Die letzten elf Container mit gelben Melonen für Carl Gottmann in den Niederlanden wurden vergangene Woche in Costa Rica verladen. Damit dauert die Saison bis etwa KW 18. Laut Martijn van Gaal kann man auf eine positive Saison zurückblicken, auch wenn es in den kommenden Jahren immer mehr Herausforderungen geben wird.
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"Die Anbaubedingungen waren in dieser Saison günstig", erzählt Van Gaal. "Dank stabilem und trockenem Wetter konnten wir eine deutlich bessere Qualität als im Vorjahr feststellen. In der Region Guanacaste lagen die Erträge auf einem guten Niveau, auch wenn Thripse in den vergangenen Wochen insbesondere bei Wassermelonen für Probleme sorgten."
Die guten Wachstumsbedingungen führten gleichzeitig zu einem größeren Angebot auf dem Markt, was die Preise unter Druck setzte. "Der Preis für kernlose Wassermelonen lag bei etwa 1 EUR/kg, während gelbe Melonen größtenteils zwischen 10 und 12 EUR gehandelt wurden. Für die kommenden Wochen erwarten wir jedoch noch einen leichten Preisanstieg, auch weil Spanien derzeit zwar Wassermelonen aus Almería anbietet, aber noch keine gelben Melonen verfügbar hat."
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Ein deutlicher Trend innerhalb des Segments ist die wachsende Nachfrage nach Mini-Wassermelonen. "Erzeuger und Händler suchen hier nach den richtigen Sorten, die nicht nur kommerziell interessant sind, sondern auch einen ausreichenden Ertrag pro Hektar erzielen. Die Produktionskosten bleiben jedoch hoch, was diese Entwicklung zu einer Herausforderung macht."
Panama: Qualitätsunterschiede und Marktsegmentierung
Neben Costa Rica importiert Carl Gottmann auch Melonen und Wassermelonen aus Panama. "Wir stellen fest, dass ein großer Teil der Kunden die kernlosen Wassermelonen aus Costa Rica gegenüber den Quetzaly-Sorten aus Panama klar bevorzugt. Letztere finden ihren Weg hauptsächlich auf den osteuropäischen Markt, wo der Preis ein entscheidender Faktor ist."
Allerdings gab es bei den panamaischen Wassermelonen in dieser Saison immer wieder Qualitätsprobleme, die teilweise durch logistische Verzögerungen verursacht wurden. "In einigen Fällen blieben die Container bis zu zwölf Tage am Kai stehen, weil nur begrenzt Schiffsraum zur Verfügung stand. Das wirkt sich zwangsläufig auf die Qualität aus."
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Positiv zu vermerken ist, dass die Piel-de-Sapo-Melonen aus Panama tatsächlich gut abschnitten. "Ihre Qualität wurde von den Kunden als überraschend gut eingestuft". Die letzten Anlieferungen von gelben Melonen und Piel-de-Sapo aus Panama werden für KW 19 erwartet.
Kosten-, Logistik- und Währungsdruck bleiben entscheidend
Während die Saison insgesamt positiv zu bewerten ist, sieht sich die Branche weiterhin mit strukturellen und teilweise unvorhergesehenen Herausforderungen konfrontiert. Mitten in der Saison führten die Reedereien eine Fuel Energy Surcharge pro Container ein. "Solche Kostensteigerungen lassen sich nur schwer weitergeben, da Preisvereinbarungen oft im Voraus getroffen werden und die Margen unter Druck stehen."
Darüber hinaus wirkte sich der ungünstige Wechselkurs zwischen dem US-Dollar und dem costaricanischen Colón direkt negativ auf die Ergebnisse aus. Gleichzeitig steigen die Kosten für Düngemittel und Verpackungsmaterial weiter an, und dieser Trend wird sich voraussichtlich bis 2027 fortsetzen.
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Auch die Logistik bleibt ein kritisches Thema. "Der Mangel an effizienten Schifffahrtsrouten von Costa Rica nach Europa ist ein struktureller Engpass. Während Parteien wie Maersk und Dole Shipping Line eine Transitzeit von etwa 15 Tagen erreichen, liegen die Transitzeiten bei anderen Reedereien deutlich höher."
"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Saison kommerziell gut gelaufen ist, aber die Branche muss sich zunehmend auf höhere Kosten, logistische Unsicherheiten und eine veränderte Marktdynamik einstellen", so Van Gaal abschließend. "Die Nachfrage ist nach wie vor groß, aber das Spielfeld wird immer komplexer."
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