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Costa Rica-Special: B&C Exportadores

Vom Familienunternehmen zum weltweit größten Chayote-Exporteur

Genaue Produktions- und Exportzahlen der verschiedenen Herkunftsländer für Chayote sind schwer zu finden: Es gibt keinen spezifischen HS- oder SITC-Code für diese aus Mittelamerika stammende Pflanze. Dennoch ist klar, dass sich Costa Rica zu einem der weltweit größten Produzenten und Exporteure entwickelt hat. Das costa-ricanische Unternehmen B&C Exportadores behauptet sogar, der weltweit größte Exporteur von Chayote zu sein, einem Gemüse, das zur Familie der Gurken gehört und reich an Vitamin C ist.

© B&C Exportadores

Nach Angaben von Procomer, der costa-ricanischen Exportförderungsagentur, exportierte das Land im vergangenen Jahr Chayote im Wert von 27,2 Millionen EUR. Davon gingen 73 % in die Vereinigten Staaten, 13 % in die Europäische Union – hauptsächlich nach Spanien, in die Niederlande und nach Portugal –, 7 % nach Kanada, 4 % ins Vereinigte Königreich und 3 % nach Puerto Rico. Die Exporte verzeichneten 2023 einen deutlichen Anstieg, angetrieben durch eine starke Zunahme auf dem US-Markt. In den vergangenen zehn Jahren blieben die Absatzzahlen in der EU stabil, mit einem Durchschnittswert von 3,2 Millionen EUR pro Jahr.

Drei Geschwister, eine Mission
B&C ist ein costa-ricanisches Familienunternehmen, das sich auf den Export von Chayote, Maniok, Yamswurzel, Ingwer und Kürbis spezialisiert hat, sowohl frisch als auch tiefgekühlt. Die Leitung liegt bei drei Geschwistern: Laura, Alberto und Vinicio Bonilla. "Vinicio leitet den gesamten Feldbetrieb und ist jeden Tag an den Anbaugebieten vor Ort; Laura ist Geschäftsführerin und kümmert sich um die Finanzen; und ich leite die drei Verpackungsstationen", erklärt Alberto (siehe Foto rechts). "Wir sind sowohl Erzeuger als auch Verpacker."

© FreshPlaza

Ihr Vater gründete das Unternehmen Ende der 1980er Jahre, und die zweite Generation hat es nicht nur erhalten, sondern auf ein höheres Niveau gebracht. Insbesondere der Bereich Tiefkühlprodukte ist unter ihrer Leitung stark gewachsen. Alberto zögert nicht: B&C ist der weltweit größte Chayote-Exporteur. "Mexiko hat vielleicht größere Anbaubetriebe. Aber wir sind die größten Chayote-Exporteure." Bei Maniok ist die Aussage ebenso eindeutig: "B&C ist der größte Maniok-Exporteur Costa Ricas und damit einer der größten weltweit."

160 Hektar, dreimal pro Woche geerntet
B&C baut auf rund 1.000 Hektar Maniok und auf 160 Hektar Chayote an. Letztere Anbaufläche klingt bescheiden, doch das täuscht: Während Maniok einmal im Jahr geerntet wird, wird Chayote dreimal pro Woche geerntet, und zwar das ganze Jahr über. Dieser kontinuierliche Rhythmus sorgt dafür, dass 160 Hektar ein Volumen liefern, das mit einem viel größeren Maniokbetrieb vergleichbar ist.

© B&C Exportadores

Das Unternehmen verfügt über drei Verpackungsstationen: eine für Chayote, eine für Maniok und eine für Tiefkühlprodukte. Zusammen bieten sie rund 400 Menschen Arbeit. Hinzu kommen noch 600 Mitarbeitende auf den Feldern. "Und viele von ihnen kenne ich persönlich", sagt Alberto.

Frauen auf dem Feld: mehr als nur Verpacken
Etwa 35 % der gesamten Belegschaft sind Frauen – eine Zahl, auf die Alberto stolz ist und für die er sich aktiv eingesetzt hat. Verpackungsstationen eignen sich von Natur aus für weibliche Arbeitskräfte, da dort Präzision und Sorgfalt statt körperlicher Kraft gefragt sind. Im Anbau ist B&C noch einen Schritt weiter gegangen, indem Aufgaben mit geringerer körperlicher Belastung eingeführt wurden – wie das Entfernen von Blättern und das Ernten ohne schweres Heben –, damit Frauen auch in der Feldarbeit einen Platz haben.

