Übersicht Weltmarkt Avocados

Der europäische Avocado-Markt befindet sich in einer Übergangsphase. Die letzten Mengen chilenischer, spanischer, israelischer und mexikanischer Produkte sind noch auf dem Markt, während Peru, Kenia, Brasilien und Südafrika langsam auf den Markt kommen. Die Avocado ist immer noch unglaublich beliebt. Weltweit wird viel in die Branche investiert: sowohl in die Werbung als auch in Neuanpflanzung. Immer mehr Länder exportieren nach China.

Südafrika: 30 bis 40 Prozent weniger als im letzten Jahr
Die südafrikanische Exportsaison hat vor Kurzem begonnen. Nach dem Rekordumsatz des Vorjahres wird der Ertrag in diesem Jahr um 30 bis 40% niedriger sein. Die Sorte Hass wird derzeit geerntet. Aufgrund der Hitzewelle im Oktober 2018 fiel ein großer Teil der Ernte früh von den Bäumen.

Händlern zufolge sind die Preise viel besser als im Vorjahr. "Wir hätten höhere Mengen einsetzen können, zumal auch andere Länder mit einer niedrigeren Produktion zu kämpfen haben." Es wird erwartet, dass die Preise bis Ende Mai weiter steigen werden. Südafrikanische Exporteure haben etwa einen Monat Zeit, um den europäischen Markt zu beeinflussen. Danach dürften sich die Preise stabilisieren auf bessere Niveaus als im Vorjahr. Der Leiter eines Packhauses sagt, dass die Avocados schön und sauber sind. "Alles in allem sehen sie viel besser aus als im letzten Jahr."

Kenia: Hohe Nachfrage sorgt für gute Marktsituation
Die Avocado-Saison begann Anfang dieses Monats. Die Nachfrage ist hoch. "Das ist eine gute Nachricht für kleine und mittelgroße Unternehmen, denn es gibt jetzt für uns auch einen Platz auf dem Weltmarkt. Zuvor wurde dieser von einigen großen Unternehmen dominiert", sagt ein Exporteur. "Peru ist international der größte Konkurrent. Wenn deren große Mengen im Mai auf den Markt kommen, wird die Nachfrage nach unseren Avocados sinken und wir werden vor Ort mit einem Überangebot zu tun bekommen."

Kenia steht in den Startlöchern, um mit dem Export nach China zu beginnen, muss jedoch noch eine Weile warten, bis alles administrativ abgeschlossen ist. "Hoffentlich wird dies vor dem Ende unserer Saison im August passieren."

Italien: Export nach China kommt in Gang
Die Mengen aus Sizilien waren und sind immer noch hoch. Die Wetterbedingungen waren in dieser Saison recht wechselhaft. Ab August 2018 war es oft kalt, so dass die Avocados nicht vorzeitig von den Bäumen fielen. Zur gleichen Zeit gab es viel Regen und Wind und die Bäume waren großen Temperaturunterschieden ausgesetzt. Die meisten Avocados haben eine durchschnittliche Größe (26-24-33-20). Ein kleiner Teil hat die Größe 16-18 (der Ertrag neuer Bäume).

Alles in allem war es ein besonderes Jahr auf dem Avocado-Markt. Es gab viel Produkt, insbesondere von der Sorte Hass. Im Oktober war ein starker Preisrückgang zu verzeichnen, da es viel Importprodukt gab, vor allem aus Peru und Afrika. Trotzdem blieb die Nachfrage höher als das Angebot.

Im Oktober 2018 begann ein sizilianischer Konzern mit dem Export von Avocados nach China, bestimmt für die Gastronomie. Die Avocados werden mit dem Flugzeug transportiert. Sie verlassen Segrate-Mailand und kommen in Hongkong an. Das Feedback ist positiv und die Bestellungen haben sich bereits vervierfacht. Das wachsende Unternehmen baut bereits auf einer Fläche von 110 Hektar an und wird diese um weitere 30 Hektar erweitern. In zwei Jahren wird die sizilianische Avocado-Saison durch Neuanpflanzungen von Oktober bis Juni verlängert werden.

