Robert Elshof, Elshof Organic Fruit: "Kein Kosten-Plus, sondern Wert-Plus"

"Indem wir selbst die Initiative ergreifen, gehen wir über die uns auferlegten Regeln hinaus"

Die Bio-Kernobstanbaufläche von Elshof Organic Fruit aus Dronten in den Niederlanden wird ständig erweitert. "Jedes Jahr kommen ein oder zwei Biobauern dazu. Wir repräsentieren jetzt ein Gebiet von rund 200 Hektar", sagt Robert Elshof. Er hat keine Angst vor einer Marktsättigung. "Wir können mit diesem Wachstum sehr gut umgehen, denn unser Außendienst ist dafür gut gerüstet."

"Dieses Jahr sind die Erträge von Bio-Äpfeln etwas niedriger und die Erträge von Bio-Birnen etwas höher als im letzten Jahr. Aber die Verkäufe beider Produkte sind gut. Vor allem Bio-Äpfel laufen gut, und damit sind wir sehr zufrieden, denn nach dem heißen Sommer eignen sich nicht viele Partien für eine extrem lange Lagerung. Der Geschmack der Äpfel ist jedoch außergewöhnlich gut. Birnenverkäufe sind im Allgemeinen nicht besonders wild, aber wir haben ein so breites Kundenspektrum, dass wir immer noch auf Kurs sind", stellt Robert zufrieden fest.

Verteilung
"Wie auf dem konventionellen Markt ist der Verkauf von Bio-Äpfeln eine nationale Angelegenheit, aber wir verkaufen Birnen in ganz Europa. Wir sind u.a. in Skandinavien und Deutschland gut vertreten, und das Vereinigte Königreich ist ebenfalls ein wichtiger Markt für uns. Und gerade dieser Unterschied in Größe und Verbreitung unserer Kunden ist sehr wichtig für uns. Große Supermärkte gehören zu unserem Kundenstamm, aber wir schätzen auch unsere Kunden, die eine oder zwei Paletten einer weniger gebräuchlichen Größe kaufen."

Was die Sorten anbelangt, so sind es nach Angaben des Erzeugers die 'guten alten' Sorten wie Elstar und Conference, die gut laufen. "Die Xenia-Birne ist eine nette Ergänzung, aber nach meiner Erfahrung wird sie die Conference nie überholen. Bei den Bio-Äpfeln sehen wir noch Platz für eine geeignete Sorte für die zweite Saisonhälfte. Die erste Hälfte der Saison ist im Allgemeinen gut abgedeckt, aber die zweite Hälfte ist immer noch oft mit importiertem Obst gefüllt. Hier liegt der Platz und der Wunsch des Konsumenten, niederländische Bio-Äpfel in die niederländischen Läden zu bringen. Darauf reagieren wir unter anderem mit unserer Sorte BelleBio immer erfolgreicher", sagt Robert.


Bio Grownection
Er selbst kümmert sich immer weniger um den Anbau und Verkauf auf seinem eigenen Hof. "Glücklicherweise habe ich dafür sehr gute Leute eingestellt. Ich sehe es als meine Aufgabe an, zusammen mit den Landwirten den Wissensgrad zu erhöhen. Im Bio-Sektor befinden wir uns mitten in der Professionalisierung. Zu diesem Zweck haben wir unter anderem die Plattform Bio Grownection eingerichtet. Da wir einen Nischenmarkt betreten, müssen wir als Produzenten zusammenarbeiten, um dieses Wissen ans Tageslicht zu bringen. Der ökologische Anbau ist mit größeren Risiken verbunden, und durch die Zusammenarbeit lässt sich eine Menge Gewinn erzielen. Auf diese Weise helfen wir den Landwirten bei ihrer Umstellung, und das führt wirklich zu einer Qualitätsverbesserung. Ich sage immer: Wenn man jemand anderem hilft, hilft man auch sich selbst. Das mag idealistisch klingen, aber ich denke, es ist reine Marktrealität. Wenn ein Kollege eine geringere Qualität liefert, wirkt sich das auch auf den eigenen Markt aus", bemerkt der Anbauer.

Win-Win-Situationen
"Auch ich bin mit der Idee des Selbstkostenpreises aufgewachsen, aber in unserem Unternehmen setzen wir wirklich nur auf Win-Win-Situationen. Keiner in unserer Kette sollte jemals auf Kosten des anderen gewinnen. Dann ist nämlich jedes Glied in der Kette ein Gewinner. Wir gehen vom Wert-Plus-Modell aus. Ein Produkt hat einen bestimmten Wert, und wir schaffen durch unsere Dienstleistungen und unsere Qualität einen Mehrwert. Dies ist ein völlig anderes Kaufmodell als die Tatsache, dass die Marge immer zu Lasten des Erzeugers geht. Glücklicherweise sehe ich auch, dass sich dieser Gedanke mehr und mehr in den Käufern widerspiegelt. Sie ziehen es auch vor, mit verlässlichen Parteien, mit denen sie lange zusammenarbeiten, am Tisch zu sitzen und zu sehen, dass kurzfristiger Gewinn auf lange Sicht Elend bringt."

"Auf der anderen Seite ist das auch nicht immer einfach. Man muss bei uns mit geschlossenen Augen kaufen können, sage ich manchmal. Werte wie soziale Verantwortung der Unternehmen, Landnutzung und nachhaltige Energie sind auch in unserer Geschäftstätigkeit verankert. Wir wollen bei all diesen Aspekten punkten. Viele Landwirte murren über die ihnen von der Regierung auferlegten Regeln, aber wir selbst wollen noch einen Schritt weiter gehen. Das tun wir bereits in gewissem Umfang - zum Beispiel stammt unser Obst nur aus Kühlhäusern mit nachhaltig erzeugter Energie -, aber wir wollen dieses Niveau immer wieder ausbauen. Der nächste Schritt besteht darin, dass wir eine Garantie für das Bodenleben mit Hilfe einer messbaren Methode geben wollen, die über Skal oder eine andere Zertifizierung hinausgeht."

Spaß
"Das bedeutet nach wie vor Aufmerksamkeit, harte Arbeit und täglich effizient zu bleiben. Wir haben auch Konkurrenten, aber wenn man alles zusammenzählt, wird der Einkauf nicht mehr das wichtigste Thema in der ganzen Geschichte. In jedem Fall sehen wir, dass die Kunden mit uns wachsen wollen. Dann versteht man sich und hat auch einen fairen Preis für das Produkt über. Vor allem macht es viel Spaß, denn man kann jederzeit rechtfertigen, was man tut!"

Für weitere Informationen:
Robert Elshof
Elshof Organic Fruit
8251 RX Dronten - Niederlande
Tel: +31 (0)321-312719
info@elshoffruit.nl    
www.elshoforganicfruit.com  


Erscheinungsdatum:
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