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Gastrozulieferer in Zeiten von Corona

"Mini-Elstar und -Clementinen schießen teilweise durch die Decke"

Freshcut, Schul- und Büroobst gehörten zu Vor-Corona-Zeiten zu den schnellst wachsenden Segmenten der Obst- und Gemüsebranche. Seit März hat jedoch auch diese Absatzsparte mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. "Wir waren sozusagen mit 200 km/h auf der Überholspur, wurden aber plötzlich ausgebremst", fasst ein Gladbacher Zulieferer die Lage zusammen. 

Verändertes Schulobstprogramm
Bislang sei man mit einem blauen Auge davon gekommen. "Während der ersten Viruswelle hatten wir im Bereich Schulobst mit einem rückläufigen Absatz zu rechnen, weil viele Schulen Schwierigkeiten hatten die Hygieneauflagen und Regeln in die Tat umzusetzen. Nach den Sommerferien hat sich diese Absatzsparte dennoch wieder erholt", erläutert man. Inwiefern der heutige, zweite Lockdown mit Umsatzverlusten einher geht, lässt sich derzeit schwierig abschätzen.

Nachfragetechnisch seien die Auswirkungen der Krise eindeutig zu bemerken. "Normalerweise enthält unser Schulobstprogramm etwa neun Sorten, aktuell haben wir es auf drei beschränkt. Dies weil viele Schulen nicht in der Lage sind das Obst vor Ort zuzubereiten und portionieren und gleichzeitig die Hygieneauflagen einzuhalten." Aufgrund dessen setzt man nun verstärkt auf kleinkalibrige Früchte, so der Frischelieferant. "Vor der Krise hätte ich Elstar 55+ oder Babyclementinen als Müll bezeichnet, momentan schießt der Absatz aber teilweise durch die Decke."

Beerenfrüchte auf Vorbestellung
Ein völlig anderes Bild zeigt sich in der regionalen Gastronomie. Diese Sparte wurde im Zuge der erneuten Gastro-Schließung besonders hart getroffen, heißt es. "Die gehobenen Küchen nehmen kaum noch Ware ab. Mexikanische Gastronomen sind hingegen erfolgreich andere Wege gegangen. Gewisse Artikel - etwa Limetten, Zitronen und Avocados - werden somit zum Teil palettenweise verkauft."

Auf Produktebene lässt sich die heutige Pandemie ebenfalls spüren. "Der Absatz sämtlicher Beerenfrüchte tendiert gegen Null, weil nur wenige Kunden beim Lieferdienst oder Take Away einen Nachtisch bestellen. Diese Produkte sind bei uns jetzt auch nur auf Vorbestellung zu haben. Eine ähnliche Marktsituation sehen wir bei Kräutern. Bei bunten und Kopfsalaten sehen wir hingegen ein Absatzplus."

Beschäftigungsgarantie und nahe Zukunft
Auch in der Freshcut-Produktion geht der Pandemie mit großen Herausforderungen einher, bestätigt der Frischehändler. "Wir haben die Hygieneauflagen und Abstandsregeln frühzeitig und problemlos umsetzen können. Bereits vor der tatsächlichen Maskenpflicht am Arbeitsplatz war bei uns Mundschutz angesagt. Auch haben wir in jedem Eingangsbereich Desinfektionsmittel, damit auch LKW-Fahrer sich entsprechend desinfizieren können."

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnte auch das Stammpersonal des Gladbacher Unternehmens erhalten bleiben. "Wir haben bereits im März jedem einzelnen Mitarbeiter eine Beschäftigungsgarantie gegeben. Uns war besonders wichtig dass man keine Zukunftsängste hatte. Auch haben wir die Arbeitsstunden nicht groß abbauen müssen." Das Schlimmste scheint laut Unternehmensmanagement nun überwunden zu sein: "Bis Monatsende wird sich die Lage aus unserer Sicht langsam aber sicher erholen."


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