Michiel Meijering und Frank Poelman, Landjuweel, Niederlande:

"Wir sehen auch Interesse an Le Bistro aus Deutschland"

Die Stimmung auf dem Kartoffelmarkt entwickelt sich derzeit positiv, sagt Einkäufer Frank Poelman vom Kartoffelgroßhändler Landjuweel aus dem niederländischen Oosternieland. "Nun ist der Januar traditionell ein guter Kartoffelmonat. Nach den Feiertagen beginnen viele Menschen wieder, mit Kartoffeln zu kochen, und die Supermärkte führen die entsprechenden Werbeaktionen durch. Das sorgt für einen guten Jahresauftakt beim Kartoffelverkauf." 

"Die Preise waren die meiste Zeit der Saison stabil, aber jetzt zeigt vor allem der Pommesmarkt einen Anstieg, und auch der Speisekartoffelmarkt verzeichnet ein Plus. Die Börsen weisen regelmäßig einen halben Cent mehr aus und der Terminmarkt ist auf 22 Cent gestiegen", so der Einkäufer weiter. "Dies hat mehrere Ursachen: Die Anbaufläche ist in diesem Jahr viel kleiner, und bei den durchschnittlichen Erträgen kommt man auf einen geringeren Ertrag."

 


Michiel Meijering und Frank Poelman von Landjuweel

"Außerdem ist die Ausfallquote recht hoch. Bei den Pommes-Kartoffeln fällt die Hohlheit auf, während es bei den Speisekartoffeln viele grüne Kartoffeln gibt. Es gibt nicht viele Unterschiede zwischen den verschiedenen Sorten. Das Innere der Kartoffeln ist im Allgemeinen gut, aber vor allem bei den festkochenden Sorten gibt es viele Kartoffeln mit Grün. Es gibt Partien mit 20-25% Tara", so der Einkäufer weiter.

"Das sind günstige Faktoren für die Preisgestaltung. Besonders stark ist die Nachfrage in der Pommesindustrie, und man sieht oft, dass ein Markt den anderen mitzieht. Die Chancen stehen also gut, dass auch der Markt für Speisekartoffeln steigen wird. Es ist noch spekulativ, aber es ist möglich, dass die Pommesfabriken anfangen werden, geeignete Speisekartoffeln zu verwenden. Alles in allem ist die Stimmung sehr positiv, aber ob es gut wird, das muss sich erst noch zeigen. Wenn man mit den Exporteuren spricht, gibt es auch noch keine Eile, obwohl sie mit mehr Nachfrage aus Osteuropa rechnen."

Ihm zufolge ist der Absatz von Bio-Kartoffeln in den letzten Jahren relativ stabil geblieben. "Es war ein phytophthora-anfälliges Jahr und wegen der geringeren Erträge sind die Preise hoch. Auch von den traditionellen Sorten wie Bildtstar, Eigenheimer und Irene, die besonders im Norden des Landes beliebt sind, scheint es nicht allzu viele zu geben. Aber die Erzeuger halten ihre Karten noch bedeckt, vielleicht in der Hoffnung auf ein weiteres Preisplus." 

"Gleichzeitig hofft man, dass die Erzeuger nicht zu lange mit dem Verkauf warten. Der Preis kann auch zu hoch werden, so dass der Absatz stagniert. Wenn das Wetter im Frühjahr schön ist, werden nur wenige Menschen fünfmal pro Woche Kartoffeln auf dem Speiseplan haben. Vieles wird vom Frühling abhängen. Ob wir rechtzeitig pflanzen und ernten können, kann darüber entscheiden, ob die Saison elf oder dreizehn Monate dauert. Das werden wir am Ende der Saison wissen."

Sein Kollege Michiel Meijering aus dem Vertrieb beurteilt die Lage auf dem Kartoffelmarkt ebenfalls positiv. "Die letzten beiden Jahre waren für Kartoffeln sogar sehr gut. Im Jahr 2020 konnten wir aufgrund der Corona-Maßnahmen einen enormen Anstieg der Kartoffelverkäufe im Einzelhandel verzeichnen, und wir halten diese Verkäufe auch jetzt noch gut aufrecht, da sich die verkauften Einheiten stabil bleiben."

"Zu Beginn der Corona-Krise gab es einen etwas stärkeren Preisdruck seitens des Einzelhandels, der sich jetzt ebenfalls stabilisiert. Das ist gut für alle. Bei einem stabilen Verbraucherpreis und einem relativ hohen Einkaufspreis kann die gesamte Kette profitieren. Denn obwohl der Werbedruck geringer ist, bleiben die Zahlen auf demselben Niveau, und das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. "Eine weitere positive Entwicklung ist, dass der Online-Verkauf allmählich ernsthafte Formen annimmt. Ende 2019 lag er noch nicht bei 3%, aber jetzt liegt er stabil bei 6%. Darauf können wir mit unserer Eigenmarke gut reagieren." 


Le Bistro-Kartoffelspezialität

"Bei Landjuweel sehen wir auch, dass unser Umsatz über dem Markt liegt, daher sind wir sehr zufrieden", so Michiel weiter. "Der Absatz der traditionellen Sorten unter unserer Marke 'Boys of the Clay' ist stabil und läuft gut. Wir investieren auch stark in Le Bistro, eine Convenience-Linie von speziell gezüchteten Sorten mit verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten, die sich an die zukünftigen Kunden richtet. Wir werden unsere neue Linie demnächst in einigen Geschäften des Supermarktes Poiesz testen, um zu sehen, in welcher Form sie bei den verschiedenen Zielgruppen am besten ankommt."

"Wir sehen auch Interesse an Le Bistro aus Deutschland, einem eher traditionellen Markt. Während deutsche Supermärkte früher französische Kartoffeln mit einer anderen Schale oder Farbe für ihre Spezialitäten wählten, steht unser Produkt jetzt auch in den deutschen Regalen. Außerdem legen deutsche Supermärkte immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit, und angesichts all der Anstrengungen, die wir in den letzten Jahren unternommen haben, können wir hierauf gut reagieren. Alles in allem eine großartige Entwicklung, auf die wir stolz sind."

Für weitere Informationen:
Frank Poelman / Michiel Meijering
Landjuweel B.V.
Tel: +31 (0)595-454200
f.poelman@landjuweel.nl
M.Meijering@landjuweel.nl 
www.landjuweel.nl


Erscheinungsdatum:



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