Die Saison für exportorientierte marokkanische Melonen neigt sich dem Ende zu, wobei die frühe Ernte in Dakhla der derzeit laufenden Ernte in Marrakesch Platz macht. Die Produktion in der Region Marrakesch verzeichnet im Vergleich zur vergangenen Saison einen Rückgang des Erntevolumens; dennoch bleibt der Markt für die Erzeuger, die es geschafft haben, ihre Erzeugnisse auf den Markt zu bringen, günstig. Hafid Charfaoui, technischer Leiter der Kühlanlage Del Sol, gibt Einblicke.
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Laut Charfaoui ist die Melonenproduktion in Marokko, insbesondere in der Region Marrakesch, in dieser Saison von einem instabilen Klima betroffen, was zu Qualitätsproblemen und Pilzkrankheiten geführt hat, die wiederum Ertrags- und Mengenverluste zur Folge hatten. Der Erzeuger fügt hinzu, dass diese Situation in den letzten Jahren zu einer Verringerung der Anbaufläche geführt hat. Während Dürre in dieser Saison kein Problem darstellt, haben übermäßige Regenfälle und Hagel mehrere Erzeuger daran gehindert, auf den Markt zu kommen.
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Was die Vermarktung angeht, sind die Bedingungen laut Charfaoui für marokkanische Exporteure günstig – eine natürliche Folge davon, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. Er fügt hinzu: „Die Preise waren bereits in der letzten Saison mit 2,2–2,5 EUR pro Kilo gut. In dieser Saison liegen wir bei geringeren Mengen bei 2,5–3 EUR pro Kilo."
Die hohen Preise sind laut dem Erzeuger auf das geringere Angebot in Marokko zurückzuführen, aber auch auf ein günstiges Marktfenster und einen ruhigen Wettbewerb auf dem europäischen Markt, da die Saison in Italien gerade erst begonnen hat, während die Saison in Spanien erst Mitte Mai startet.
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„Die Märkte mit der höchsten Nachfrage in dieser Saison sind Italien, Frankreich, die Schweiz und Belgien, und die Nachfrage richtet sich hauptsächlich auf die sogenannten französischen Sorten, die wir anbauen, wie Charentais und Cantaloup", fährt Charfaoui fort.
Marokkos Melonensektor hat eine schwierige Phase in Bezug auf die Produktion durchlebt, die von Dürre und widrigen Wetterbedingungen geprägt war. Angesichts der im Januar 2026 offiziell ausgerufenen Dürre und der in dieser Saison erzielten günstigen Preise erwartet Charfaoui ab der nächsten Saison eine Ausweitung der Anbaufläche.
© Del SolMelonen von Del Sol auf dem Markt in Mailand
„Es wird sicherlich zu einer opportunistischen Ausweitung der Melonenanbaufläche kommen, aber es bleibt abzuwarten, wie viele Erzeuger den Unsicherheiten standhalten können. Der Klimawandel und instabile Produktionsbedingungen sind heute die entscheidenden Faktoren in der landwirtschaftlichen Produktion", schließt der Erzeuger.
Die Melonenexportsaison Marokkos dauert noch bis zum 15. bis 20. Mai.
Weitere Informationen:
Hafid Charfaoui
Del Sol Kühlhaus
Tel: +212 6612 02947
[email protected]