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Branchenbericht Rabobank:

Obst seltener auf wachsendem Weltmarkt

Was die Ausfuhr von frischem Obst betrifft, spielen die Niederlande weltweit nur eine beschränkte Rolle. Die Niederlande sind weltweit der viertgrößte Exporteur von frischem Obst, sie sind namentlich ein Distributionsland. Die Einfuhr von frischem Obst und Nüssen ist größer als die Ausfuhr und von dem Export bleibt der größte Teil in der EU, über 92 Prozent. Der Export in die Länder außerhalb der EU beschränkt sich auf einige Produkte, die sich unterscheiden wie die Conference Birne. Viele beliebte Importprodukte wie Banane, Zitrus, Weichobst, Steinobst, Weintrauben, Melonen, Mangos und Avocados kann man in den Niederlanden nicht (konkurrierend) oder in der richtigen Saison anbauen. Wenn man die Distributionsfunktion des europäischen Marktes weiterhin erfüllen will, sollten die niederländischen Importeure nachdenken über das Beziehen von qualitativ gutem und verantwortungsbewusst angebautem Obst, meldet die Rabobank.

Die Verfügbarkeit von Importobst für die EU sicherstellen
Die zunehmende weltweite Nachfrage setzt die Verfügbarkeit des Importobstes für den EU-Markt immer mehr unter Druck. In den kommenden fünf Jahren erwartet man weltweit jährlich ein Konsumwachstum von frischem Obst von durchschnittlich vier Prozent. Zu gleicher Zeit wählen die Überseelieferanten öfters den Absatz an die schnellwachsenden Märkte außerhalb der EU. Gründe sind die höheren Erträge, weniger strenge Produktionsanforderungen oder die Risikoverteilung.

Niederländische Importeure bemühen sich im allgemeinen um gute Beziehungen mit den Lieferanten. Auch verleihen sie regelmäßig Lieferantenkredite und kaufen sie Produkte ein, für die man schwierig einen Markt findet. Wenn sie auch in Zukunft langfristige Beziehungen mit den Obstlieferanten aus Übersee haben wollen, ist mehr gefragt. Denken Sie dabei an:
  • zusammen mit den Lieferanten neue Konzepte (mit einem verlockenden Mehrpreis) auf den Markt bringen, zum Beispiel mit einer Mindestpreisgarantie für den Erzeuger.
  • (Co-)Investitionen in Übersee-Obstanbau, Verpackungsfazilitäten oder Exportbetriebe.
  • Investitionen in neue Herkunftsgebiete von Obst (z.B. in Afrika).
Neben Erfolgsfaktoren wie Zuverlässigkeit, Netzwerk und Produkt- und Marktkenntnisse ist die Finanzkraft ein wichtiger Erfolgsfaktor für Importeure. Für finanziell starke Firmen ist es einfacher die obenerwähnten Strategien anzuwenden als für die finanziell schwächeren Konkurrenten.

Der weltweite Markt für frisches Obst kennt drei großen Wachstumsmotoren
Der weltweite Handel in Frischobst ist seit 2010 jährlich um sechs Prozent gewachsen. Dieses Wachstum wird einerseits von den aufkommenden Märkten wie Vietnam, Thailand, Süd-Korea, Indien und die Vereinigte Arabische Emiraten angetrieben. Auch die traditionell großen Märkte wie die VS, die EU und natürlich China leisten einen großen Beitrag (Schema 1). Auffällig ist, dass nicht nur mehr Obst gefragt wird, sondern auch anderes Obst: geschmackvolleres Obst, exotisches Obst und Obst das als Imbiss geeignet ist.


Schema 1: Die Einfuhr von frischem Obst und Nüsse wächst weltweit. Quelle: Rabobank auf der Basis von UN-Comtrade, 2017).

Wachstumsgigant China
Der auffälligste aller Wachstumsmärkte was das frische Obst betrifft ist China. Er kombiniert ein großes Wachstum an Einfuhrwert mit einem hohen prozentuellen Wachstum. Die Einfuhr von frischem Obst und Nüsse hat seit 2010 durchschnittlich um mehr als 18 Prozent jährlich zugenommen: von USD 2,1 Milliarden bis 5,9 Milliarden. Der chinesische Markt wächst weiter und die Nachfrage nach hochwertigen Produkten wird zunehmen. Denken Sie an Kirschen, Weichobst, Kiwis, Avocado und Bio-Obst. Die größere Nachfrage und Verfügbarkeit in China hat unter anderen mit dem Einkommenswachstum, den Verbesserungen der Logistik und dem Marktzugang für ausländische Produkte zu tun.

