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Anneliese Vollweiler, Anevo Trading GmbH über Beeren aus Serbien:

"Die Preise sind so hoch wie noch nie"

Während sich der Blick vieler Blaubeerhändler und -produzenten auf Chile, Spanien und vor allem auf Peru richtet, entwickelt sich in Serbien ein zunehmend attraktiver Markt. So sind es nicht nur die europäischen Nachbarn, sondern auch Händler aus Übersee, die Interesse an der serbischen Produktion zeigen, wie Anneliese Vollweiler von Anevo Trading GmbH aus Erlangen, uns mitteilt. Zudem spricht sie über die Besonderheiten der serbischen Produktion. 

Explodierende Preise serbischer Produkte
"Die Preise sind geradezu explodiert und so hoch wie noch nie. In 38 Jahren im Früchtehandel sind vor allem die TK Früchte noch nie so teuer gewesen. IQF-Himbeeren der Sorte Willamette werden bei 6,00 EUR/kg an Deutschland für die Industrie und an Bäckereien geliefert, für den LEH liegt der Preis sogar höher. IQF-Brombeeren, lagen 2020 bei 1,00 EUR/kg, heute 3,80 bis 4,00 EUR/kg für die Industrie und Bäckereien. Zwetschgen sind ca, 30% höher und werden für etwa 1,00 EUR/kg verkauft, während Aprikosen bei ca. 2,00 EUR/kg liegen", sagt Vollweiler.

Ferner weist Vollweiler darauf hin, dass die Wetterextreme in diesem Jahr die serbische Produktion zwar auch stark betroffen haben, sich serbische Erzeuger aber zunehmend auf Interessenten aus den USA, Australien und Japan erfreuen können. Unterstützung erhielten kleinere Betriebe etwa vom serbischen Staat selbst, von der EU – IPARD-Fonds – und von US-AID. Generell gesprochen seien Lebensumstände in Serbien merklich besser als in manchen Nachbarländern am Balkan. "Das hohe Preisniveau in Serbien und auf dem Balkan überträgt sich auch auf die Preise in Polen und der Ukraine. Generell gibt es auch weniger Ware. Viele Kühlhäuser, vor allem die kleineren, möchten mit Jahresende die Produktion beenden", so Vollweiler.

Druck durch Erhöhung des Strom- und Gaspreises
Außerdem sei eine Strompreiserhöhung für 2021/2022 zu erwarten. Die Pandemie habe 2020 eine Preiserhöhung verhindert. "Aber da Serbien als EU-Beitrittskandidat EU-Reife anstrebt, muss sowohl mit einer CO2-Steuer gerechnet werden als auch die allgemeine Gaspreiserhöhung mitgemacht werden. Die Löhne der Arbeiter sind ebenfalls gestiegen und Corona hat zu Verlusten geführt, vor allem bei den Arbeitnehmern in den Kühlhäusern, in denen sich Covid-Viren sehr wohl fühlen. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte ist dadurch ziemlich geschrumpft."

Große Gewinne für Polen und die Ukraine
Die Waldbrände in den USA und die schlechten Ernten aus Chile gab die Geschäftsführerin von Anevo Trading als Gründe an, die das hohe Interesse aus den USA an europäischen Beerenfrüchten aufzeigen. "Hier sind ebenso polnische Himbeersorten, z.B. Polana, die auch in der Ukraine kultiviert werden, zu nennen. Qualitativ ist die Sorte Willamette aus Serbien die beste, dennoch werden auch für polnische/ukrainische Sorten höchste Preise bezahlt – insgesamt aber ein etwa 15-20% niedrigerer Preis."  

Zukünftige Entwicklungen
Vollweiler geht davon aus, dass die Preise fallen könnten, da sie vermutet, dass es in drei bis fünf Jahren zu einem "Schweinezyklus" kommen wird. Viele branchenfremde Investoren, z.B. aus der Baubranche investieren vor allem in Heidelbeer-Plantagen und erhoffen sich höchste Preise. Ein zu großes Angebot wird die Preise drücken und Plantagen werden verwildern. Das hat man in der Vergangenheit bereits bei Brombeeren und Himbeeren beobachten können.

Davon abgesehen, sieht Anneliese Vollweiler aber auch neue Wege des Anbaus, die diese und weitere Probleme angehen: "In Zukunft werden wir neben den Freilandkulturen auch immer mehr Gewächshäuser sehen. In der Steiermark wird beispielsweise mit einer großen Geothermie-Anlage mit fast 30 Hektar Glas- und Plastikgewächshäusern vor allem Gemüse produziert, und zwar mithilfe der Wärme des Wassers aus der sogenannten "Thermenlinie", die sich durch den Osten Österreichs zieht. Somit können umweltschonend Gemüse und empfindliche Früchte wie Erdbeeren das ganze Jahr hindurch und auf den Punkt gereift in den LEH geliefert werden. Vollweiler: "Der Konsument ist im Fokus mit einer für alle Parteien ausgewogenen Preisfindung und für unsere Nachkommen ist es die Umwelt nicht weniger!"

Neue Steinobst-Sorten 
"Für Frischware - vor allem Steinobst - ist zu sagen, dass ähnlich wie in Frankreich neue Sorten ausprobiert werden, die der globalen Erwärmung gerecht werden und der Ertrag wieder besser werden kann", so Vollweiler. "Im Moment bereiten wir ein neues Projekt für den deutschen und österreichischen Markt vor, das in diese Richtung abzielt. Es werden unter anderem Bodenproben analysiert, Wasserverfügbarkeit für Bewässerungen, Hagel- und Sonnenschutz Kosten und Kalkulationen durchgeführt."

Weitere Informationen:
Anneliese Vollweiler
Anevo Trading GmbH
Fraunhoferstraße 16
D-91058 Erlangen
Tel (Deutschland): +49 (0) 170 581 79 70
E-Mail: info@anevo.de      
Web: www.anevo-trading.com 


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