30 Container pro Woche
Was Frischprodukte angeht, verschickt B&C wöchentlich etwa 30 Container – Maniok und Chayote zusammen – in die Vereinigten Staaten, nach Kanada und nach Europa, das etwa 40 % des Frischvolumens abnimmt. Das Unternehmen begann 1988 mit dem Export in die USA, und um das Jahr 2000 folgte Europa, angefangen mit den Niederlanden, gefolgt vom Vereinigten Königreich und Spanien. Die Abteilung für Tiefkühlprodukte kommt noch einmal mit 15 Containern pro Woche hinzu.

© B&C Exportadores

Der Chayote-Export nach Europa beläuft sich auf etwa vier Container pro Woche: zwei nach Portugal – das trotz eigener Ernte regelmäßig einkauft – und zwei, verteilt auf Spanien, die Niederlande und das Vereinigte Königreich. "Das Vereinigte Königreich ist ein großer Chayote-Konsument", sagt Alberto, was größtenteils auf die jamaikanischen und karibischen Bevölkerungsgruppen zurückzuführen ist. Das Unternehmen verkauft unter seiner eigenen Marke Tucan, doch der größte Teil des Volumens geht als Eigenmarke des Kunden über die Ladentheke.

Erst Qualität, dann Zertifikate
Qualität ist, in Albertos Worten, die Daseinsberechtigung des Unternehmens: "Wir möchten Qualität verkaufen. Wir möchten dafür bekannt sein." Der Eintritt in den europäischen Markt erforderte einen Sprung in Sachen Zertifizierung, und B&C hat diesen ohne zu zögern gewagt. Das Unternehmen verfügt nun über GRASP-, SMETA- und LEAF Marque-Zertifizierungen sowie über die Zulassung für Tescos eigenes GRASP-Programm. Wenn ein Kunde angibt, dass er ein bestimmtes Zertifikat benötigt, um in den Supermarkt zu kommen, hört Alberto zu und handelt entsprechend. "Wenn man in den großen Supermärkten verkaufen will, muss man die richtige Zertifizierung haben."

© B&C Exportadores© B&C Exportadores

Im Bereich des Chemikalieneinsatzes ist der Fußabdruck von B&C nach eigenen Angaben des Unternehmens geringer als der vergleichbarer Anbauflächen. Ein konkretes Beispiel: Alle 200 Meter wurden in der Chayote-Plantage Bienenhotels aufgestellt, um die natürliche Bestäubung zu fördern und so den Bedarf an chemischen Eingriffen zu verringern.

Sicherheit und Gewissen: "Um ruhig schlafen zu können"
Auffällig ist die Bedeutung, die Alberto der internen Sicherheit beimisst – nicht weil Kunden dies verlangen, sondern aus eigener Überzeugung. "Es ist für mich selbst. Um ruhig schlafen zu können", sagt er. B&C führt präventive Kontrollprogramme durch, um zu verhindern, dass illegale Aktivitäten in den Geschäftsbetrieb eindringen. Es gibt regelmäßige Drogentests für Mitarbeitende, Kameras, Hausbesuche bei Mitarbeitenden und strenge Regeln in Bezug auf den Drogenhandel. "Wenn man süchtig ist, hat man Kontakte zu Drogendealern. Und dann kann es leicht passieren, dass man mit hineingezogen wird. Indem man das Personal davon fernhält, schützt man sowohl die Menschen als auch das Unternehmen", so Alberto.

© B&C Exportadores

Das gleiche Prinzip gilt für Löhne und Sozialabgaben. Alberto ist entschlossen: Das Vermächtnis von "Don Cuyo" – wie sein Vater genannt wurde – alles korrekt zu bezahlen und das Gesetz einzuhalten, steht außer Frage. Er empfindet das nicht als Verpflichtung, sondern als moralisches Erbe. "Unser Vater hat uns die Regeln mitgegeben. Man muss korrekt bezahlen, man muss das bezahlen, was das Gesetz vorschreibt", so Alberto abschließend.

Weitere Informationen:
Alberto Bonilla
B&C Exportadores
1 km östlich der Ruinen von Uljarras
Paraíso (Cartago) - Costa Rica
Telefon: +506 2574-5151
[email protected]
www.bycexportadores.com

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