Johanna Diener, Westhof Bio-Gemüse GmbH & Co. KG:

"Günstige konventionelle Tomaten wirken sich negativ auf die Nachfrage nach Biotomaten aus"

Die Tomatensaison ist in vollem Gange: Hohe Erntemengen in den Niederlanden und auch Deutschland sorgen für Mengendruck und fallende Marktpreise, berichtet Johanna Diener von der Westhof Bio-Gemüse GmbH & Co. KG. Dabei beeinflusst die Marktsituation bei der konventionellen Ware auch den Bio-Tomaten-Markt.

„Die aktuell besonders günstigen Preise der konventionellen Tomaten in den Supermarkt-Regalen wirken sich leider auch negativ auf die Nachfrage unserer Tomaten aus. Zusammengefasst: Hohes Angebot bei normaler Nachfrage“, so Frau Diene. „Mit dem sommerlichen Wetter der vergangenen Tage ist auch die Nachfrage nach unseren Tomaten angestiegen. Die Verbraucher greifen bei diesen Temperaturen natürlich vermehrt zum Kauf von Tomaten, beispielsweise für Salate zum Grillen. Langfristig sommerliches Wetter könnte Angebot und Nachfrage schneller ins Gleichgewicht bringen.“

Preislich liegen die Tomaten in diesem Jahr bisher leicht
über dem Niveau der Vorjahre: „Wir hoffen jedoch, dass die Corona-Krise keine weitreichenden Auswirkungen auf die Kaufkraft der Konsumenten haben wird. Die Situation aktuell ist ja schon für alle sehr beunruhigend.“ Zunächst einmal hatte es eine Steigerung der Absätze aufgrund von Hamsterkäufen gegeben. „Hauptsächlich in den ersten Wochen der Krise sahen wir erhöhte Absatzzahlen und damit eine höhere Produktion. Wir beliefern die Gastronomie mit einem nur kleinen Anteil, daher haben wir speziell hier glücklicherweise keine negativen Auswirkungen bemerkt.“

Auch vom Arbeitskräftemangel ist der Westhof bisher nicht betroffen: „Wir befinden uns in der glücklichen Lage, dass wir viele festangestellte Mitarbeiter haben. Zudem konnten alle geplanten Saisonarbeitskräfte einreisen und ihre Arbeit aufnehmen. Die Auflagen haben uns aber natürlich täglich im Griff und es muss viel Arbeit hineingesteckt werden. Jeden Tag gibt es wieder neue Herausforderungen, jeder Prozess muss hinterfragt werden, um die richtigen Maßnahmen zu treffen.“ Die im kommenden Jahr geplante Expansion verlaufe zunächst noch nach Plan.

Beim Westhof werden Rispentomaten, Mini-Rispentomaten, Romatomaten und Mini-Romatomaten in Bioqualität angebaut. Besonders beliebt seien weiterhin die vielseitig verwendbaren Rispentomaten sowie die kleinen, im Geschmack sehr süßen Mini-Romatomaten, so Johanna Diener. „Die Mini-Romatomaten (Sorte Sweetelle) sind unsere Snacktomaten. Die Anbaufläche dieser Tomate haben wir im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, da sie bei den Verbrauchern und damit auch unseren Kunden immer beliebter wird.“

„Die Qualität unserer Tomaten ist bisher sehr gut und es herrscht in den Gewächshäusern bisher kein akuter Krankheitsdruck“, so stelle auch das sogenannte Jordan-Virus für das Unternehmen noch kein Problem dar, obwohl es auch weiterhin eine sehr große Gefahr für die Fruchtgemüseproduktion bleibe. „Das Jordan-Virus ist eigentlich sehr gut vergleichbar mit dem Corona-Virus. Da es bisher keinen Impfstoff, oder im Falle des Gemüses resistente Sorten, gibt, müssen wir mit strengsten Hygienemaßnahmen präventiv vorbeugen. Zu den Hygienemaßnahmen zählen beispielsweise spezielle Arbeitskleidung, die erst vor Ort angezogen und regelmäßig gereinigt wird, eigene Erntekisten, ständige Desinfektion der Kisten und Arbeitsmittel und das Verbot von betriebsfremden Gästen oder Besuchern in den Gewächshäusern.“

Zusätzlich habe man die beiden Gewächshäuser gegen einen eventuell auftretenden Schaden durch das Virus versichern lassen: „Allerdings kann diese Versicherung leider nur einen Zeitraum von zwei Jahren abdecken. Da das Virus, wenn es einmal einen Weg in unsere Gewächshäuser gefunden hat, unter Umständen jahrelang in den Böden bleibt, hilft uns diese Versicherung leider nur in begrenztem Rahmen. Im Gegensatz zu konventionell angebauten Tomaten wachsen unsere Bio-Tomaten in der Erde, weshalb das Risiko im biologischen Anbau um ein Vielfaches höher ist. Die im konventionellen Anbau verwendeten Substrate können relativ schnell erneut werden, unsere Erde ist dagegen nicht so einfach auswechselbar. Für uns stehen Hygiene und präventive Vorsorgemaßnahmen daher weiterhin an oberster Stelle.“

Weitere Informationen:
Johanna Diener
Westhof Bio-Gemüse GmbH & Co. KG
Zum Westhof 6, D-25764 Friedrichsgabekoog
Tel.: +49 4839 9535-0

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