In einem Wachstumsmarkt wie China sehen viele Konsumententrends aus wie die der erwachsenen Märkte wie Europa und die VS. In manchen Bereichen wie E-Commerce ist in China vorne im Vergleich zu den Märkten im Westen. Laut des Einzelhandelsforschungsbüros IGD wächst der online Markt für die täglichen (Supermarkt)Einkäufe in China von USD 7 Milliarden 2015 bis USD 178 Milliarden 2020. In Deutschland wächst dieser Markt in der gleichen Periode von USD 3 bis 6 Milliarden. Ein anderer Unterschied zu dem europäischen Markt ist die Bedeutung der Frischobst-Marken um das Vertrauen der chinesische Konsument zu gewinnen.


Schema 2: Chili und Thailand sind die wichtigsten Herkunftsländer für chinesisches Einfuhrobst. Quelle: Rabobank auf der Basis von UN-Comtrade, 2017).

Chili ist seit vorigem Jahr der der wichtigste ausländische Obstanbieter in China. Vorher war es Thailand (Schema 2). Chili verdankt die starke Position an der entgegengesetzten Produktionssaison und das breite Sortiment von qualitativ gutes und beliebtes Obst. Denken Sie an Steinobst, Weintrauben, Avocado, Kiwis und Heidelbeeren. Andere Exportländer, die stark im Kommen sind: Neuseeland, Australien und Peru.

Einfach gut reicht nicht mehr auf dem amerikanischen Markt

Die Aussichten für den nordamerikanischen Markt sind gut. Es ist nicht einfach, die Anforderungen der Supermarktketten und der Konsumenten zu genügen. Der amerikanische Konsument hat hohe Erwartungen wenn es sich um die Qualität, die Konsistenz, die Verfügbarkeit, die Bezahlbarkeit und die Nachhaltigkeit des Frischobstes handelt.

Das Marktvolumen von Frischobst in Nordamerika wird in den kommenden fünf Jahren erwartungsgemäß durchschnittlich 1,7 Prozent jährlich wachsen. Das ist mehr als in den vergangenen Jahren. An Wert wird der Markt stärker wachsen, weil das teure Obst relativ viel wächst. Beispiele sind Exoten, geschnittenes Obst, neue Weintraubensorten, Beeren und Bio-Obst.

Über die Hälfte des gesamten amerikanischen Importes von Frischobst und Nüssen stammt aus Mexiko und Chili. Andere wichtige Herkunftsländer sind die großen Bananenlieferanten wie Ecuador und Costa Rica. Peru erobert schnell Marktanteil in Nordamerika – und auch sonstwo. Peru liefert Avocados, Heidelbeeren und Weintrauben (Schema 3).
Schema 3: Peru gewinnt Marktanteil in der amerikanischen Einfuhr von Weintrauben. Quelle: Rabobank auf der Basis von UN-Comtrade, 2017).

Schnelleres Wachstum auf dem EU-Markt, vor allem für Nüsse, Beeren und Avocados
In den vergangenen Jahren ist die gesamte Nachfrage nach Frischobst in der EU kaum gewachsen. Dennoch erwarten wir in den konmenden Jahren wieder eine bescheidene Zunahme von 0,9 Prozent jährlich. Genauso wie in den VS und China wird auch in der EU vor allem die Nachfrage nach teureres Obst zunehmen: Weichobst, geschmackvollere Varietäten, Nischeprodukte und exotisches Obst (u.a. Avocados). Weil relativ viele der populären Obstsorten, eine Periode im Jahr, Einfuhrprodukte sind, wächst die Einfuhr (außerhalb der EU) schneller als der Konsum.

Es gibt ein reger Obsthandel zwischen den EU-Ländern, wobei Spanien weitaus der wichtigste Lieferant ist. Wenn es sich um die Einfuhr aus Ländern außerhalb der EU handelt, ist die Skala an Lieferanten sehr divers (Figuur 4). Etwa die Hälfte aller EU-Einfuhr von Frischobst besteht aus Nüssen, die VS und die Turkei sind wichtige Herkunftsländer; und Bananen, die meistens aus Costa Rica, Ecuador und Kolumbien stammen. Was das Übersee-Obst betrifft haben Südafrika und Chili eine feste Marktposition. Teils handelt es sich um Produkte mit einer entgegengesetzten Produktionssaison, wie Weintrauben, Heidelbeeren und Zitrusobst. Teils um Produkte die kaum in der EU angebaut werden, wie Avocados.
Genauso wie auf anderen großen Märkten ist in der EU der Aufmarsch von Peru deutlich sichtbar. Auch die marokkanische Ausfuhr nimmt zu (u.a. Zitrus, Beeren).



Schema 4: Einfuhr von Frischobst in die EU. Quelle: UN-Comtrade, 2017)

Quelle: Rabobank

Erscheinungsdatum:



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