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Kartoffelzüchter Jan-Eric Geersing über das Kartoffelveredelungsprogramm

"Mit unseren neuesten Sorteninnovationen haben wir auch den deutschen Markt erschließen können"

Die neue Bio-Speisekartoffel Cammeo vom niederländischen Kartoffelzüchter Geersing war einer der Hingucker auf dem diesjährigen Weuthen Kartoffeltag. Mit dieser und weiteren hochresistenten und optisch auffälligen Neuzulassungen hat es der Kartoffelzüchter geschafft, den deutschen Markt zu erschließen. Geschäftsführer Jan-Eric Geersing sprach mit uns über das neustrukturierte Sortenprogramm sowie die längerfristigen Entwicklungen im Bereich Kartoffelzüchtung.

Das Sortenprogramm des Unternehmens Geersing wurde in den zurückliegenden Jahren einer umfassenden Neudefinierung unterzogen. Vom starken Fokus auf leichtfleißige britische Kartoffelsorten wurde der Schwerpunkt allmählich auf gelbfleischige, festkochende und nicht zuletzt Phytophthora-resistente Kartoffeln für den deutschen Markt verlagert. Geersing: "Bei den frühen, grobwüchsigen Sorten kommen wir mit Camillo zwar gut zurecht, im späteren Bereich benötigt man aber gelbfleischige Kartoffeln, um in Deutschland Fuß zu fassen. Mittlerweile haben wir die relativ neue Sorte Peter Pan exklusiv bei Weuthen gelistet bekommen und auch die französische Tentation gewinnt an Bedeutung. Die neueste gelbe Kartoffelsorte haben wir erstmalig auf dem Weuthen Kartoffeltag präsentiert."


Jan-Eric Geersing (ganz rechts) und sein Team auf dem diesjährigen Weuthen Kartoffeltag in Schwalmtal.

Moderne Sorten mit hoher Phytophthora-Resistenz
Aktuell steht insbesondere die Bio-Speisekartoffel Cammeo im Rampenlicht. "Im deutschen Speisebereich wird die Sorte aufgrund der leichtgelben Farbgebung voraussichtlich etwas weniger Anklang finden. Die Cammeo eignet sich allerdings für Pommes frites und wir sehen auch in Deutschland gerade in diesem Segment interessante Absatzchancen. Was die Sorte ausmacht, sind insbesondere die optischen Merkmale mit glatter Schale sowie die ausgezeichnete Phytophthora-Resistenz. Aktuell gehört die Cammeo sogar zu den fünf Sorten, die die höchste Resistenz aufweisen", schildert Geersing.

Durch den frühen Erntebeginn und den geringen Phytophthora-Befall werden gemäß Geersing in diesem Jahr besonders üppige Bio-Erträge erzielt. Bei den hohen Notierungen im konventionellen Bereich wird der Preisunterschied somit minimal sein. Trotz Nachhaltigkeitsgedanken sei der Kartoffelmarkt und somit die Züchtung nach wie vor absatzgetrieben. "Das heißt aber nicht, dass die Phytophthora-resistenten Sorten keine Trendwende aufgelöst haben. Im Gegenteil: Gerade im Bio-Bereich sind die Risiken im Anbau erheblich gesunken und das hat ebenfalls dazu geführt, dass die besten Sorten auch in einem durch Phytophthora geprägten Jahr bis zu sechs Wochen länger produziert werden können."

Insgesamt erwartet Geersing keinen großen Bio-Boom: "Nichtsdestotrotz erwarte ich, dass auch der konventionelle Sektor zunehmend zum regenerativen Anbau tendieren wird, was sich wiederum positiv auf die Umweltbelastung der Kartoffelerzeugung auswirken wird. Meines Erachtens wäre dieser Strukturwandel auch der einzige zukunftsfähige Weg für den Kartoffelsektor und auch der Grund, weshalb wir uns eindeutig der Züchtung Phytophthora-resistenter Sorten widmen. Was ebenfalls für diese Züchtungsstrategie spricht, ist, dass die Sorten auch in trockenen, warmen Ländern zurechtkommen. Um den Mehrwert dieser Sorte zu vermitteln, haben wir sie mit dem Label #growingstrong gekennzeichnet."

Ökonomie und Ökologie gehen Hand in Hand
Der eingeschlagene Weg wird auch in den kommenden Jahren grundlegender Bestandteil der Züchtungsstrategie der Firma Geersing sein. "Obwohl Nachhaltigkeit im Kartoffelsektor an Bedeutung gewinnt, ist die Wirtschaftlichkeit nach wie vor extrem wichtig. Auch in der Hinsicht sehen wir uns aber für die Zukunft gerüstet. Hinsichtlich Ertrag und Kaliber können unsere Speisekartoffeln mit konkurrierenden, krankheitsanfälligen Sorten mithalten, die hohe Phytophthora-Resistenz bietet dem Erzeuger dabei einen Zusatznutzen. Bei den Industriesorten ist Nachholbedarf vorhanden, obwohl wir von der Backfarbe her bereits interessante Kandidaten in der Pipeline haben. Auch wir Züchter müssen in den kommenden Jahren irgendwie mit den Klimabedingungen zurechtkommen, durch die frühzeitige Bekenntnis zu hochresistenten Sorten sind wir auch in der Hinsicht bereits weit fortgeschritten", schussfolgert Geersing.

Weitere Informationen:
Jan-Eric Geersing
Geersing Potato Specialist B.V.
Banterweg 10
8302 AC Emmeloord
+316 10537192
jan-eric@geersingpotatospecialist.com 
www.geersingpotatospecialist.com


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