Am Mittwoch, dem 29. April, hat REO offiziell die Erdbeersaison eröffnet. Speziell zu diesem Anlass wurden die angeschlossenen Erdbeererzeuger auf den Betrieb von Geert Neerinck in Ingelmunster eingeladen, wo sie zum Saisonstart in die neue Strategie eingeweiht wurden.
"Erdbeeren werden zu einem immer wichtigeren Produkt in unserem Sortiment", erklärt Remie Dewitte, Vertriebsleiter bei REO.
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Remie Dewitte (Vertriebsleiter), Geert Neerinck (Erzeuger), Dirk Declerq (Vorsitzender) und Pieter Van Houcke (stellvertretender Vorsitzender) von REO
Ein besonderer Anblick auf dem Erzeugerbetrieb Neegro, wo die Halle vollständig im neuen Corporate Design von REO eingerichtet wurde. Eine Verpackungswand trennte die Halle von den Gewächshäusern des Unternehmens, wo Geert neben Rispentomaten an einem anderen Standort auf zwei Hektar Erdbeeren anbaut. Remie ging dabei auf die Entwicklungen innerhalb der Genossenschaft ein, wobei sowohl Anbau, Marktentwicklung als auch Positionierung im Mittelpunkt standen.
Erdbeeren im Aufwind
"Es ist wichtig, zunächst kurz auf den Kontext der Erdbeeren in Westflandern einzugehen", beginnt Remie. "Das ist vielleicht nicht immer allgemein bekannt, aber auch diese Region ist ein wichtiger Akteur. Zudem sehen wir, dass es kein statischer Zustand ist. Es ist eine Entwicklung, die in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist und von der wir erwarten, dass sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzen wird."
Speziell bei Erdbeeren, so erklärt er, sei bei REO ein ausgeprägter Wachstumskurs zu verzeichnen. "Heute produzieren wir jährlich etwa 6,2 Millionen Kilogramm Erdbeeren, was einem Umsatz von fast 30 Millionen Euro entspricht", erklärt er. "Zum Vergleich: Vor einigen Jahren lagen wir noch bei rund vier Millionen Kilogramm, und es wird erwartet, dass sich dieses Wachstum fortsetzt, mit einem Potenzial von bis zu sieben Millionen Kilogramm bis zum Jahr 2028."
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Das Wachstum ist seiner Meinung nach vor allem auf Spezialisierung zurückzuführen. "Es sind hauptsächlich bestehende Erzeuger, die sich weiter in den Erdbeeranbau vertiefen. Sie investieren in moderne Techniken wie Beleuchtung, wodurch sie ihre Produktion strecken und auch im Winter qualitativ hochwertige Erdbeeren anbieten können." Gleichzeitig stellt Remie auch Interesse seitens neuer und junger Erzeuger fest. "Erdbeeren sind zu einem attraktiven Produkt geworden, sowohl wirtschaftlich als auch hinsichtlich ihres Marktpotenzials."
Diese Attraktivität wird unter anderem vom Verbraucher vorangetrieben. "Wir beobachten, dass der Konsum von Erdbeeren zunimmt, und zwar nicht nur in der traditionellen Saison. Verbraucher essen immer häufiger das ganze Jahr über Erdbeeren, was neue Chancen für den Sektor schafft. Diese steigende Nachfrage ermöglicht es, zusätzliche Produktion aufzunehmen, und bietet Perspektiven für neue Generationen von Erzeugern."
Klare Markenstrategie
Das ausgeprägte Potenzial von Erdbeeren war daher ein klarer Grund, sie im Rahmen der im Vorjahr lancierten neuen Strategie und des neuen Corporate Designs in die neue Geschichte einzubeziehen. "Das ist ein wichtiger Schritt für den Erdbeersektor in Westflandern. Historisch gesehen spielt die Marke Tomabel dabei eine wichtige Rolle. Sie wurde vor etwa 30 Jahren gegründet und hat sich seitdem einen guten Ruf erarbeitet."
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"Wir entscheiden uns daher bewusst dafür, diese Geschichte in ein breiteres und stärkeres Ganzes einzubinden. Tomabel bleibt als Qualitätslabel bestehen, wird aber in die übergeordnete Geschichte integriert. Wir wollen uns zu einer einzigen klaren, wiedererkennbaren Markenstrategie entwickeln. In den vergangenen Jahren haben wir Schritt für Schritt an einem einheitlicheren Ansatz gearbeitet. Diese Umstellung wurde bereits im vergangenen Jahr für Produkte wie Chicorée, Lauch und Salat umgesetzt. Heute setzen wir diesen Kurs für Erdbeeren fort, und auch die REO-Tomaten präsentieren sich bereits in neuem Gewand. Auch bei Tomaten gibt es ein Co-Branding mit Tomabel. So bauen wir eine konsistente und starke Marke auf, die für unsere Abnehmer und deren Endkunden wiedererkennbar ist."
