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Obstbauern am Bodensee starten gemeinsam mit Minister Hauk das Nachhaltigkeitsprojekt "Echt Bodenseeapfel"

Nachhaltige Weiterentwicklung des Obstanbaus im Bodenseegebiet

Zum offiziellen Projektstart des Nachhaltigkeitsprojekts der Obstregion Bodensee besuchte Landwirtschaftsminister Peter Hauk MdL am vergangenen Mittwoch eine neu gepflanzte Versuchsanlage mit robusten Apfelsorten in Frickingen. Gemeinsam mit den Obstbauern und Projektbeteiligten pflanzte er dort zum Projektstart symbolisch einige Apfelbäume. Seit Ende 2021 läuft das vom MLR geförderte Projekt „Nachhaltige Produktion – Echt Bodenseeapfel“ der Obstregion Bodensee e.V. Ziel des Projekts ist die nachhaltige Weiterentwicklung des Obstanbaus am Bodensee.

Am Mittwoch, den 13.04.2022, startete die Obstregion Bodensee e.V. gemeinsame mit dem Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg Peter Hauk MdL offiziell das Projekt „Nachhaltige Produktion – Echt Bodenseeapfel“. Dazu pflanzten die verantwortlichen Obstbauern und Projektpartner gemeinsam mit dem Minister symbolisch einige Apfelbäume an einer der neu angelegten Modellanlagen zur Testung robuster Apfelsorten und tauschten sich über die Projektziele und -inhalte aus.

Das Projekt „Nachhaltige Produktion – Echt Bodenseeapfel“ entstand auf Initiative einer Gruppe von Obsterzeugern und startete unter Leitung der Obstregion Bodensee e.V. und finanzieller Unterstützung des MLR im Dezember 2021. Ziel ist die nachhaltige Weiterentwicklung des Obstbaus am Bodensee zu fördern. Durch das Projekt werden sowohl ökologische und ökonomische, als auch soziale und gesellschaftliche Nachhaltigkeitsaspekte des Obstbaus bearbeitet und es soll eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt werden.
Erste Arbeitsschwerpunkte bilden dabei die Förderung der Artenvielfalt in und um Erwerbsobstanlagen, welche bereits seit Jahren am Bodensee erfolgreich praktiziert wird und durch das Projekt noch weiter verbessert werden soll, die Testung resistenter und robuster Sorten zur Reduktion von Pflanzenschutzmaßnahmen, die Erhebung der CO2-Bilanz des Apfelanbaus am Bodensee sowie die Entwicklung eines wertgebenden Vermarktungskonzepts, um die Nachhaltigkeitsleistungen der Obstbauern sichtbarer zu machen.

Beim offiziellen Projektstart beschrieben die Vorsitzenden der Obstregion Bodensee e.V., Erich Röhrenbach und Thomas Heilig das Projekt und ihre damit verbundenen Ziele.

Ganzheitliche Betrachtung
Der Obstanbau am Bodensee entwickle sich seit jeher weiter. Das Projekt soll die nachhaltige Weiterentwicklung weiter fördern und einige wesentliche Themen bearbeiten. „Zentraler Gedanke dabei ist die ganzheitliche Betrachtung. Denn es geht um nichts Geringeres als gleichzeitig Nahrungsmittelversorgung, Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit der Betriebe sowie Anforderungen der Gesellschaft einzubeziehen und zu vereinen.“ erklärt Thomas Heilig.

„Wir möchten, dass auch in Zukunft die Obstbauernfamilien am Bodensee das tolle Obst produzieren und davon leben können. Der nächsten Generation eine gute Perspektive zu geben, ist das Grundprinzip der Nachhaltigkeit.“ ergänzt Erich Röhrenbach.

Die beiden sind sich der Verantwortung der Landwirtschaft bewusst. Dabei appellieren sie auch an die Verantwortung der Konsumenten auf regionales Obst zu achten und sich klar dazu zu bekennen, auch an der Ladenkasse sowie in gesellschaftlichen Diskussionen.

