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Polnische Obstbauern läuten die Alarmglocken

Die NFO (Niederländische Organisation für Obstbauern) meldet, dass die Nachrichten aus dem polnischen Obstanbau in den letzen Wochen beherrscht wird von Berichten, über niedrige Preise und der schlechten Situation, in der der Sektor sich befindet. Letzte Woche protestierten Obstbauern bei drei Saftverarbeitungsbetrieben in Lublin, um höhere Preise zu erzwingen. Sie fordern eine Vergütung von mindestens 0,35 Zloty (8 Cent) pro kg Äpfel.

Auch in den sozialen Medien wird der brenzligen Situation der Obstbauern große Aufmerksamkeit geschenkt. Eine Facebook-Nachricht von einem Obstbauern, der sich gezwungen sah, seine Äpfel auf seiner Obstplantage wieder abzukippen, wurde mehr als 2000 Mal geteilt. Er erhielt vom Saftverarbeiter die Mitteilung, dass der Preis weiter nach unten korrigiert worden sei: von nur 4,5 Cent auf weniger als 4 Cent pro Kilogramm. Am selben Tag beschloss er, seine Äpfel nicht zu liefern sonder sie abzukippen. Im August lagen die Preise noch bei 5 Cent pro kg. Das waren 70 Prozent weniger als im August 2017. Auch die Preise für Kirschen, Pflaumen und Birnen für die Verarbeitung waren deutlich niedriger als im letzen Jahr. Der Verband der polnischen Obstbauern ist mit den Herstellern in Gespräch, um höhere Preise zu erreichen. Ein Hindernis bei den Gesprächen ist, dass einige der Fabriken in den chinesischen Investoren gehören. Polnische Geschäftsführer müssen sich zuerst mit dem chinesischen Besitzer beraten, bevor weitere Verhandlungen stattfinden können. Was den polnischen Erzeugern auch hindert, ist der Umstand, dass der Konsum von Äpfeln nicht weltweit zunimmt und dass polnische Erzeuger zunehmend Konkurrenz aus Ländern wie Moldawien und der Ukraine bekommen.

Das Angebot an Industrieäpfeln steigt, während der Absatzmarkt gleich bleibt. Vom polnischen Landwirtschaftsrat der Provinz Swietokrzyska wurde ein Appell an den EU Landwirtschaftskommissar Phil Hogan gerichtet. Die niedrigen Apfelpreise sind nicht nur ungünstig für polnische Erzeuger, sondern auch eine Bedrohung für den EU-Markt. Der Landwirtschaftsrat fordert, dass die EU-Beihilfen im Rahmen des russischen Boykott in Stand gehalten werden. In diesem Jahr sollten, beispielsweise für die Herstellung von Bioethanol, 500.000 Tonnen Äpfel vom dem Markt genommen werden. Die derzeitige Maßnahme, die kostenlose Verteilung, funktioniert nicht.

Außerdem sollten die Subventionen für Neuanpflanzungen zurückgezogen werden und es sollte mehr Unterstützung für den Bau neuer Kühlräume geboten werden. Trotz der vielen Beschwerden über die Malaise in der in der Branche, gibt es auch Züchter, die es wagen, sich an die eigene Nase zu fassen. Auf Portalspozywczy.pl sagt Zbigniew Cholyk, Vorsitzender von LubApple: "Wir haben gelernt, nichtnur 30, sondern 60 bis 80 Tonnen pro Hektar zu produzieren. Wir haben moderne Obstplantagen mit großen Produktionen, aber wir sind noch nicht in der Lage, die Früchte gut zu lagern. Wir haben zu viele Äpfel von schlechter Qualität." Von den 4,5 Millionen Tonnen Äpfeln, die Polen ernten wird, werden nur 1,5 Millionen Tonnen für den Frischmarkt geeignet sein.


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