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Spanische Proteste nicht unbedingt der Vorbote für den Rest der Saison

Letztes Jahr Gurken, in diesem Jahr andere spanischen 'Krisengewächse'?

Seit letzter Woche Montag haben die Erzeuger in Almería, Spanien, die Ernte von Auberginen und Paprika eingestellt, bis die Preise wieder mindestens kostendeckend sind. "Die Ernte von Auberginen kostet uns Geld", sagt ein Landwirt, der sah, dass die Auberginenpreise unter 25 Cent fielen. "Wir können es nicht länger mehr ansehen, wie viel Geld über unseren Rücken verdient wird. Wir möchten, dass unsere Bemühungen gewürdigt und belohnt werden."

Der Anblick von Bergen mit Auberginen, die in Spanien mit einem Stapel gelber Paprikaschoten angereichert sind, erinnert uns sofort an dieselben Szenen Anfang dieses Jahres um die Jahreswende. Damals ging es um Überproduktion von Gurken zum falschen Zeitpunkt.

Die Erzeuger verweisen auf die enormen Preisunterschiede: Bis zu 726% gehen auf den Preis von einem Kilo, bevor es im Regal liegt. Und um es alles noch schlimmer zu machen, teilte Hortinfo.es am Mittwoch auch einige Zahlen aus dem Jahr 2018 mit: In diesem Jahr erhielten spanische Erzeuger 50% weniger für ihre Auberginen als niederländische Produzenten.

Extra Anpflanzung und früher auf dem Markt
Niederländische Händler bestätigen, dass der Start der spanischen Saison, sicher bei den Auberginen und Paprika, schwierig war. Der Anbau von Auberginen und Paprika begann etwa zwei Wochen früher als üblich, was zu einer zusätzlichen Überschneidung mit der westeuropäischen Produktion führte.

Einige spanische Erzeuger entschieden sich in diesem Jahr dafür, keine Melonen anzubauen, was es ihnen ermöglichte, früher mit dem Anbau von Paprika zu beginnen. Außerdem wurde ohnehin zusätzlich gepflanzt und das auf Kosten der Tomaten, deren Fläche erneut leicht geschrumpft war.

Noch keine massalen Mengen
Trotzdem bedeutet der schlechte Start laut Importeuren nicht zwangsläufig, dass der Rest der Saison auch für die spanischen Erzeuger schlecht laufen wird. Das Wetter war in letzter Zeit gut, ohne Extreme, aber sobald es etwas kälter wird, geht es dem Markt wieder gut, heißt es.

Darüber hinaus wechselt der Einzelhandel in den nordwesteuropäischen Ländern traditionell definitiv um diese Zeit und die Nachfrage steigt. In Deutschland gibt es bereits vorwiegend spanisches Produkt und in den Niederlanden ist die Produktion auch so gut wie beenden, wobei Paprikas traditionell die am längsten angebaut Sorte ist.

Und dann ist das Angebot im diesem Moment der Saison noch nicht sehr groß, was bedeutet, dass die niedrigen Preise die spanischen Erzeuger nicht sofort stark unter Druck setzen. Die Berge Auberginen und Paprikas müssen dann auch nicht der Vorbote für den Rest der Saison sein. In den Monaten September und Oktober gibt es eine Überschneidung zwischen nordwesteuropäischen Produktionen und dem Süden.

Spanier fordern europäische Vorschriften
Um der derzeit schlechten Marktsituation Einhalt zu gebieten, haben sich die spanischen Gartenbauverbände COAG, Asaja und UPA, der Anbauverband Coexphal und der Handelsverband Ecohal zusammengeschlossen. Am 19. November wird in Almería eine Demonstration stattfinden.

Dann wird die Regierung aufgefordert, strukturelle Maßnahmen zu ergreifen. Die Frage ist, ob sich dies kurzfristig ändern wird. Der gleiche Notruf wurde auch während der 'Gurkenkrise' Ende 2018 / Anfang 2019 getätigt. 

Den Organisationen zufolge muss der unlautere Wettbewerb aus anderen Ländern gestoppt werden und ist ein spezifischer Krisenmanagementfonds für die gesamte Branche nötigt. Darüber hinaus fordern sie dringend europäische Regelungen, die die Macht des Einzelhandels bei der Preisfeststellung brechen sollen.

Quoten überschritten
Andrés Góngora Belmonte von COAG hat rinzwischen auch reagiert. Ihm zufolge gewährleistet die Europäische Union die Ernährungssicherheit, zerlegt aber gleichzeitig ihre produktiven Sektoren durch Vereinbarungen mit dritten Parteien. "Die EU bringt uns in eine schutzlose Position: Die Invasion von Produkten aus Drittländern ist gravierend. Europa ist eine Freihandelszone ohne jegliche Kontrolle. Selbst die getroffenen Vereinbarungen werden nicht eingehalten. So gibt es zum Beispiel den Fall des Abkommens mit Marokko, wobei insbesondere die importierten Tomaten, Zucchini und grünen Bohnen, die Quote übersteigen."

COAG verlangt daher auch Zollgebühren. "Bei einigen Tomaten zum Beispiel darf der Mindesteinfuhrpreis nicht unter 46 Cent liegen, während sie anschließend unter diesem Preis verkauft werden, der sogar noch unter den Produktionskosten liegt", erklärt der COAG-Generalsekretär.

Er gibt auch an, dass es nicht nur für Almería oder Spanien ein Problem ist. "Es sind Vorkehrungen zur Krisenbewältigung erforderlich. Der Obst- und Gemüsesektor lebt vom Markt, ist aber mittlerweile zerbrochen. Dringende Krisenbewältigungsmechanismen sind erforderlich, ob es sich um klimabezogene Fonds oder um ein Aufkaufsystem handelt. Diese Instrumente müssen laut Erlass gesetzlich festgelegt sein."


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