Ein Unternehmen aus Apulien wird im April 40 Hektar anpflanzen. "Wir werden voraussichtlich rund 32.000 Bäume pflanzen (800 pro Hektar). Diese sind hauptsächlich von der Sorte Hass, aber wir pflanzen auch Ettinger, Pinkerton, B.L. und Reedsorten. Dadurch wird eine Verfügbarkeit von November bis Mai gewährleistet. "Ein Frostschutzsystem wird die Bäume vor der Winterkälte schützen.

Spanien: März ist ein guter Monat für Exporteure
Die spanische Avocado-Saison endet in etwa eineinhalb Monaten. Im Januar und Februar war der Markt träge aufgrund des reichen Angebots aus anderen Ländern. Dies führte zu einer Verzögerung von bis zu zwanzig Tagen bei der Ernte und dem Verkauf. Der Verkauf läuft seit März gut.

"Das Angebot aus Chile, Mexiko und Kolumbien nimmt in Europa langsam ab und die Nachfrage bleibt hoch. Spanien profitiert davon. Wir vermarkten jetzt alles, was wir im Januar und Februar nicht verkaufen konnten. Der März ist unser Avocado-Monat", erklärt ein Exporteur. Ihm zufolge liegen die Preise derzeit in Balance mit den verfügbaren Mengen. "Die Erzeugerpreise liegen je nach Größe zwischen 2,50 und 3,00 € pro Kilo. Der Preis für eine Kiste mit vier Kilo schwankt zwischen 12,00 und 14,50 €. Vor ein paar Wochen waren viele Erzeuger nicht zufrieden mit den Preisen. Diejenigen, die gewartet und später mit der Ernte begonnen haben, sehen jetzt gute Ergebnisse", sagt er.

In der ersten Aprilwoche wird der Importeur / Exporteur Avocados aus Peru, Kenia und Südafrika importieren. Letztes Jahr gab es in der Zeit zwischen Frühling und Sommer einige schwierige Momente aufgrund der großen peruanischen Ernte, die dafür sorgte, dass der Avocado-Angebot beinahe doppelt so hoch war, als das der Markt konsumieren konnte. "Peruanische Exporteure kündigen immer eine kleinere Ernte an, als sie tatsächlich haben, um die Preise hoch zu halten. In diesem Jahr beginnt die peruanische Ernte später, und mit der Ernte neuer Plantagen kann es mehr Produkte geben als im letzten Jahr", sagt der Exporteur. 

Obwohl das Avocado-Angebot weltweit weiter wächst, sorgen die hohe Nachfrage und die Tatsache, dass die Avocado zu einem Basisprodukt wird, dafür, dass die Preise rentabel bleiben. "In den letzten Jahren hat die Avocado-Industrie einen Boom erlebt. Die Preise pro Kiste stiegen auf bis zu 18 Euro, da aufgrund der großen Nachfrage immer ein Mangel an Produkten bestand. Preise von 11 bis 12 Euro pro Kiste sind für alle Beteiligten in der Kette immer noch profitabel."

"Nach einigen Jahren mit derart hohen Preisen hat der Avocado-Sektor viele Unternehmer angezogen, die wenig über das Produkt wissen", warnt der Exporteur. "Man sieht, dass die Fläche in spanischen Gegenden wie Valencia, Huelva und Cádiz, wo traditionell Zitrusfrüchte angebaut wurden, wächst."

Niederlande: Südafrikanische Avocadosaison beginnt früher
Die niederländischen Importeure geben an, dass der Verkauf von Greenskins und Hass Avocados derzeit gut läuft. Die Mengen aus Israel sind aufgrund des Saisonendes rückläufig. Der Verkauf von Fuerte aus Peru und Südafrika läuft jedoch mit hohen Preisen von 9 bis 9,50 Euro sehr gut. Die ersten Hass-Avocados aus Peru und Südafrika werden in der ersten Aprilwoche erwartet. Südafrika hat dieses Jahr früher als sonst angefangen. Nach den riesigen Mengen an Hass-Avocados aus Peru und Südafrika im vergangenen Jahr wird erwartet, dass 30% weniger Hass-Avocados aus Südafrika kommen werden. Peru erwartet, die üblichen Mengen zu senden.

