Termingerecht konnten in der KW 15 die ersten Treibhauserdbeeren der Saison gepflückt werden. "Die Sorte Opera bildet bei uns den Saisonauftakt und wir sind mit den bisherigen Mengen und Qualitäten recht zufrieden", berichtet Ralf Hensen, Erdbeererzeuger im rheinischen Swisttal. Größere Mengen werden ab der KW 17/18 erwartet, heißt es weiter.
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Erdbeeren der Sorte Opera (l) im Folientunnel.
Die derzeitigen Erzeugerpreise liegen annähernd auf dem Niveau des Vorjahres. Ein Preis, mit dem man leben könne, so Hensen. "Im Anbetracht der erneut gestiegenen Lohn- und Energiekosten müssten wir eigentlich mehr für unser Produkt bekommen. Gleichzeitig stoßen wir auch allmählich an die Schmerzgrenze des Verbrauchers. Eine Preisanhebung würde sich nur negativ auf den Absatz auswirken, und damit wären auch wir Erzeuger nicht geholfen. Wenn wir die aktuellen Preise auch im weiteren Saisonverlauf in etwa halten können, dürften wir aus meiner Sicht froh sein."
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Einblick in den Erdbeeranbau im Glashaus.
Im heimischen LEH erfreue sich die deutsche Erdbeere weiterhin eines hohen Stellenwerts, führt Hensen weiter aus. Auch der Handel zieht hier mit und bewirbt die heimischen Früchte bereits ab Saisonbeginn, "nicht so sehr über den Preis, sondern mit attraktiven, auffälligen Zweitplatzierungen am Point-of-Sale", betont Hensen. Die deutsche Hochsaison erstreckt sich nach wie vor von Mitte Mai bis Mitte Juni. "In diesem Zeitraum treffen die Freilanderdbeeren sowie Ware aus geschütztem Anbau geballt auf den Markt, sodass der Handel in der Regel reichlich versorgt ist. Ab Mitte Juni wird die Angebotslage dann wieder sukzessive knapper."
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Irmgard und Ralf Hensen (m) mit der Geschäftsführung des Vermarktungspartners SanLucar.
Energiekosten gefährden Zukunft der Treibhauserdbeere
Hensen erzeugt auf insgesamt 6 Hektar unter Glas Erdbeeren an. Ab der ersten Maiwoche startet er sukzessive in die Ernte der Stellagenware, die auf über 30 Hektar angebaut werden,
© Hensen/SanLucar gefolgt von Freilanderdbeeren, die weiterhin auf rund 60 Hektar wachsen und gedeihen. "Wir haben unsere Freilandflächen in den vergangenen Jahren schrittweise reduziert, zugunsten des geschützten Anbaus auf Stellagen. Die Kapazitäten im Gewächshaus sind derweil gleich geblieben: Aufgrund der hohen Energiekosten und CO₂-Steuer käme eine Kapazitätserweiterung hier für uns vorerst nicht in Frage. Ich schließe auch nicht kategorisch aus, dass wir mittel- bis langfristig nur noch Remontierer im Treibhaus anbauen werden, da diese auch mit weniger Energieaufwand zurechtkommen", heißt es abschließend.
Rechts:
Einblick in den Freilandanbau: Zu Spitzenzeiten beschäftigt Hensen bis zu 350 Saisonkräfte, vorrangig aus Rumänien.
Weitere Informationen:
Ralf und Irmgard Hensen
Fruchthof Hensen
Doktor-Josef-Ströder-Str. 25
53913 Swisttal
Tel: 02255 / 8219
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