Die Erdbeerernte im Ortenaukreis nimmt nun sukzessive Fahrt auf. Bereits am 10. April konnten im beheizten Tunnelanbau erste heimische Erdbeeren geerntet werden, knapp eine Woche später gefolgt von Ware aus unbeheizten Tunneln. Spätestens Anfang Mai wird man voraussichtlich auch erste Freilanderdbeeren ausliefern können, erwartet Jörg Huber (unten im Bild), Erdbeererzeuger und Inhaber des gleichnamigen Obsthofs in Achern. Die etwas kälteren Wetterbedingungen der letzten Tage haben das Wachstum der Erdbeeren leicht ausgebremst.
© J. Huber
Jörg Huber im Erdbeertunnel: Ab ab Mitte Mai wird er ebenfalls Himbeeren aus eigenem Anbau (r) offerieren.
Die Nachfrage nach regionalen Erdbeeren bewertet Huber als erfreulich. "Bislang bedienen wir primär Hofläden und Direktvermarkter in der Nachbarschaft, ab KW 18 erfolgen auch erste Lieferungen an den süddeutschen LEH. Wir stellen fest, dass die Qualitäten der Importware aus Italien und Spanien nun wetterbedingt nachlassen und auch Griechenland ist zurzeit weniger vertreten. Wir stehen daher nur im Wettbewerb mit Gewächshausware niederländischen und belgischen Ursprungs. Insofern würde ich die Ausgangslage einheimischer Erdbeeren als positiv einstufen. Mit Blick auf die hohen Kosten, die wir tragen müssen, benötigen wir diese hohe Nachfrage aber auch."
© J. HuberIm geschützten Anbau stehen primär die Sorten Clery (im Bild) sowie Malling Centenary im Vordergrund. Sowohl im Tunnel als auch im Freiland erzeugt Huber ebenfalls ausgewählte Testsorten, u. a. im Auftrag von Fresh Forward.
Absatzimpulse zum Muttertag
Neben Ware aus geschütztem Anbau haben nach Angaben Hubers auch die Freilanderdbeeren weiterhin ihre Daseinsberechtigung. "Speziell im mittleren und späten Bereich sind Freilanderdbeeren weiterhin notwendig, um die Märkte bedarfsgerecht beliefern zu können. Aufgrund der Kaufzurückhaltung, die wir weiterhin spüren, wird der Warenkorb etwas leerer. Hier können wir nur mit preiswerten Früchten gegensteuern. Man darf schließlich nicht vergessen, dass der Freilandanbau nach wie vor die kostengünstigste Anbaumethode ist, wenn wir zumindest von gravierenden Wetterextremen verschont bleiben. Auch bei uns überwiegt nach wie vor der Freilandanbau, obwohl wir unsere Tunnelanlagen künftig peu à peu ausbauen wollen."
Die Preise liegen zum Saisonauftakt annähernd auf dem Niveau des Vorjahres und sind aus Sicht des Erzeugers auskömmlich. "Wir starten zuversichtlich in die neue Vermarktungssaison und erwarten speziell in Richtung Muttertag gewisse Absatzimpulse, die wiederum mittels Werbeaktionen vonseiten des LEH weiter forciert werden. Was uns zudem in die Karten spielt, ist der zunehmende Heimattourismus in unserer Region, von dem wir auch entsprechend profitieren", schildert Huber.
© J. Huber
Malling Centenary
Saisonkräfte und Verpackungen
Einen weiteren Faktor bilden die Saisonkräfte, ohne die das Beerenobst gar nicht geerntet werden könnte. "Unsere Erntehelfer stammen vorwiegend aus Rumänien. Hier sehen wir dieses Jahr weniger Probleme, da die Lebenskosten auch im osteuropäischen Raum stark gestiegen sind, was wieder Anreize schafft, im Ausland zu arbeiten." Schwieriger hingegen sei das Thema Verpackungen: "Uns sind im vergangenen Jahr zwei große Kistenhersteller weggefallen, die ihren Betrieb altersbedingt aufgegeben haben, und es ist leider schwierig, Ersatz zu finden, da die meisten bereits voll ausgelastet sind. Unsere Ware in Kunststoff- oder Kartonsteigen zu verpacken, wäre für uns leider keine Option, da speziell die Großmärkte bereits seit Jahren stark nach Holz fragen", heißt es abschließend.
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Einblick in den Himbeeranbau
Weitere Informationen:
Jörg Huber
Huberhof – Önsbach
Gewerbestrasse 45
77855 Achern
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Tel: 07841 60 15 707
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