Im Januar trafen in den Überseehäfen volle Container mit chinesischem Ingwer von guter Qualität ein. Die europäischen Marktbedingungen waren aufgrund sinkender Exportpreise im letzten Monat jedoch nicht optimal. Die südamerikanische Ingwerernte ist nun fast beendet und chinesischer Ingwer wird den Markt nun für einige Monate dominieren.
Der aus Shandong kommende Ingwerproduzent Wang sprach über die aktuelle internationale Marktlage. "Der Exportpreis für frischen Ingwer befand sich in letzter Zeit im Abwärtstrend. Erstens waren Käufer aus Übersee im Dezember aktiver und begannen mit der Bevorratung. Chinesische Exporteure lieferten große Mengen an Ingwer. Als im Januar noch mehr Ingwer geliefert wurde, konnte der Markt dieses zusätzliche Angebot nicht kompensieren. Zweitens ist die Ingwersaison in Peru und Brasilien noch nicht abgeschlossen. Südamerikanischer Ingwer ist billiger als der aus China. Daher sind einige ausländische Kunden auf südamerikanischen Ingwer umgestiegen. Drittens gibt es extreme Verzögerungen bei den Lieferzeiten. Der Versand dauert häufig zwei Wochen länger als gewöhnlich, was sich natürlich auf die Verkaufsbedingungen und die lokalen Marktpreise auswirkt", sagte Wang. "Kurz gesagt, sind die Marktbedingungen in Übersee im Moment nicht optimal."

Der aktuelle FOB-Preis für chinesischen Ingwer, der für den europäischen Markt bestimmt ist, beträgt 1276 €/Tonne. "Der Preis richtet sich in erster Linie nach dem Exportvolumen. Wenn die Ernte in Peru und Brasilien endet, wird das Angebot auf dem Markt zurückgehen. In den kommenden Monaten wird chinesischer Ingwer den Markt dominieren."
"In den letzten zwei Monaten gab es etwas mehr verfügbaren Frachtraum als noch vor einigen Monaten. Obwohl die Versandkosten langsam sinken, sind sie immer noch recht hoch. Die Transportkosten für Ingwer entsprechen in etwa dem Produktwert. Die Frachtraten von Qingdao nach Rotterdam beliefen sich vor dem chinesischen Frühlingsfest am 1. Februar 2022 auf etwa 11.000 € pro Container. Das sind nun schon 10.123 € pro Container", so Wang.

Der Einstandspreis für Ingwersaat war dieses Jahr ziemlich hoch. Darüber hinaus stiegen auch die Betriebspreise für Anbau- und Produktionsmittel sowie die der für Anpflanzung und Ernte nötigen Arbeitskräfte. Die Gesamtkosten für chinesischen Ingwer sind in diesem Jahr um 10 bis 20% gestiegen. "Obwohl die Anbaubedingungen für Bio- und normalen Ingwer mehr oder weniger vergleichbar sind, sind bei Bio-Ingwer mehrere Qualitätskontrollen während des Anbaus und während der Verarbeitung erforderlich. Dies erhöht die Selbstkostenpreis für Bio-Ingwer. Der Preis für Bio-Ingwer liegt um 88 bis176€ pro Tonne höher als bei normalem Ingwer."