Sie haben eine Software (Adblocker) installiert, der unsere Werbung blockiert.

Da wir die Nachrichten kostenlos zur Verfügung stellen, sind wir auf die Einnahmen aus unseren Werbebannern angewiesen. Bitte deaktivieren Sie daher Ihren Adblocker und laden Sie die Seite neu, um diese Seite weiter zu nutzen.

Klicken Sie hier für eine Anleitung zum Deaktivieren Ihres Adblockers.

App icon
FreshPublishers
In der App öffnen
ÖFFNEN
Costa Rica-Special: Fertinyc

"Eine Woche längere Haltbarkeit für Ananas dank Bio-Düngemitteln"

Jedem europäischen Verbraucher die authentische costa-ricanische Ananas näherbringen: Das ist das Ziel von Fertinyc, einem Familienunternehmen unter der Leitung von Wilbert Gómez Rojas und seiner Frau Hellen Madrigal Durán. "Der Schlüssel liegt darin, den Kunden den echten tropischen Geschmack zu bieten. Ein gesundes Produkt, verzehrfertig, schön, erschwinglich und mit guter Haltbarkeit. Das ist unser Ziel. Daran arbeite ich ständig", sagt Wilbert.

Auf Gelb setzen: eine Innovation, die alles veränderte
Vor etwa 15 Jahren besuchte ein italienischer Kunde den costa-ricanischen Anbaubetrieb und sagte etwas, woran sich Wilbert noch heute mit einem Lächeln erinnert: Er wollte gelbe Ananas importieren. Damals exportierte der gesamte costa-ricanische Sektor grüne Ananas. "Ich sagte: Du bist verrückt. Wir machen nur grüne. Warum sollten wir etwas anderes machen?" Aber der Kunde blieb hartnäckig, und schließlich hörte Wilbert auf ihn.

© FreshPlaza
Wilbert Gómez Rojas, kaufmännischer Leiter von Comercializadora Fertinyc

Der Anbau gelber Ananas als Erzeuger ist technisch anspruchsvoll. Jede Frucht wird an der Pflanze eingewickelt, um die natürliche Farbentwicklung zu fördern, auch wenn das Ergebnis nie ganz vorhersehbar ist. Der Prozess erfordert eine tägliche selektive Ernte, anstatt alles auf einmal zu ernten, wie es bei gewöhnlichen grünen Ananas der Fall ist. Die verschiedenen Farben werden in der Verpackungsstation sortiert – von grün über halb reif bis zu voll ausgereift –, je nach den Wünschen der Kunden und der Transportzeit zum Bestimmungsort.

Italien bleibt der Referenzmarkt für das gelbe Programm, mit einem Anteil von etwa 40 % am Gesamtvolumen von Fertinyc. "Italien ist nicht einfach nur Europa", sagt Wilbert mit einem Lächeln. "Die haben mehr Geschmack." Der Premium- und der Gastronomiemarkt sind die wichtigsten Zielgruppen: Verarbeiter von frisch geschnittenem Obst, Hotels, Restaurants und Gastronomievertriebe, denen Geschmack und Präsentation wirklich wichtig sind.

Drei Marken, jede mit eigenem Namen und eigener Geschichte
Fertinyc exportiert unter drei Marken: Nenita – der Spitzname einer Tochter namens Helena –, Bella Sweet – der Name ihrer jüngsten Tochter – und Queen Sofia – zu Ehren der Tochter eines geschätzten Kunden und Freundes. "Wir haben keine weiteren Marken, weil wir keine Zeit haben, mehr zu entwickeln … und weil wir auch keine weiteren Töchter haben", lacht er. "Wir arbeiten mit Exklusivität: eine Marke, ein Kunde. Das schafft eine Bindung und Loyalität, die große Großlieferanten nicht erreichen können." Die Beziehung zu den italienischen Partnern besteht bereits seit 20 Jahren, zu den britischen Kunden seit 15 Jahren. "Es sind keine Transaktionen, es sind Allianzen."

Die Verpackung spiegelt dieselbe Aufmerksamkeit für Identität wider. Das Unternehmen entwirft gepflegte Präsentationsboxen – darunter ein "Whiskybox"-Format und eine schwarze Edition –, die sich gut als saisonale Geschenke zu Ostern, Ramadan und Weihnachten eignen. "Wir haben damit angefangen. Jetzt sehen wir Kopien bei den meisten Exportunternehmen in der Region, auch wenn wir manchmal nicht wissen, ob wir geschmeichelt oder verärgert sein sollen."

© FreshPlaza

Ananas ohne Krone macht derzeit etwa 20 % des Absatzes von Fertinyc aus. Dieses Segment wuchs vor allem dank der Zusammenarbeit mit einem britischen Distributor, der Tesco belieferte. Das Vereinigte Königreich bleibt ein relevanter Markt, auch wenn Wilbert einräumt, dass der Brexit die Lage nicht vereinfacht hat.