Deutschland: Stabiler Markt, Bio wächst
Der deutsche Avocado-Markt ist derzeit sehr stabil mit kontinuierlicher Verfügbarkeit, relativ guten Preisen und ebenso guter Produktqualität. Die Mehrheit der Hass Avocados stammt aus Peru und Chile und wird in Ready-2-eat-Qualität geliefert. Im deutschen Großhandel schwanken die Preise pro Kiste (16 Stück) um 13 Euro. Importeure und Großhändler bestätigen, dass der Verbrauch von Exoten, einschließlich Avocados, immer noch ansteigt.

Obwohl Hass Avocados immer noch die Hauptsorte sind, gewinnen andere Sorten nach und nach an Bedeutung. Unter anderem werden Greenskin Avocados und die kanarischen Sorten (unter dem Markennamen Sigfrido) in relativ geringem Umfang importiert. Äthiopische Bio-Avocados wurden kürzlich auch im Premiumsegment gefunden, darunter die Sorten Fuerte, Ettinger, Pinkerton und Nabal.

Belgien: Preise sind hoch
Der Avocado-Markt befindet sich derzeit in einer Übergangsphase. Die chilenische Saison ist vorbei und die peruanische Saison beginnt langsam. Die Preise sind hoch, aber nicht so hoch wie im letzten Jahr zu dieser Zeit. Die aus Peru stammenden Mengen sind noch etwas unsicher. Es gibt unterschiedliche Berichte, aber es wird gesagt, dass 10 bis 15 Prozent weniger Volumen als im Vorjahr nach Belgien kommen wird. 

Frankreich: Sorgen um Vorräte zu Ostern
Da sich der Avocado-Markt in der Übergangsphase befindet, sind derzeit nahezu alle Ursprünge auf dem französischen Markt verfügbar. "Spanien, Israel, Chile, Mexiko, Kenia, Peru, Südafrika und Brasilien sind auf dem Markt vertreten, jedoch mit geringen Mengen. Sie stehen alle am Anfang oder am Ende der Saison", sagt ein Großhändler. "Zu Ostern kann dies zu einer Verknappung des Marktes führen. Die Nachfrage ist dann hoch, unter anderem weil Supermärkte Werbekampagnen durchführen wollen. Was die Situation noch komplizierter machen kann, ist, dass in vielen spanischsprachigen Ländern während der Osterwoche kaum gearbeitet wird. Dies könnte zu einer temporären Importpause und zu hohen Preisen führen."

China: Importvolumen nimmt jährlich zu
Der Avocadomarkt ist ein sich entwickelnder Markt in China. Das Importvolumen nimmt jedes Jahr weiter zu, und die wichtigsten Importländer sind Mexiko, Chile und Peru. Bald kann dieser Liste ein viertes Land hinzugefügt werden: Kenia. Im vergangenen Jahr haben die kenianische und die chinesische Regierung eine Vereinbarung für den Export kenianischer Avocados nach China getroffen. Jedoch wurde noch nicht die gesamte Exportprozedur festgelegt, sodass noch nichts importiert werden kann. Diese Woche wird eine chinesische Delegation nach Kenia fliegen, um Inspektionen auf den Avocadofeldern durchzuführen und zu sehen, wie die Obst- und Gemüsekontrolle am Flughafen abläuft. Es wird erwartet, dass der Export nach dieser Inspektion schnell beginnen kann, aber das kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, da solche Verfahren immer Zeit erfordern. Es gibt eine große Nachfrage von chinesischen Importeuren nach kenianischen Avocados.

