Rowan Vickery - FruitOne

Durch die hohe Nachfrage von verschiedenen Märkten läuft die südafrikanische Orangensaison sehr gut

Im Laufe der nächsten vier Wochen wird FruitOne die letzten Valencias der Saison 2020 verpacken. Die Saison endet in diesem Jahr etwas früher als sonst.

"Die Nachfrage von den Märkten ist recht hoch und alle zahlen ungefähr den gleichen Preis - das ist ziemlich ungewöhnlich, aber es ist auch insgesamt eine ziemlich ungewöhnliche Saison", sagt Rowan Vickery, Verkaufsleiter vom Produzenten und Exporteur FruitOne.

"Die Nachfrage nach Orangen übersteigt zurzeit auf allen Märkten das Angebot. Es ist ziemlich schwierig, alle unsere Kunden bei Laune zu halten, wenn man bedenkt, dass sie extra große Mengen anfordern und wir die Saison in diesem Jahr früher beenden. Das heißt unsere Mengen gehen nach und nach zurück."

Größte Engpässe offenbar in Südostasien
Durch die hohe Nachfrage von den verschiedenen Märkten konnte Südafrika diese Saison viele Märkte überall auf der Welt für sich gewinnen.

Südostasien ist einer der Märkte, auf dem es Engpässe gibt. Das liegt vor allem daran, dass Australien weniger Früchte nach China exportiert hat als sonst.

Die Pandemie hat für uns zahlreiche Herausforderungen gebracht und natürlich wurden dadurch weltweit mehr Zitrusfrüchte konsumiert, weil die Leute einen gesünderen Lebensstil anstreben.

"Wir können von Glück sagen, dass die Nördliche Hemisphäre die Saison früher beendet hat und wir so auf einen leeren Markt gekommen sind. Obwohl unsere Erträge etwas größer sind als im letzten Jahr, müssen auch wir die Saison früher beenden. Das führt dazu, dass wir zurzeit mit der Nachfrage einfach nicht mehr mithalten können."

Letsitele Dürre & geringe Erträge wegen Hitze 
Dieses Jahr hat die Star Ruby Grapefruit Ernte früher begonnen und früher geendet, wodurch wiederum die Valencia Saison für Bauern in den nördlichen Regionen früher angefangen hat.

Die Region um Letsitele hat noch immer mit der Dürre zu kämpfen und durch die extrem hohen Temperaturen im Dezember sind die Erträge bei Midknight und Delta Valencias in den nördlichen Produktionsregionen deutlich zurückgegangen. Dadurch gibt es insgesamt weniger Valencias.

"Die letzten Jahre waren für unsere Bauern im Norden nicht gerade einfach, weil die Dürre schon sehr lange ein Problem ist. Dieses Jahr war allerdings trotz der geringeren Mengen ein sehr gutes Jahr für die Bauern, weil die Preise hoch waren und auch die Wechselkursrate vorteilhaft war." 

Retailer bestellen weniger
FruitOne hat die letzten Tangos vor einiger Zeit verpackt, da das Unternehmen einer der frühsten Tango Produzenten im Land ist. Der Großteil der Tangos wurde bereits verkauft, wobei einige späte Container bald in Europa und Großbritannien ankommen sollen.

Limpopo Tango Plantage (Foto: FruitOne)

"Der Zitrusfrucht Markt ist zurzeit sehr interessant. Zu Beginn der Saison haben die Einzelhändler viel größere Mengen angekauft als in den Jahren zuvor. Das liegt daran, dass die Nachfrage so groß ist. Dann machten sie sich aber Sorgen um die Lieferungen aus Südafrika. Einige Einzelhändler verspäteten sich und reduzierten die bestellten Mengen, andere stornierten die Bestellungen."

"Südafrika hat deutlich mehr Nova Mandarinen nach Europa geliefert als sonst. Normalerweise haben große Mengen negative Auswirkungen auf den europäischen Markt, das gleiche ist letztes Jahr in China passiert."

Preise für späte Mandarinen werden sich voraussichtlich nächsten Monat verbessern
"Der Konsum ist deutlich zurückgegangen", fährt er fort. "Deswegen war das Marktfenster für Klementinen, Novas und einige andere, neue Hybride ziemlich klein. Die Preise für späte Premium Mandarinen sind leicht zurückgegangen, aber allmählich stabilisieren sie sich wieder. Gegen Ende September, Anfang Oktober werden sie sich voraussichtlich verbessern."

Das Unternehmen hat vor Kurzem auch mit dem Export von Tangos nach China begonnen. FruitOne hat damit aber gewartet, bis die Bäume alt genug waren, da die Anforderungen für Kaltsterilisation für jFrüchte von jungen Plantagen sehr streng sein können. Jetzt sieht das Unternehmen den Export als gute Chance und geht davon aus, dass dieser in den kommenden Jahren ausgebaut werden kann. 

"Unsere Früchte kommen in einem sehr guten Zustand auf dem chinesischen Markt an und die Kunden vor Ort wissen die kernlose Sorte sehr zu schätzen. Deshalb ist die Tango dort sehr gefragt. Bald werden wir größere Mengen zur Verfügung haben und dann wollen wir mehr Tangos nach China liefern und auch unsere Verträge mit Europa und Großbritannien erweitern."

Freiwilliger Exportstopp für Valencias? Könnte schwer werden
Normalerweise beginnt die südafrikanische Zitrusfruchtindustrie zu dieser Zeit des Jahres darüber nachzudenken, ob die Valencia Exportsaison nach Europa frühzeitig beendet werden soll, um so das Risiko für die Citrus Black Spot Krankheit zu verringern. Das Risiko ist besonders groß für späte Sorten.

Bis jetzt hat es nur einen einzigen Fall von CBS bei südafrikanischen Orangenlieferungen nach Europa gegeben.

"In einem Jahr wie diesem müssen wir die Situation ganz genau begutachten. Die Mengen fallen nun mal kleiner aus und die Orangensaison gerade dann früher zu beenden, könnte schwierig werden. Da sowohl die europäische Melonen- und Steinfruchtsaison, als auch die spanische Zitrusfruchtsaison in diesem Jahr kürzer ist, könnte es zu einem Engpass auf dem Markt kommen. Der Verband für Zitrusbauern steht somit vor einer ziemlich schwierigen Entscheidung. Wir sind uns aber sehr sicher, dass das Team die für die gesamte Industrie richtige Entscheidung treffen wird."

Er fügt hinzu, dass die Entscheidung, die Südafrika schon seit Jahren jedes Jahr neu treffen muss, um das CBS Risiko zu verringern, sich nicht darauf auswirken sollte, dass die Bauern in den nördlichen Regionen, die Saison ein paar Wochen früher als sonst beenden. Das gleiche gilt für die Bauern am Ostkap.

Durch die unvorhersehbaren Schwierigkeiten der Saison und die Tatsache, dass die Exporteure dennoch weiterhin ihre Früchte in alle Welt exportieren können und dort neue Märkte erschließen, geht er davon aus, dass die Saison tatsächlich ziemlich gut enden könnte und zwar sowohl für die verbleibenden Orangen, als auch für die späten Mandarinen.

Für weitere Informationen:
Rowan Vickery
FruitOne
Tel: +27 21 883 3447
Email: info@fruitone.com
https://www.fruitone.com/


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