Die Angebotsmengen an deutschen Freilandsalaten dehnen sich derzeit sukzessive aus. "Wir haben unsere letzten, spanischen Salate bereits geerntet und sind nun mit unserer deutschen Ware vertreten", berichtet Christine Behr, Vorstand Vertrieb der BEHR AG. "Der Markt befindet sich insgesamt derzeit im Übergang, doch es ist weiterhin eine starke Präsenz spanischer Salate zu verzeichnen. Denn aufgrund der Regenzeit in Spanien kam es etwa für drei Wochen zu Pflanzverzögerungen. Als die Bedingungen wieder günstig waren, wurden mehrere Pflanzsätze gleichzeitig gesetzt, die nun zur Ernte anstehen. Allerdings treten bei der spanischen Ware erhebliche Qualitätsprobleme auf, insbesondere durch Befall von Läusen und Mehltau, was die Produktqualität massiv beeinträchtigt."
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Christine Behr, Vorstand Vertrieb der BEHR AG
Zögerlicher Erntestart in Norddeutschland
Auf den Äckern der hessischen Tochterfirma Gemüse-Garten Büttelborn GmbH in Hessen sei die diesjährige Ernte planmäßig und gut gestartet. In Norddeutschland gestalte sich der Saisonauftakt hingegen aufgrund der kühleren Temperaturen bei einigen Kulturen etwas zögerlich. "Die Stückgewichte sind mitunter niedriger, von nennenswerten Mengeneinbußen oder höherem Kostenaufwand ist jedoch keine Rede."
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Die spanische Saison stellte alle Erzeuger vor zahlreiche Herausforderungen. Behr: "Dadurch ist der Bedarf des Lebensmitteleinzelhandels, möglichst schnell auf deutsche Produkte umzustellen, derzeit sehr hoch. Dies erfordert von uns eine genaue Mengenabstimmung mit unseren Erzeugern und den jeweiligen LEH-Partnern." Der Wettbewerb im deutschen LEH sei nach Angaben von Christine Behr weiterhin signifikant, sodass die Preise auch im Falle einer Normalversorgung unter Druck stehen. "Bei Überhängen wird es jedoch teilweise dramatisch!"
Importware im Sommer
Langfristig zeichnen sich derweil einige Entwicklungen am Salatmarkt ab. "Besonders bemerkenswert ist, dass Kulturen wie Rucola, Feldsalat und Spinat selbst in den Sommermonaten viel aus Italien importiert werden. Dies ist wiederum der Tatsache geschuldet, dass dort die Produktionskosten deutlich niedriger sind. Beispielsweise gibt es dort keinen Mindestlohn, weshalb italienische Produkte günstiger auf dem deutschen Markt angeboten werden können als einheimische Ware." Man verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Preisentwicklung am Point-of-Sale. "Statistisch betrachtet sind die Erzeugerpreise im Jahr 2025 um etwa 3 % gesunken. Dieses spiegelt sich zum Teil in einem entsprechenden Preisrückgang im LEH wider. Trotzdem hat sich bei vielen Konsumenten das Gefühl verfestigt, dass die Preise insgesamt gestiegen sind."
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Flächenausweitungen bei Eissalat, Broccoli, Blumenkohl und Bio-Gemüse
Obwohl die Gesamtanbaufläche bei deutschem Freilandgemüse weitgehend konstant bleibt, zeichnen sich bei einigen Kulturen Flächenrückgänge ab. "Besonders arbeitsintensive Kulturen werden zunehmend reduziert, da durch den Mindestlohn bedingte Kostensteigerungen sich im Preis nicht widerspiegeln. Gemäß der gestiegenen Nachfrage durch unsere Kunden haben wir unseren Anbau in diesem Jahr um ca. 200 Hektar ausgeweitet. Unter anderem Eissalat, Broccoli und Blumenkohl, aber auch bei den Bio-Artikeln haben wir flächenmäßig zugelegt. Letzteres Segment entwickelt sich bei uns weiterhin positiv: Wir haben einige Programme dazugewonnen und unsere Bio-Anbaukapazitäten entsprechend ausgeweitet. Sortimentsübergreifend sind wir ständig dabei, neue Produkte zu entwickeln – das ist und bleibt schließlich unsere DNA", heißt es abschließend.
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