Deutsche Genossenschaften starten zuversichtlich in die Saison

Gute Zwetschgenernte trotz erschwerter Rahmenbedingungen erwartet

In diesem Jahr sind heimische Zwetschgen bereits rekordverdächtig früh erhältlich. Dies zur Freude der Verbraucher: Denn man verspeiste im vergangenen Jahr nämlich mehr als 51.000 Tonnen frische Zwetschgen und Pflaumen – fast 1 kg pro Kopf. Mehr als die Hälfte davon stammten aus heimischem Anbau – allem voran aus Baden-Württemberg (17.700 t), gefolgt von Rheinland-Pfalz (10.600 t) und Niedersachsen (5.000 t).

Größter Beliebtheit erfreuen sich Pflaumen besonders in Nordrhein-Westfalen, auf das 24,7% der Einkaufsmenge entfällt. Dicht dahinter folgen die Region Nordwest (18,6%) und die Mitte Deutschlands (15,4%). Auch im Zwetschgenverbrauch liegt Nordrhein-Westfalen mit 22,5% der Einkaufsmenge vorn. Hier belegen allerdings Baden-Württemberg (17,2%) und Bayern gemeinsam mit der Region Nordwest (16%) die Ränge 2 und 3. Dies geht aus einer AMI-Erhebnung hervor. 

Mittelbaden: Erstmalig Franzi-Zwetschgen im Sortiment
Auch die Händler und Genossenschaften freuen sich über den frühen Saisonauftakt. „Die Zwetschgen- und Pflaumenernte ist aktuell in vollem Gange. Wegen des turbulenten Frühjahrs mit Frostperioden erwarten wir zwar weniger Ernteertrag, als in den vergangenen Jahren, bleiben aber weiterhin zuversichtlich. Bis Ende September werden Zwetschgen bei uns auf rund 800 Hektar in unseren 800 Betrieben geerntet", kommentiert Markus Litterst, Anbauberater bei der OGM Obstgroßmarkt.

Besonders stolz ist er auf die neue Sorte „Franzi“: „Franzi wird in diesem Jahr zum ersten Mal Ertrag bringen. Sie zeichnet sich durch ein perfektes Zucker-Säure-Verhältnis aus und eignet sich zum Backen, ist aber auch als Snack zwischendurch sehr lecker. Ihr Fruchtfleisch ist goldgelb und saftig, die Schale tiefblau und beduftet. Wir haben sie in den vergangenen drei Jahren in unserem betriebseigenen Versuchsgarten getestet und freuen uns, dass wir in dieser Saison die ersten Erträge in den Einzelhandel bringen können."

Pfalz: Weniger Ernteertrag erwartet
Nach dem frühen Saisonstart im Juni hat der Frühfrost auch in der Pfalz den Saisonverlauf bei der Zwetschgenernte getrübt, äußert Judith Beicht, Marketingverantwortliche vom Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG. "Wir erwarten in diesem Jahr weniger Ernteertrag, bleiben aber dennoch zuversichtlich. Unsere Zwetschgen haben noch bis Ende September Saison.“ 

Bodenseeregion: Kurze Saison stellt Vermarkter vor Herausforderungen
Key Account Manager, Siegfried Frank von Obst vom Bodensee erklärt: „Allgemein steht bundesweit die Produktionsmenge von Zwetschgen hinter Äpfeln an zweiter Stelle. Für uns als Vermarkter ist das eine große Herausforderung, da innerhalb kürzester Zeit große Mengen bewegt werden müssen und das mit einer Ware deren Haltbarkeit sehr begrenzt ist. Was hier im Süden sowohl von Einheimischen wie auch nachweislich gern von Touristen geschätzt wird, ist die Verwendung von Zwetschgen im frischen Blechkuchen/Zwetschgendatschi mit Sahne oder fein destilliert im Glas. Bei letzterem ist auch die Haltbarkeit gewährleistet, etwa als Mitbringsel aus Deutschlands südlichster Ferienregion - falls da überhaupt noch was zum Heimtransport übrig bleibt...“.

Rheinland: Gute Ernte trotz erschwerter Rahmenbedingungen
„Im Westen fallen die Ernteerwartungen bei Zwetschgen dieses Jahr aufgrund der Frostschäden Ende April etwas geringer aus als im Vorjahr. Generell rechnen wir im Rheinland trotz dieses schwierigen Starts und der erschwerten Rahmenbedingungen aber ansonsten mit einer guten Zwetschgen-Saison. So ist Katinka als frühe Sorte bereits vollständig vermarktet, Cakaks laufen dann bis Ende Juli, die Sorten Ortenauer, Auerbacher sowie deutsche Hauszwetschge folgen im Anschluss. Wir gehen davon aus, dass die Früchte dann sicherlich bis Ende September im Handel verfügbar sind“, erläutert Arthur Heinze, Vertriebsleiter Obst bei Landgard West.

Quelle: BVEO 


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