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Marc Harskamp von Orim Energy, Niederlande, warnt vor Dieselknappheit:

"Begrenzte Verfügbarkeit von Diesel verursacht Probleme"

"Diesel ist rationiert", sagt Marc Harskamp, Trader Fuel Oil/Risk Management bei Orim Energy, der sich auf den Handel, das Mischen und Betanken von schwefelarmem Heizöl konzentriert. Als einen der Gründe für die eingeschränkte Verfügbarkeit von Diesel nennt er die Wartungsarbeiten an einer Reihe von Raffinerien in Rotterdam und Umgebung, die zu Produktionsausfällen geführt haben. Darüber hinaus führt Marc die Verknappung auf den Boykott russischen Öls durch die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich zurück. Die Dieselknappheit ist in Europa bereits spürbar, und der Händler geht davon aus, dass sie sich noch verschlimmern wird.

Preise explodieren
Obwohl die EU keine formellen Sanktionen gegen russisches Öl verhängt, stellt Marc fest, dass in der Praxis wohl ein Boykott besteht. "Tatsächlich gibt es bereits einen Boykott, weil die großen Unternehmen kein russisches Öl mehr kaufen wollen oder können. Unternehmen wie Esso oder Shell - amerikanische und britische Unternehmen - dürfen nicht kaufen, und die französische Total zum Beispiel will nicht kaufen, um ihren Namen und ihren Marktanteil in den USA zu schützen." Die zögerliche Politik der Europäischen Union in Bezug auf ein Importverbot für russisches Öl ist dabei nicht hilfreich. "Der Ölhandel mag keine Unklarheiten und deshalb schießen die Preise in die Höhe."

Kein Ersatz für Öl
Während früher viel Diesel aus Russland kam, gelangt es jetzt nicht mehr auf den europäischen Markt. Marc stellt aber auch fest, dass die Unternehmen wegen der Unsicherheit auf dem Ölmarkt zögern, Öl anderswo zu kaufen. Er weist darauf hin, dass der Schwerpunkt in Europa in den letzten 30 Jahren nicht auf der Industrie lag, wodurch es unter anderem zu einem ernsthaften Mangel an Raffineriekapazitäten gekommen ist. "Dieser Mangel wurde stets durch den Kauf von raffiniertem Diesel, hauptsächlich aus Russland, ausgeglichen."

Risiko vermeiden
Im Übrigen stellt der Händler fest, dass Diesel auf dem Weltmarkt verfügbar ist. "In Asien gibt es ohnehin einen Überschuss an Diesel, weil dort nicht so viele Dieselfahrzeuge fahren." Einer der Gründe dafür, dass der Dieselkraftstoff doch nicht nach Europa kommt, sind die kriegsbedingt gestiegenen Frachtpreise; Sanktionen führen dazu, dass andere und längere Strecken befahren werden müssen. "Aber der wichtigste Grund ist, dass wissen alle, dass es kein Öl gibt und die Preise deshalb hoch sind. Dieses Wissen wirkt sich auf den Terminmarkt aus, der eine entscheidende Rolle im Ölhandel spielt und die Risikovermeidung der großen Marktteilnehmer fördert."

Terminmarkt
"Die Preise auf dem Terminmarkt fallen. Da es in Europa kein Importverbot für russisches Öl gibt, trauen sich zum Beispiel meine malaysischen Kollegen nicht, ihr Öl hierher zu schicken. Malaysisches Öl zum Beispiel ist 1050 USD pro Tonne wert. Wenn es jetzt in Europa für 1130 USD pro Tonne verkauft werden kann, funktioniert es. Aber das Schiff kommt einen Monat später an, und der Terminmarkt ist auf 1080 USD pro Tonne gefallen. Dann gibt das Öl nicht mehr genug her. Wenn alle sicher wären, dass es kein Problem ist, wäre auch der Preis auf dem Terminmarkt hoch."

Probleme mit Diesel
Solange die Handelsströme nicht in andere Bahnen gelenkt werden, erwartet Marc, dass Europa Probleme mit der Verfügbarkeit einiger Ölprodukte, insbesondere Diesel, haben wird. "Das Öl aus Russland wird wahrscheinlich irgendwann nach China gehen und wir müssen es durch Öl aus dem Nahen Osten und anderen Ländern ersetzen." Aber dass die Situation kurzfristig zu Problemen führen wird, ist für den Händler klar. Er merkt es bereits. Orim Energy betankt nicht nur Schiffe, sondern liefert auch viel Diesel an die Seeschifffahrt. "Dieses Öl steht derzeit nicht zum Verkauf. Wir beliefern jetzt zum ersten Mal Seeschiffe mit viel teurerem Autodiesel. Das Gasöl, das wir an Seeschiffe liefern, kann einen hohen Schwefelgehalt und eine höhere Dichte aufweisen. Aber dieses Öl ist einfach nicht verfügbar, also versorgen wir jetzt Seeschiffe mit demselben Autodiesel", so Marc abschließend.

Für weitere Informationen:
Marc Harskamp
Orim Energy
Noordzijde Haven 40
4611 GT Bergen op Zoom - Niederlande
+31 (0)164-820 390
Marc.harskamp@orim-energy.com
www.orim-energy.com


Erscheinungsdatum:



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