Übersicht Weltmarkt Zitronen

Es ist momentan still auf dem Zitronenmarkt. Die südafrikanische Saison ist bereits zu Ende gegangen und die Menschen blicken auf Rekordexportzahlen dieses Jahr zurück. Die spanische Saison hat gerade mit den Primafiori-Zitronen begonnen, obwohl das Produktionsvolumen 20% kleiner als letztes Jahr sein soll. Die Marktpreise scheinen überall unter Druck zu stehen. In den USA werden höhere Preise in den kommenden Monaten erwartet aufgrund einer Reduktion der Exporte aus Spanien und der Türkei. Währenddessen versuchen Händler auf dem europäischen Markt die Zitronenpreise zu drücken.

Niederlande: Angebot wird jetzt aus Spanien dominiert
"Das Zitronenangebot in den Niederlanden wird momentan von den spanischen Primafiori-Zitronen dominiert. Es gibt viele, obwohl die großen Kaliber noch nicht verfügbar sind. Die Preise schwanken zwischen 13-13,50 Euro, wobei die Extra-Qualität bis zu 15-16 Euro erreicht", sagt ein Importeur.

Deutschland: Türkei dominiert stabilen Zitronenmarkt
Das Angebot aus der Türkei dominiert den deutschen Großhandelsmarkt. Es gibt auch kleinere Volumina aus Spanien, Südafrika, Zypern und Italien. Das Angebot ist ausreichend, um die momentane Nachfrage zu beantworten, berichten Händler. Die Preise sind im Allgemeinen stabil geblieben, obwohl sie in manchen Großhandelsmärkten reduziert wurden, um die Verkäufe zu promoten.

Es gibt ein paar Preisunterschiede zwischen den diversen Herkunftsorten. Spanien, Türkei und Südafrika sind fast gleichauf, während Italien allgemein teurere Premiumgüter anbietet. Zypern andererseits ist am Boden des Preissegments.

Frankreich: 15% weniger Angebot verglichen mit letztem Jahr
Ein Großteil der Zitronen, die in Frankreich gehandelt werden, stammen aus Spanien. Es ist ein niedrigeres Angebot verfügbar im Vergleich mit den vorherigen Saisons. Ein Händler sagt, dass das Volumen um 15% verglichen mit dem Vorjahr gefallen ist, obwohl er auch sagt, dass das nicht allzu viele Probleme auslösen sollte. Die Situation auf dem Zitronenmarkt ist stabil. Die Frucht, die momentan gehandelt wird, hat eine gute Qualität. Der Preis für spanische Zitronen in Rungis schwankt zwischen 1,50-1,60 Euro pro Kilo.

Spanien: Preisdruck auf dem Markt spiegelt nicht die Realität auf dem Feld wider
Die Primafiori-Zitronensaison läuft momentan in Spanien und die Ernte und der Export steigen gerade in Übereinstimmung mit letztem Jahr. Das liegt hauptsächlich an den vorteilhaften Marktbedingungen für zweitklassige Früchte. Spanien ist der wichtigste Produzent für Zitronen auf dem europäischen Markt. Dieses Jahr soll sich die Produktion der Frucht auf 1.110.000 Tonnen belaufen, was circa 20% weniger als 2018 sind.

Der Zitronenkauf am Ursprungsort steigt momentan, weil die Produktion ab Februar 2020 zurückgehen soll. Die Preise werden dann deshalb von 0,38 auf 0,45 Euro/kg steigen. Aber der europäische Markt drückt die Zitronenpreise. Der Preis am Ursprungsort ist nicht das, was Händler bereit sind, für das Produkt zu bezahlen. Trotz dieses Preisdrucks passt die verarbeitende Industrie ihre Preise an die Realität auf dem Feld an.

Italien: Große Knappheit auf dem Markt
Dieses Jahr ist ein ziemlich ungewöhnliches für Zitronenerzeuger in Italien. Hohe Produktionspreise sind das Ergebnis der verfügbaren kleinen Volumina, was an den Wetterbedingungen im Februar und im Frühling liegt. Diese Umstände haben nicht zu einem Mangel an Sommerprodukten geführt, aber zu einer Knappheit an italienischen Zitronen. Die Preise der sizilianischen Zitronen haben ein schwindelerregendes Niveau erreicht mit bis zu 1,40 Euro/kg für Bio-Zitronen und 1,30 Euro/kg für die konventionellen. Die Knappheit könnte dazu führen, dass diese Saison in Italien sehr kurz ist. Neben den Wetterbedingungen kämpfen die Erzeuger in Sizilien und dem Rest des Mittelmeerraums auch mit 'Mal Secco', einer Pilzkrankheit.

Ein Händler aus Kampanien berichtet, dass Angebot und Nachfrage nicht ausbalanciert sind. "Es gab eine 50%ige Reduktion aufgrund des Frühlingswetters in diesem Jahr. Die momentanen Preise, abhängig vom Format, rangieren zwischen 2-2.50 Euro/kg. Sie werden vermutlich bald abfallen, wenn die Temperatur in allen Regionen sinkt."

Türkei: Hohe Temperaturen reduzieren Zitronenernte
Aufgrund der hohen Temperaturen im Land während der Blüteperiode ist mindestens die Hälfte der türkischen Zitronenernte verloren gegangen. Laut einem Händler aus den USA kommen an manchen Orten die Verluste auf 60-70% der Gesamterträge.

