Verbrauch von Conference-Birnen in Deutschland hat sich seit 2012/2013 mehr als verdoppelt

Deutschland hat die Conference-Birne entdeckt

„Es lässt sich ein allmähliches Wachstum erkennen, beim Verbraucher wird sie immer beliebter und bekannter,“ sagt Janneke van de Velde, Mitarbeiterin der Geschäftsführung bei der niederländischen Organisation der Obsterzeuger (NFO), über den Conference-Absatz in Deutschland. Sie erklärt sich den Erfolg so: „Für uns ist das ein positiver Markt. Das ist ein großer Markt, kulturell nicht so verschieden und ganz in der Nähe.“

POSITIVE ANTWORT
Mit Unterstützung der Europäischen Union haben sowohl NFO als auch Vlam (Flanderns Agrar-Marketingbüro) seit 2012 gemeinsam daran gearbeitet, dem deutschen Verbraucher die Conference-Birnen näherzubringen. Dazu wurden für die Verbraucher in den Geschäften und für die Einzelhändler auf Messen Probierstände eingerichtet. Solche Verkostungen führen zu einer positiven Resonanz: Etwa 40 Prozent der Verbraucher, die Conference probiert haben, legen die Birnen anschließend in den Einkaufswagen. „Der Markt lässt sich am besten vergrößern, wenn man das Produkt direkt erlebbar macht,“ erklärt Janneke. Obwohl die Deutschen mit der Obstsorte durchaus vertraut sind, orientierten sie sich zuvor eher an Abate Fetel-Birnen aus Italien und an Birnen aus Übersee, etwa der Williams und der Packham. „Innerhalb des Birnensegments war der Anteil der Conference noch nicht groß. Dabei haben wir gemeinsam mit einer engagierten Gruppe von Exporteuren in den vergangenen acht Jahren beachtliche Veränderungen erzielen können.“ Die Promotionskampagnen haben zu einer Verschiebung innerhalb des deutschen Birnensegments geführt. Der Conference-Anteil ist von 12 Prozent in den Jahren 2012/2013 auf gut 27 Prozent in den Jahren 2018/2019 gewachsen. Das Wachstum der Conference ging dabei vor allem zu Lasten des Imports von der Südhalbkugel.

SUBVENTIONEN VERLÄNGERT
Vor kurzem haben NFO und Vlam von der Europäischen Kommission erneut eine Subvention für die Promotion der Conference-Birne erhalten. Es handelt sich um einen Betrag von gut 1,3 Millionen Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren – von 2020 bis einschließlich 2022. Janneke erklärt, dass die neue Kampagne, abgesehen von der EU-Subvention, auf Bemühungen von NFO und Vlam mit privaten Parteien der niederländischen und belgischen Branche zurückgeht. Sie tragen gemeinsam etwa 20 Prozent des Budgets bei, sodass sich der gesamte Verfügungsrahmen der neuen Kampagne auf 1,7 Millionen Euro beläuft. Die NFO hofft, den Absatz der Conference in Deutschland mit der neuen Kampagne verfestigen zu können. “Wir gehen davon aus, dass wir die Position der Conference in unserem Nachbarland in den kommenden drei Jahren konsolidieren können.” Ab 2020 wird die Promotionskampagne auf Österreich erweitert, das ist neu. „So können wir diese Kampagne auf effiziente Weise weiter ausdehnen. Wir werden sehen, wie sich das in Österreich auszahlt.“ Die Entscheidung für Österreich ist vor allem praktischer Natur. Weil alle Materialien für Deutschland entwickelt wurden, können Sie auch im deutschsprachigen Österreich verwendet werden.

MARKTENTWICKLUNG
Bert den Haan, der als stellvertretender Vorsitzender der NFO und Vorsitzender der NFO-Produktgruppe Birne bei diesem Subventionsantrag direkt eingebunden war, und der selber auch Obstanbauer ist, sieht in der Zunahme der Beliebtheit in Deutschland ein Licht am Ende des Tunnels. Er unterstreicht jedoch die Bedeutung einer weiteren Marktentwicklung der Conference-Birnen. „Wir haben ein massives Birnenangebot, das in absehbarer Zeit auch nicht abnehmen wird. Jedes Marktwachstum entlastet die Nachfrageseite, und dabei dürfen wir auch unseren eigenen Markt nicht vergessen.“ In diesem Zusammenhang ist die NFO froh über die zugesprochene Subvention für die Kampagne in Deutschland und Österreich. „Wer die Gelegenheit bekommt, einen Markt in unmittelbarer Nähe mit Subventionen weiter aufzubauen, sollte mit beiden Händen zugreifen.“ Die Entwicklung neuer Märkte ist doch vor allem ein Gruppenprozess. Janneke hält fest, dass es für den Absatz der Conference in Deutschland hilfreich ist, wenn alle am gleichen Strang ziehen. „Dafür braucht es Gewicht von geschäftlicher Seite, die dafür Einsatz zu zeigen bereit ist. Wenn es nur wenige Parteien gibt, hat ein solches Projekt weniger Chance auf Erfolg.“ Das ist einer der Gründe, warum die NFO fürs Erste keine Promotionen für den Absatz von Conference in einem anderen Land plant.

jvdvelde@nfofruit.nl


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