Bryan Douglas, Hellmann Worldwide Logistics

"Frachtraum für Obst und Gemüse immer noch knapp"

Mit dem nahenden Weihnachtsfest wird der Umsatz mit Obst und Gemüse in Belgien und den Niederlanden wieder „ein bisschen“ steigen. Die Menschen mögen es, etwas Besonderes zu servieren, daher wird auch der Absatz von exotischen Früchten steigen.

Viele Exoten werden jedoch aus Ländern wie Südostasien und Südamerika eingeflogen. Die Coronavirus-Pandemie hat diese Art des Transports erheblich verändert. „Die Fluggesellschaften rechnen erst ab etwa 2022-2023 mit einer Rückkehr zum Niveau vor der Coronavirus-Pandemie“, sagt Bryan Douglas, Leiter Luftfracht-Import bei Hellmann Worldwide Logistics. Dieses deutsche Unternehmen ist weltweit tätig. „Auf dem Markt bleiben die Preise für Laderaum an Bord also sehr unbeständig. Sie ändern sich zudem täglich.“

Passagier- und Frachtraum
Laut Bryan ist der Mangel an Frachtraum zum Teil darauf zurückzuführen, wie sich die Luftfahrt in den letzten Jahren entwickelt hat. „In der Vergangenheit umfassten die Flotten der Fluggesellschaften viel mehr Frachtflugzeuge. In letzter Zeit haben diese jedoch Platz gemacht für Flugzeuge, die Passagiere und Fracht kombinieren. Da mehr Menschen fliegen, ist das für die Fluggesellschaften viel profitabler.“

„Aber jetzt fliegen viel weniger Menschen. Das liegt an der weltweiten Pandemie. Viele Flüge wurden gestrichen, was zu einer Verknappung des Frachtraums geführt hat. Die Frachtflugzeuge können diese Lücke unmöglich füllen. Nicht nur, weil das in vielen Fällen nicht annähernd so profitabel ist wie Passagierflüge. Die Fluggesellschaften haben auch nicht genug von diesen Flugzeugen.“

„In den letzten Monaten haben jedoch einige Unternehmen ausgemusterte Passagierflugzeuge in Frachtflugzeuge umgewandelt“, erklärt Douglas. Am Flughafen Schiphol werden die Frachtflugzeuge der KLM hauptsächlich für Fracht aus Südamerika und Kenia eingesetzt. Hellmann Worldwide Logistics hat ein Büro an diesem Flughafen. KLM hat noch vier Frachtflugzeuge als Teil von Martinair Cargo. „Hellmann nimmt einen Teil des Frachtraums in diesen KLM-Flugzeugen ein.“

Es gibt nicht nur einen Mangel an Frachtraum. Der jüngste Lockdown bedeutet in vielen europäischen Ländern, dass viele Vertriebskanäle weggefallen sind. „Viele unserer Kunden können derzeit nur noch an Supermärkte und manchmal auch an Hotels liefern. Auf die Preise hat sich das aber nicht dämpfend ausgewirkt. Die Nachfrage bleibt hoch.“

In einigen Fällen haben Luftfrachtspediteure, darunter Hellmann, begonnen, Frachtflugzeuge zu mieten. Diese werden für den Transport von Lasten, darunter auch Obst und Gemüse, eingesetzt. „Es handelte sich um eine einfache Kalkulation. Wir sahen, dass es sich rechnet, ein ganzes Flugzeug zu mieten und selbst zu füllen. Anstatt Frachtraum zu reservieren. Aber für Flüge in die Niederlande haben wir das noch nicht gemacht“, sagt Bryan.

Impfstoff
Es ist auch nicht zu erwarten, dass in nächster Zeit mehr Frachtraum zur Verfügung stehen wird. „Im Gegenteil, wenn der Corona-Impfstoff verfügbar wird, wird die Knappheit nur noch zunehmen. Fast alle verfügbaren Frachtflugzeuge der Welt werden wahrscheinlich benötigt werden, um die Impfstoffe weltweit zu verteilen. Diese werden Vorrang vor dem Transport von Obst und Gemüse haben. Das werden wir bald berücksichtigen müssen.“

Alternativen
Hellmann Worldwide Logistics befördert Fracht aber nicht nur auf dem Luftweg. Sie tun dies auch auf dem Land- und Seeweg. „Wir haben Alternativen für Obst- und Gemüseimporteure und -exporteure“, ergänzt der Manager. „Aber das wird die Luftfracht auf Dauer nicht ersetzen. Ein Schiff kann sechs bis acht Wochen für die Reise aus Südostasien brauchen. Mit einem Flugzeug haben wir die Ware innerhalb eines Tages. So kann man nicht nur schnell auf Veränderungen im Markt reagieren. Die Produkte sind auch frischer.“

„Außerdem sind einige Produkte zu zerbrechlich für den Transport per Container. Man denke an kenianische grüne Bohnen oder peruanischen grünen Spargel. Luftfracht ist für diese Art von Produkten sehr gut geeignet. COVID-19 betraf auch Kühlcontainer. Zum Beispiel wurden einige Schiffe am Kai festgemacht. Sie mussten unter Quarantäne gestellt werden. Außerdem gab es Probleme mit der Verfügbarkeit von Kühlcontainern. Da sind sie in chinesischen Häfen gestrandet“, fasst Bryan zusammen.

Für weitere Informationen:
Bryan Douglas
Bryan.douglas@hellmann.com   
Hellman Worldwide Logistics
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