Sie haben eine Software (Adblocker) installiert, der unsere Werbung blockiert.

Da wir die Nachrichten kostenlos zur Verfügung stellen, sind wir auf die Einnahmen aus unseren Werbebannern angewiesen. Bitte deaktivieren Sie daher Ihren Adblocker und laden Sie die Seite neu, um diese Seite weiter zu nutzen.

Klicken Sie hier für eine Anleitung zum Deaktivieren Ihres Adblockers.

App icon
FreshPublishers
In der App öffnen
ÖFFNEN
Delassus Group:

Marokkanische Tomatenexporte erreichen trotz strukturellen Drucks auf den Sektor Rekordhöhen

Die marokkanische Tomatenindustrie boomt, und die Exporte haben in der vergangenen Saison Rekordzahlen erreicht, sagt Fatiha Charrat, stellvertretende Geschäftsführerin der Delassus-Gruppe: „Marokkos Tomatenexporte haben in der Saison 2024/2025 einen neuen Meilenstein erreicht, wobei die Exporte auf einen Rekordwert von 745.000 Tonnen gestiegen sind. Dies entspricht einem Anstieg von 80 % im Vergleich zum letzten Jahrzehnt und positioniert das Land fest als drittgrößten Lieferanten für den europäischen Markt hinter Spanien und den Niederlanden. Die Saison 2025/2026 steht aufgrund einiger klimatischer Herausforderungen unter Druck. Die Exporte werden etwas unter denen der letzten Saison liegen."

Laut Charrat ist dieses Wachstum größtenteils auf eine deutliche Veränderung im Produktmix zurückzuführen. Segmentierte Tomaten wie Kirschtomaten, Baby-Pflaumentomaten und Spezialsorten machen mittlerweile fast 59 % der Gesamtexporte aus. „Die eigentliche Transformation in der Branche ist die Aufwertung. Es geht nicht mehr nur um Volumen, sondern um Wert und Differenzierung", sagt ein Marktteilnehmer aus der Region Souss-Massa.

© Delassus

Mit mehr als 400.000 Tonnen Exportvolumen und einem Anstieg von 35 % in den letzten zwei Jahren sind segmentierte Tomaten zum Rückgrat der Wettbewerbsfähigkeit Marokkos geworden, erklärt Charrat: „Frankreich bleibt mit Abstand das größte angegebene Ziel und nimmt mehr als die Hälfte der marokkanischen Tomatenexporte auf. Dies ist jedoch etwas irreführend, da Perpignan in erster Linie als Umschlagplatz dient und erhebliche Mengen anschließend nach Deutschland, Skandinavien, Österreich und andere nordeuropäische Märkte reexportiert werden."

„Als Reaktion darauf verlagern marokkanische Exporteure ihre Lieferungen zunehmend auf Direktlieferungen und umgehen damit die französischen Vertriebsplattformen", fährt Charrat fort. „Laut AMI-Statistiken hat sich der Anteil Deutschlands in den letzten fünf Jahren von 9 % auf 18 % verdoppelt. Berücksichtigt man die Reexporte über Frankreich, liefert Marokko nun schätzungsweise rund 50 % der auf dem deutschen Markt verkauften Baby-Plum-Tomaten."
Charrat stellt fest, dass der Exportsektor nach wie vor stark konzentriert ist, wobei die zehn größten Exporteure in der Region Souss-Massa rund 65 % des Gesamtvolumens ausmachen:

„Azura liegt mit großem Abstand an der Spitze, gefolgt von Duroc. Die Strategien der einzelnen Unternehmen unterscheiden sich erheblich. Einige Firmen sind nach wie vor stark von einem einzigen Markt abhängig, insbesondere von Frankreich, während andere aktiv in Richtung Großbritannien, Deutschland und afrikanische Märkte diversifizieren. Ein Exporteur hat uns mitgeteilt, dass die Fähigkeit zur Marktdiversifizierung zu einem entscheidenden Faktor für die Widerstandsfähigkeit wird."

© Delassus

Trotz starker Exportleistung stehe der Sektor unter zunehmendem Druck, betont Charrat. Wasserknappheit bleibe ein kritisches Thema, wobei die Erschöpfung der Grundwasservorkommen die Erzeuger dazu zwinge, stärker auf entsalztes Meerwasser zurückzugreifen, was die Produktionskosten erheblich erhöhe. „Wir arbeiten immer noch nach einem starken Modell, aber es steht unter Druck. In einigen Segmenten steigen die Kosten schneller als die Preise", erklärt ein Erzeuger.

Arbeitskräftemangel und steigende Energiekosten setzen die Margen zusätzlich unter Druck, sagt Charrat: „Das Wachstum wird von mehreren Schlüsselfaktoren abhängen: der anhaltenden Premiumisierung, der geografischen Diversifizierung und der Erschließung neuer Anbaugebiete. Dakhla dürfte dabei eine strategische Rolle spielen. Gleichzeitig werden Investitionen in die Meerwasserentsalzung trotz der damit verbundenen Kostensteigerungen unerlässlich, um die langfristige Produktion zu sichern."

„Zwischen starkem Wachstum und zunehmenden Einschränkungen tritt der marokkanische Tomatensektor in eine neue Phase ein. Seine Fähigkeit, Kosten zu kontrollieren, Märkte zu diversifizieren und seinen Wettbewerbsvorteil zu bewahren, wird entscheidend sein, um die Dynamik auf einem zunehmend anspruchsvollen europäischen Markt aufrechtzuerhalten", schließt Charrat.

Weitere Informationen:
Fatiha Charrat
Delassus Group
[email protected]
www.delassus.com

Verwandte Artikel → See More