Südafrika: Rückblick auf Rekordexporte
Die südafrikanische Zitronensaison ist vorbei. Die allerletzten Zitronen wurden verschifft. 331.500 Tonnen Zitronen wurden diese Saison exportiert, was ein neuer Rekord ist. Es ist der Gegenwert von 22,1 Millionen Pappkartons (15kg jeweils), verglichen mit circa 19,9 Millionen Boxen in der letzten Saison. Die wichtigsten Exportmärkte waren diese Saison die Niederlande (41.000 Tonnen), die VAE (38.000), Saudi-Arabien (30.000), Russland (27.000) und Großbritannien (21.000). Dieses Jahr gab es eine Überlappung mit Spanien. Die Saison dauerte länger als erwartet und die Verna-Produktion war auch größer als geplant. Das reduzierte die Möglichkeit von südafrikanischen Exporten nach Europa, aber die Reduktion der Zitronenernte in Argentinien bot auf dem Markt Chancen.

Laut vielen Händlern waren die Verkäufe dieses Jahr nicht schlecht, aber die Haltbarkeit war kürzer als normalerweise aufgrund mehrerer Faktoren wie Wetter, Nachernte-Behandlungen und manche logistischen Gründe. Die Preise für hochqualitative Zitronen trafen die vorherigen Erwartungen. Es gab aber Qualitätsprobleme in diversen Regionen wie dem Ostkap.

China: Ein großes Angebot sorgt für niedrige Preise
Die neue Zitronensaison startete in China im September. In Sichuan, der größten Produktionsgegend begann sie Anfang Oktober. Die Ernte war in diesem Jahr heftigen Regenfällen ausgesetzt. Dementsprechend ist die Qualität dieses Jahr etwas niedriger mit besonderen Auswirkungen auf die Farbe der Zitronen aufgrund der Reifeprobleme wegen des Regens. Der Preis ist momentan auch niedrig, weil innerhalb einer kurzen Zeitspanne ein großes Angebot auf den Markt gekommen ist. Neben dem Verkauf auf dem lokalen Markt wird viel an südostasiatische Länder exportiert.

Vereinigte Staaten: Lagerbestände sind gut, aber Importe sind mit Herausforderungen konfrontiert
Die Saison beginnt gerade erst im hohen Norden Kaliforniens. Dementsprechend sind die Lagerbestände auf dem Markt noch klein. Das Angebot der größeren Kaliber (75, 95 und 115) ist noch sehr knapp. Die Marktbedingungen waren letztes Jahr besser, sagen manche Händler. Zum jetzigen Zeitpunkt beendet Mexiko normalerweise seine Exportsaison, aber momentan liefert das Land weiterhin Zitronen an die USA.

Die Importe aus Europa werden höchstwahrscheinlich sinken aufgrund von Einfuhrzöllen von 25% auf europäische Produkte. Mandarinen aus Spanien werden nicht länger auf dem US-Markt verfügbar sein, aber Zitronen werden weiterhin ankommen. Dennoch werden vergleichsweise weniger spanische Zitronen wegen dieser Maßnahmen den Markt betreten. Die spanischen Zitronen werden nächste Woche für die Lieferungen geladen. Die Reduktion der Ernte in der Türkei spielt auch eine Rolle. Trotzdem wurden die Produkte, die an den US-Markt exportiert werden könnten, schon geladen.

Importe werden an der Ostküste immer attraktiver. Der Transport über den Ozean ist günstiger als LKWs aus Kalifornien. Darum sind Kunden an importierten Zitronen interessiert. Alle Faktoren zusammen führen vermutlich zu höheren Preisen in den kommenden Monaten, hauptsächlich weil die Nachfrage nach Zitronen häufig unflexibel ist und die Kunden sie trotzdem kaufen.

Mexiko: Exporte gehen hauptsächlich an die USA
Dieses Jahr begann die Saison im April und wird bis Ende Dezember weiterlaufen, vielleicht sogar bis Mitte Januar. Der Start der Saison war etwas schwierig für Mexiko wegen eines Überangebots von chilenischen Zitronen auf dem US-Markt. Nordamerika ist der wichtigste Exportmarkt für mexikanische Erzeuger. Es gibt auch Nachfrage in Europa, aber durch die längeren Transitzeiten bevorzugen die Exporteure den nördlichen Nachbarn. Die Nachfrage ist auch hoch genug, um die meisten Zitronen abzuverkaufen.

Argentinien: Schritt für Schritt zurück in den US-Markt
Die Zitronenvolumina steigen in Argentinien jedes Jahr an, obwohl es dieses Jahr ein paar Qualitätsprobleme aufgrund der exzessiven Regenfälle in den Produktionsgegenden gab. Der Seetransport ist manchmal von Argentinien zur Ostküste günstiger als auf der Straße aus Mexiko. Nach 17 Jahren der Abwesenheit versucht Argentinien wieder eine Position auf dem US-Markt zu erobern, wo sie viele Protokolle berücksichtigen müssen. Die Menschen sind vorsichtig optimistisch bezüglich der Volumina, die sie jetzt an die USA liefern mit einem Fokus vor allem auf Qualität über Quantität. Die wichtigsten Märkte für Argentinien sind die USA, Europa und auch Mexiko.

Australien: Exporte steigen
November und Dezember sind traditionell die ruhigen Monate für australische Zitronen. Die größten Lagerbestände werden zu dieser Zeit importiert. In der gesamten Saison 2018 wuchsen die Exporte (inklusive Limetten) um 67%, während der Wert dieser Exporte um 26% anstieg. Das wichtigste Exportziel für australische Zitronen ist Indonesien (68%). Die meisten Importe stammen aus der USA. Die australische Produktion stieg auch um 16%, aber der Wert fiel um 3%.

Nächste Woche: Tomaten


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