Hermann Huber, Gemüsebau Huber, zum Schweizer Knoblauchanbau:

"Ausbaupotenzial ist sicherlich vorhanden, nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels"

In der ersten Juniwoche startete der Gemüsebaubetrieb Huber mit Sitz in Sünikon in das dritte Erntejahr des heimischen Knoblauchs. Im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsekulturen spielen die anhaltend hohen Temperaturen dem Wachstum der Knollen in die Karten, so Anbauleiter Hermann Huber (r). "Der Knoblauch ist eine wärmeliebende Kultur, dementsprechend gedeiht er im Moment besonders gut. Auch die Qualitäten sind bisher deutlich besser als im Vorjahr."

Das Familienunternehmen kultiviert und vermarktet vorwiegend frischen Knoblauch, der hauptsächlich zwischen Juni und August angeboten werden kann. Huber: "Der Knoblauch benötigt eine gewisse Lagerfähigkeit, damit er entsprechend aufbereitet und getrocknet werden kann, um ihn dann später im Herbst und Winter vermarkten zu können. Das ist momentan noch schwierig, weshalb wir das Gros unserer Erträge in frischer Form auf den Markt bringen." Vermarktet wird der 'grüne' Knoblauch an Großverteiler und ausgewählte Großhändler am Engrosmarkt Zürich.


Einblicke in die Aufbereitung des frischen Knoblauchs. Kernkompetenz des Gemüsebaubetriebes ist die Erzeugung und Aufbereitung von Karotten. 

Aufwendige Aufbereitung und hohe Produktionskosten
Der Knoblauch sei gemäß Huber eine besonders pflegeintensive Kultur, nicht so sehr im Anbau, sondern in der Aufbereitung sei die Produktion mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden. "Bei den aktuellen Mehrkosten, die wir sowieso in der Produktion schon haben, ist die Produktion eigentlich zu teuer, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Währenddessen kann der Schweizer Knoblauch natürlich nicht mit den Preisen der Importware mithalten, weshalb wir mehr oder weniger auf den Goodwill unserer Abnehmer angewiesen sind."

Darüber hinaus sei der Netto-Erlös beim Knoblauch im Gegensatz zu anderen Gemüsekulturen kaum vorherzusagen. "Wir produzieren zwar auf etwa drei Hektar, können dennoch vorab überhaupt nicht einkalkulieren, wie groß das Volumen an vermarktungsfähiger Ware sein wird", schildert Huber, der nebst Knoblauch auch Süßkartoffeln als Sonderkultur im breit gefächerten Portfolio führt.

Nichtsdestotrotz sieht Huber Wachstumschancen für den Schweizer Knoblauchanbau. "Ausbaupotenzial ist sicherlich vorhanden, nicht zuletzt weil der Klimawandel und die tendenziell steigenden Temperaturen uns in die Karten spielen. Obwohl wir selbst nicht im Bio-Anbau tätig sind, sehe ich gerade in diesem Marktsegment gute Absatzchancen, zumal zweitklassige Ware in diesem Bereich häufiger angenommen oder anderweitig verwertet wird."

Weitere Informationen:
Hermann Huber
Huber Gemüse
Neubrunnenstrasse 12
8162 Sünikon
Telefon 044 854 80 80
hermann@huber.ch 
www.huber.ch 


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