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Bel'Export, Belgien:

"Frostprobleme in Osteuropa könnten zu einer Verdoppelung der Apfelpreise in der nächsten Saison führen"

In den vergangenen Tagen gab es Berichte, wonach Befürchtungen bestehen, dass sich die polnische Apfelernte aufgrund von Frostschäden möglicherweise halbieren könnte. Obwohl es noch zu früh ist, um konkrete Prognosen zu stellen, weist Tony Derwael von Bel'Export darauf hin, dass es durchaus ernst genommen werden muss. "Während der schneidende Ostwind hier im Seeklima vor allem für Trockenheit sorgte, hat er im Landklima erhebliche Frostschäden verursacht", so der Händler aus dem belgischen Borgloon.

Innerhalb Europas spielt vor allem Polen eine Schlüsselrolle. "Polen ist mit einer normalen Ernte von vier bis fünf Millionen Tonnen Äpfeln der mit Abstand größte Erzeuger innerhalb der EU", erklärt Tony. "Aber auch Länder wie die Ukraine, die Moldau und Belarus, die zusammen mehr als zwei Millionen Tonnen liefern, sind nicht zu unterschätzen und haben Schäden davongetragen. Dabei wurden nicht nur Äpfel in Mitleidenschaft gezogen; auch Sommerobst wie Beeren und Pflaumen ist vom späten Nachtfrost schwer getroffen."

© Bel'Export

Die ersten Signale vom Markt sind seiner Meinung nach eindeutig. "Aufgrund unserer Kontakte und Meldungen aus der Branche ist von Ernteeinbußen von 30 bis sogar 50 Prozent durch den Frühlingsfrost der vergangenen Woche die Rede." Dabei spielt möglicherweise auch der frühere Winterfrost eine Rolle. "Wir müssen noch abwarten, ob Temperaturen unter -20 Grad vor einigen Monaten zusätzlichen Schaden an Bäumen und Unterstämmen verursacht haben."

Dennoch gibt es für Polen möglicherweise mildernde Umstände. "In Polen hat man in den zurückliegenden Jahren verstärkt auf robustere Unterstämme gesetzt, wie zum Beispiel die Quitte Eline bei Conference-Birnen. Diese sind weniger frostempfindlich, sodass man in den kommenden Jahren vielleicht weniger dauerhafte Schäden befürchten muss."

Verdoppelung der Preise
Für die kommende Ernte erwartet Tony dennoch deutliche Auswirkungen auf europäischer Ebene. "Wir können davon ausgehen, dass mindestens zwei Millionen Tonnen aus der europäischen Apfelproduktion wegfallen. Damit sinken wir unter die Verbrauchsgrenze von zehn Millionen Tonnen. 1991 hatten wir eine ähnliche Situation mit einer Produktion von rund neun Millionen Tonnen. Damals führte ein Defizit von etwa zwei Millionen Tonnen zu einer Verdopplung der Preise, sogar für das alte Produkt aus dem Vorjahr. Für die Betroffenen ist das natürlich sehr ärgerlich, aber es gibt nicht umsonst das Sprichwort: 'Des einen Tod ist des anderen Brot'."

Das könnte möglicherweise eine Lösung für die großen Apfelmengen der aktuellen Saison bieten, die derzeit noch eingelagert sind. "Es sind immer noch beträchtliche Lagerbestände verfügbar. Das sorgt für erheblichen Druck auf den aktuellen Markt. Diese größeren Bestände belasten den Markt und halten die Preise zu niedrig. Ich gehe auch davon aus, dass der Markt zu Beginn der neuen Saison nicht bereinigt sein wird, aber so hart es auch ist: Die neu entstandene Situation in Osteuropa kann Abhilfe schaffen."

"Bei grünen und gelben Apfelsorten wie Greenstar und Golden Delicious gibt es derzeit keine Überbestände mehr", erklärt Tony. "Die Nachfrage und die Preisentwicklung verlaufen daher günstiger als bei den zweifarbigen Apfelsorten, was Anlass gibt, das aktuelle Sortensortiment kritisch zu evaluieren. Auffällig ist, dass sich die Situation damit völlig von der Golden-Krise Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre unterscheidet, als gerade die zweifarbigen Sorten besser abschnitten als Sorten wie Golden und Granny Smith, bei denen heute eher Engpässe als Überschüsse festgestellt werden."

Auswirkungen auf die Exportströme
Für Belgien selbst zeichnet Tony für die neue Apfelernte ein gemäßigteres Bild. "Bei Äpfeln erwarte ich für die kommende Saison doch eine normale Ernte. Das wird etwa 25 Prozent weniger sein als im vergangenen Jahr, aber damals hatten wir natürlich eine Rekordernte." Bei Birnen sehe es etwas anders aus. "Da denke ich, dass wir ebenfalls eine normale Ernte haben werden, aber da wir im Vorjahr deutlich weniger zur Verfügung hatten, wird das letztlich sogar etwa 25 Prozent mehr sein. Beide Ernten werden sich also aller Wahrscheinlichkeit nach im Vergleich zum Vorjahr wieder normalisieren."

Die Probleme in Osteuropa können laut Tony zu erheblichen Verschiebungen auf dem Markt führen. "Diese Region ist traditionell ein wichtiger Lieferant für Märkte wie Russland. Wenn ihre Produktion zurückgeht, müssen andere Länder diese Nachfrage auffangen."

Bei Birnen rechnet er mit geringeren Auswirkungen. "Osteuropa ist kein großer Akteur bei Birnen, auch wenn Polen mit einer Produktion von etwa 100.000 Tonnen dennoch relevant ist. Wenn sich dieses Volumen beispielsweise halbiert, verschwinden 50.000 Tonnen vom Markt. Das hat Auswirkungen, ist aber weniger gravierend als bei Äpfeln."

Weitere Informationen:
Tony Derwael
Bel'Export
Neremstraat 2
3840 Borgloon, Belgien
Tel: +32 12 440 551
[email protected]
www.belexport.com

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