Gesunder Boden als Leitprinzip
Der Ansatz von Fertinyc beim Ananas-Anbau beginnt mit einer Überzeugung: Ein gesunder Boden liefert besseres Obst. Wilbert nutzt die Analogie des Waldes, um dies zu erklären: "Wenn man in den Wald geht, benötigt man weder Kunstdünger noch Pflanzenschutzmittel. Es herrscht ein Gleichgewicht zwischen den schlechten und den guten Organismen." Das Ziel ist es, dieses Gleichgewicht auf dem Anbaubetrieb nachzuahmen: nützliche Bakterien und Pilze in den Boden einzubringen, den Einsatz synthetischer Mittel zu reduzieren und das biologische Ökosystem die Arbeit erledigen zu lassen, die sonst Chemikalien übernehmen würden.

Die Ergebnisse sind spürbar. Fertinyc verwendet 60 % weniger Pflanzenschutzmittel als konventionelle Ananaserzeuger. Und das merkt man. "Kunden sagen uns: Wilbert, deine Ananas ist normalerweise eine Woche länger haltbar. Das liegt an der speziellen Behandlung, den biologischen Produkten und den Biodüngern: Sie helfen, die Ananas frisch zu halten."

© FreshPlaza

Das Unternehmen hat auch die notwendige Infrastruktur aufgebaut, um dieses Modell von innen heraus zu unterstützen. Es gibt ein eigenes Labor für die Herstellung biologischer Betriebsmittel und eine eigene Biofabrik: eine Anlage zur Produktion flüssiger Biodünger durch Fermentation mit Nährstoffen, Pilzen und Mikroorganismen. So kann Fertinyc die Qualität und Konsistenz seiner Betriebsmittel auf eine Weise überwachen, die bei Abhängigkeit von externen Lieferanten nicht möglich wäre.

Diversifizierung: Wein, Marmelade und ein Blick in die Zukunft
Einer der überraschendsten Aspekte von Fertinyc ist, dass das Unternehmen Ananaswein und Ananasmarmelade herstellt und verkauft und beide Produkte in kleinem Umfang nach Europa exportiert. Der Wein wurde im Dezember über einen bestehenden Kunden als Geschenk in die Niederlande geschickt. Die Marmelade ist alles andere als gewöhnlich: Sie enthält 95 Prozent Ananas und nur eine minimale Menge Zucker. "Wir schneiden die Ananas auf und machen etwas Schönes daraus." Derzeit wird eine neue Produktionsstätte gebaut, um die Produktion beider Produkte zu steigern. Der kommerzielle Export nach Europa wird erwartet, sobald die Kennzeichnungsvorschriften geklärt sind.

"Wir müssen der Ananas mehr Wert verleihen", sagt Wilbert. Ob frisch geschnittenes Obst, gefroren, als Saft, Wein oder Marmelade: Die strategische Zielsetzung ist immer dieselbe – mehr Wert in der Lieferkette zu halten, anstatt ihn an andere abzugeben.

Herausforderungen: Kosten, Klima und eine sich wandelnde Welt
Wilbert spricht offen über den Druck, dem das Unternehmen derzeit ausgesetzt ist. Steigende Anbaukosten, Arbeitskräftemangel und Wechselkursschwankungen gehören zum Alltag. Und als ob das noch nicht genug wäre, hat das Wetterinstitut die Erzeuger gewarnt, sie sollten sich auf einen ungewöhnlich trockenen Sommer einstellen, was sich auf die Ananas-Erntemengen im nächsten Jahr auswirken könnte. "Ich mache mir wirklich Sorgen."

© FreshPlaza

Zu den Preisen sagt er, dass diese im letzten Jahr historisch hoch waren und bereits nahe an dem lagen, was er als "Bruchpunkt" bezeichnet: die Grenze, ab der sich der europäische Verbraucher für Bananen, Mangos oder Zitrusfrüchte entscheidet. Seine Antwort darauf ist eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden auf der Grundlage fester Preisvereinbarungen. "In diesem Jahr möchte ich lieber eng mit den Kunden zusammenarbeiten. Versuchen, dem Endkunden einen stabilen Preis zu garantieren."

Über das Unternehmen
Fertinyc baut derzeit auf 500 Hektar Ananas an und exportiert bis zu 25 Container pro Woche. Wilberts Großvater arbeitete vor Jahrzehnten auf demselben Land, mit Ananas, Maniok und Vieh. Eine Krise im Manioksektor ließ das Unternehmen fast ohne Kapital zurück, aber sie hatten Kühe. "Das Einzige, was wir hatten, waren Kühe. Und das Einzige, was wir von diesen Kühen hatten, war Dünger." Damit fing alles an: Wilbert begann, mit organischen Düngemitteln zu experimentieren. Ein kleiner Biotechnologieraum wurde zum Labor. Und dieses Labor wurde zum Fundament einer Philosophie, die heute das gesamte Unternehmen prägt.

© FreshPlaza

Zu den Zertifizierungen gehören GlobalGAP, Fairtrade und SMETA. Hellen, Wilberts Frau, kümmert sich um die finanziellen und administrativen Belange, während er sich um den Anbau und den Vertrieb kümmert: ein Familienunternehmen im wahrsten Sinne des Wortes.

Weitere Informationen:
Wilbert Gómez Rojas
Fertinyc
Pital, San Carlos (Costa Rica)
Tel.: +506 6196 9639
[email protected]
www.fertinyc.com

Verwandte Artikel → See More