Konkret werden mehr als 90 % der Erdbeeren unter der Dachmarke REO in neuen Schalenverpackungen auf den Markt kommen. Für Freilanderdbeeren, deren Absatz laut Remie zwar weiter zurückgeht, die aber nach wie vor sehr geschätzt werden, ist eine separate Positionierung unter dem Label REO Terra vorgesehen, das neben REO Sublime, REO NOVA und Vivo by REO eine der Untermarken ist. "So behalten wir die Verbindung zur Hauptmarke bei, können aber gleichzeitig unseren Abnehmern den Unterschied in Anbau und Geschichte deutlich machen."
B2C-Kommunikation
Auch hier wollen sie im Bereich Flexibilität Fortschritte machen. "Derzeit sind Kartonverpackungen bei uns nicht der Standard. Wir arbeiten meist mit Kunststoff, und vorerst bleiben diese auch am gängigsten. Dennoch stellen wir fest, dass die Nachfrage nach nachhaltigeren Alternativen wächst. Deshalb bieten wir die Möglichkeit, auf Bestellung auch Kartonverpackungen anzubieten. In bestimmten Märkten, wie beispielsweise Frankreich, gibt es zudem eine deutliche Nachfrage nach Flowpacks, die wir ebenfalls bereitstellen. So wollen wir stets auf die Nachfrage aus verschiedenen Märkten eingehen", erklärt er.
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"Wir möchten unsere Kunden bestmöglich unterstützen und ihnen Flexibilität bieten. Indem wir verschiedene Verpackungsoptionen anbieten, können wir besser auf spezifische Wünsche und Marktanforderungen eingehen."
Auffällig ist übrigens, dass REO, das ursprünglich eine B2B-Strategie verfolgt, für die Erdbeeren eine Werbekampagne für Verbraucher aufgelegt hat. Remie betont dabei, dass das Unternehmen nach wie vor an dieser B2B-Strategie festhält und auf seine Vertriebspartner vertraut. "Erdbeeren bilden hier jedoch eine Ausnahme. Das ist ein Produkt, das dem Verbraucher näher steht, Emotionen weckt und leichter eine Geschichte vermitteln kann. Deshalb setzen wir hier stärker auf B2C-Kommunikation, durch Kampagnen und Aktionen, die den Verbraucher direkt ansprechen. REO möchte vor allem das handwerkliche Können seiner Erzeuger, hier insbesondere der Erdbeererzeuger, in den Vordergrund stellen."
"Das bedeutet übrigens nicht, dass wir plötzlich voll und ganz auf Verbrauchermarketing setzen. Marketinginvestitionen müssen einen klaren Mehrwert für die Erzeuger bringen, da sie diese finanzieren. Das Ziel bleibt schließlich, den bestmöglichen Preis zu erzielen. Es ist also immer ein Balanceakt. Und innerhalb dieses Gleichgewichts sehen wir, dass Erdbeeren das Produkt sind, mit dem wir im B2C-Bereich am weitesten gehen. Aber die Wirkung dieser Strategie reicht noch weiter. Durch die Weiterführung der übergreifenden Markengeschichte profitieren auch andere Produktgruppen davon, wie Lauch, Salat und Chicorée. Genau darin liegt die Stärke eines einheitlichen Marketingansatzes."
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Kampagne zum Muttertag
Erzeuger Geert freut sich jedenfalls schon jetzt auf eine sehr schöne Saison. "Eigentlich ist das Wetter derzeit ideal für das Wachstum von Erdbeeren. Schöne, sonnige Tage mit kühlen Nächten. Das kommt der Geschmacksentwicklung zugute. Tagsüber bauen sie Aroma auf, während sie nachts weiterwachsen, ohne zu schnell zu reifen. Das Ergebnis ist eine feste Erdbeere mit vollem Geschmack. Wenn in der kommenden Zeit nichts Ungewöhnliches passiert, erwarten wir, ein stabiles Volumen liefern zu können. Hinzu kommt, dass die Nachfrage oft kein Problem ist, wenn die Sonne scheint, also stehen alle Zeichen auf Grün für die kommende Saison", lacht er.
Dabei blickt die Genossenschaft auch schon auf einen traditionell wichtigen Moment in der Saison voraus. "Unsere Muttertagskampagne bleibt ein fester Bestandteil", so Remie abschließend. "Sie läuft dieses Jahr vom 29. April bis zum 10. Mai. Während der Aktion sind Verbraucher eingeladen, ihre ‚süßeste Erinnerung mit ihrer Mutter' zu teilen, als Belohnung gibt es eine REO-Schachtel mit frischen Erdbeeren. Es ist eine schöne Art, unsere Produkte mit Emotionen und Erlebnissen zu verbinden. Gleichzeitig fällt dieser Zeitraum mit dem ersten Produktionshöhepunkt zusammen, was ihn für uns besonders wichtig macht."
Weitere Informationen:
REO
Oostnieuwkerksesteenweg 101
8800 Roeselare, Belgien
Tel. +32(0)51 23 12 11
[email protected]
www.reo.be