschhaus, international agierender Pilzgroßhändler mit Sitz in Wetter. 

Auch bei der spezialisierten Unternehmensgruppe hat die heutige Krise hohe Wellen geschlagen. Buschhaus: "Die Belieferung von Cash & Cash-Märkten ist Großteils eingebrochen. Außerdem finden keine Großveranstaltungen und Weihnachtsmärkte statt. Infolgedessen müssen wir bei den Champignons mit etwa 50 Prozent Umsatzeinbußen rechnen."


Heimische Kräuterseitlinge bzw. Eryngii aus Deutscher Zucht

Positive Resonanz für deutsche Kräuterseitlinge
Trotz der aktuellen Krisensituation schaut der erfahrene Großlieferant zuversichtlich in die Zukunft. Seit kurzem sei man in der Lage kontinuierlich frische Kräuterseitlinge aus deutscher Anzucht anzubieten. "Wir haben einen zuverlässigen Partner gefunden und beziehen nun wöchentlichen einige Tonnen in drei verschiedenen Sortierungen. Die mittelfallende Ware ist am gefragtesten und bringt etwa 70 bis 100 Gramm pro Stück auf die Waage. Die klein-mittlere Sortierung wiegt etwa 30-70 Gramm. Schließlich gibt es auch Mini-Kräuterseitlinge mit einem Stückgewicht unter 30 Gramm. Alle herangewachsene Pilze in jeder einzelnen Zuchtflasche werden somit verwertet."

Die Nachfrage in dieser 'neuen' Produktsparte sei tendenziell steigend. Laut Buschhaus bietet die heimische Anzucht von Kräuterseitlingen dem Handel mehrere Vorteile. "Erstens verfügt man durchgehend über qualitativ hochwertige Edelpilze mit deutscher Herkunft. Außerdem wird die Beschaffung aus Korea tendenziell teurer, gerade in diesen Zeiten wo die Luftfrachtkapazität corona-bedingt beschränkt ist. Nicht umsonst hat die Produktlinie nicht nur bei deutschen LEH- und Großmärkten, sondern auch im benachbarten Ausland - etwa Österreich und der Schweiz - guten Anklang gefunden."

Seit letztem Jahr beliefert Uwe Buschhaus auch einige regionale Rewe-Filialen direkt ohne Zwischenhandel. Zweck dieser Direktbelieferung seien kurze Transportwege und somit absolute Frische. 

Pfifferlingsaison geht in die Verlängerung
Währenddessen treffen auch immer noch Pfifferlinge aus Weißrussland ein. "Das ist recht außergewöhnlich um diese Jahreszeit, denn normalerweise hätten wir die Kampagne bereits Mitte Oktober beendet. Die Qualität der späten Ware ist auch erstaunlich gut, solange es noch welche gibt werden wir also nicht auf spanische und portugiesische Ware umsteigen", heißt es.

Rechts: Weißrussische Pfifferlinge im aktuellen Wareneingang

Trotz der Corona-Einschränkungen schaut Buschhaus generell auf eine zufriedenstellende Waldpilzsaison zurück. "Die Warenströme konnten kontinuierlich aufrechterhalten werden und die Kampagne war nicht wesentlich schlechter als sonst. Im Gegenteil: Mit den Waldpilzen konnten wir die Verluste im Frühjahr zum Teil aufholen. In dem Sinne haben die Waldpilze uns in diesem Ausnahmejahr gerettet."


Pilzmix: Beliebter Artikel im Privatverkauf

Belieferung von Privatkunden
Ähnlich wie viele Kollegen im Großhandelsbereich hat auch Buschhaus sich für die Belieferung von Privatkunden entschieden. Es werden hauptsächlich Haushalte und Kleinabnehmer im regionalen Umfeld mit frischer Ware beliefert. "Verhältnismäßig ist der Absatz in diesem Bereich eher mühselig. Insofern ist es für uns Großhändler keine vernünftige Alternative", schildert Buschhaus. Trotz der relativ geringen Warenabnahme wird die 'neue' Absatzsparte vom Kunden geschätzt. "Vor allem unser Pilzmix mit bis zu 8 oder 10 verschiedenen Pilzsorten erfreut sich steigender Beliebtheit. Wir werden demnächst auch einen Online-Shop für Privatkäufer freischalten", heißt es abschließend. 

Weitere Informationen:
Pilzgroßhandel Uwe Buschhaus
Vogelsängerstr. 42-48
D - 58300 Wetter
Tel.: +49(0)2335 967 4942-43
Mobil: +49(0)172 2805129
Fax: +49(0)2335 967 4944
eMail: info@speisepilze.eu     
Web: www.speisepilze.eu     


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