Vorzeigeprodukte aus heimischer Landwirtschaft
„Äpfel vom Bodensee sind eines der Vorzeigeprodukte unserer heimischen Landwirtschaft. Darüber hinaus ist der Bodensee auch ein führendes Anbaugebiet für Obst und die Marke ‚Obst vom Bodensee‘ leistet einen wichtigen Beitrag zum Profil und guten Ruf des Genießerlands Baden-Württemberg. Ich bin froh, dass wir solch agile Erzeugerorganisationen haben. Mit dem Nachhaltigkeitsprojekt ‚Echt Bodenseeapfel‘ fördert das Land die Realisierung und Entwicklung eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzepts für den Obstbau am Bodensee. Auf der Grundlage ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte wollen wir damit die regionale Obsterzeugung stärken“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk MdL.

Um resistente und robuste Obstsorten im größeren Anbau unter Praxisbedingungen zu testen und die bereits erfolgreich eingesetzten „Best-Practice-Beispiele“ im Bereich Biodiversitätsförderung zu vereinen, wurden zwei Modellanlagen auf Praxisbetrieben errichtet. Jeweils 150 Bäume von etwa 15 Sorten stehen einmal auf dem Obstbaubetrieb der Familie Michel in der Region Frickingen im Westen der Bodenseeregion. Eine weitere Versuchsanlage steht im Gebiet um Kressbronn in Zusammenarbeit der Obstbauernfamilien Kraus und Emser. In Zusammenarbeit der Obstbauernfamilien, des Kompetenzzentrums Obstbau Bodensee, den Erzeugerorganisationen und weiteren Akteuren des Obstbaus am Bodensee werden dort verschiedene Versuche betreut.

Entwicklung eines wertgebenden Vermarktungskonzepts
Neben den genannten Zielen zur Weiterentwicklung der Produktion ist auch die Entwicklung eines wertgebenden Vermarktungskonzepts ein Schwerpunkt des Projekts. Gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren des Obstbaus am Bodensee soll eine nachhaltige Dachmarke entwickelt werden, unter welcher das nach den Vorgaben des Konzepts produzierte Obst angeboten wird. Dabei soll ein hoher Wiedererkennungswert für Herkunft und nachhaltige Obstproduktion vom Bodensee Leitgedanke sein.

Während des Termins erkundigte sich Minister Hauk auch über die aktuelle Situation des Obstbaus am Bodensee und sprach mit den Obstbauern über Auswirkungen der aktuellen Krisen, Ernährungssicherung, Kostensteigerungen sowie Frost und die Marktsituation. Hierbei wurde die aktuell sehr unsichere und bedrohliche Situation für den heimischen Obstbau deutlich. Die aktuell größten Sorgen der heimischen Obstproduzenten sind die starken Kostensteigerungen für Betriebsmittel sowie die Erhöhung des Mindestlohns, welche die Produktionskosten sehr stark und sprunghaft ansteigen lassen. Dabei ist noch ungewiss, ob der dringend nötige Mehrerlös für eine kostendeckende Produktion in der kommenden Vermarktungsperiode erzielt werden kann. Die Obstbauern am Bodensee stehen im Wettbewerb mit anderen Anbauregionen der EU und der Welt.

Die Beteiligten waren sich dabei einig, dass diese großen Herausforderungen eine nachhaltige Weiterentwicklung mit Blick auf alle Bereiche der Nachhaltigkeit benötigen. Denn die Obstbauern müssen weiterhin ausreichend hochwertiges Obst für die Versorgung der heimischen Bevölkerung erzeugen, dabei die Natur als Produktionsgrundlage schonen und eine gute Wirtschaftlichkeit für sich und folgenden Generationen erreichen.

Weitere Informationen:
www.obstvombodensee.de 


Erscheinungsdatum:



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