In China wird auch intensiv an der eigenen Avocado-Produktion gearbeitet. Yunnan und Hainan sind zwei wichtige Orte dafür. Es befindet sich noch in der Anfangsphase. Es wird derzeit noch viel geforscht, welche Sorten sich auf chinesischem Boden gut machen.

Australien: Produktion wächst jährlich mit 7 Prozent
In den letzten zehn Jahren ist die australische Avocado-Produktion jährlich um rund 7% gestiegen. Es gibt immer noch relativ wenige Avocados für den Export. Dies wird sich jedoch ändern, wenn der Sektor bis 2025 eine Produktion von rund 115.000 Tonnen pro Jahr erzielt. In der bis Juni 2018 laufenden Saison wurden 77.032 Tonnen produziert. Dies war ein Anstieg von 17%. Der Gesamtwert stieg um 45% auf 543 Millionen US-Dollar. Dagegen sanken die Exporte um 23% auf 1.786 Tonnen. Infolgedessen sank der Wert um 11,6%.

Je nach Sorte kann in Australien zwischen zwei Avocado-Saisons unterschieden werden. Hass wird bei weitem am meisten angebaut. Diese macht 78% der Gesamtproduktion aus und ist fast das ganze Jahr über verfügbar. Die Saison erreicht im März ihren Höhepunkt. 20% der australischen Avocadomengen sind von der Shepard-Sorte. Diese hat eine relativ kurze Saison, die vom Spätsommer bis Herbst dauert.

Neuseeland: Viel Investitionen in die Branche
Immobilienmakler in Neuseeland sagen, dass die internationale Beliebtheit der Avocado zu mehr Investitionen in der Branche führt. Immer mehr Produzenten kaufen Avocado-Obstplantagen oder erweitern bestehende Obstplantagen. Die Erträge haben sich in den letzten Jahren verbessert und die Aussichten für die nächsten Jahre sind gut.

USA: Guter Markt für Greenskins in Florida
An der Südostküste in den USA gibt es eine gute Auswahl an Greenskins. "Der Markt in Florida für die Greenskins ist gut. Wir haben eine späte Sorte, Buck, die länger an den Bäumen hängt als die meisten anderen Sorten. Infolgedessen hat diese einen höheren Ölanteil", sagt ein Händler. "Momentan werden die Bucks geerntet. Es ist eine köstliche Avocado, und in Südflorida gibt es eine große Nachfrage." Der Markt für Greenskins ist der Beste in Florida.

Es werden viele Avocados aus der Dominikanischen Republik im ganzen Land gehandelt. Dies betrifft hauptsächlich die Sorten Carla und Beneke. Die Carla unterscheidet sich in ihren Eigenschaften kaum von der Buck, während die Beneke eher eine typische Greenskins ist. Sie hat eine glattere Textur, einen niedrigeren Ölanteil und wird während der Reifung rot-schwarz.

Das Angebot an Carla und Beneke ist immer noch gut, aber bis zum Beginn der Florida-Saison am 15. Mai wird ein Rückgang erwartet. "Die dominikanischen Volumina nehmen zu dieser Jahreszeit immer ab. In diesem Jahr waren die Mengen auf jeden Fall niedriger als im Vorjahr. In Florida wird der Ertrag der Carla in einigen Anbaugebieten geringer sein als in anderen Jahren. Die Beneke-Ernte wird als durchschnittlich eingeschätzt."

Der Händler erwartet, dass die Ernte in Florida in der Saison 2019 - 2020 gleich der wie Anfang 2017, bevor der Hurrikan im September 2017 das Gebiet traf, sein wird. "2018 erholten sich die Bäume in Florida wieder. Das vegetative Wachstum war besonders wichtig, und vor allem die frühen Sorten hatten einen niedrigen Ertrag. "Die Preise für die Greenskins lagen in der letzten Saison um 15% niedriger als in dem Jahr davor, hauptsächlich dank der großen Importmengen von Hass-Avocados.


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