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Deutscher Obst- & Gemüsesektor stellt sich die "Gretchen-Frage"

Der Deutsche Obst & Gemüse Kongress, der gestern in Düsseldorf stattfand wird von vielen Akteure der Branche als das wichtigste Event für den Handel, neben der Fruit Logistica, eingeschätzt. Entscheidungsträger aus ganz Deutschland waren angereist um Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Es finden auch immer mehr Firmen aus dem europäischen Ausland ihren Weg zum Kongress, für die Deutschland ein wichtiger Markt ist.

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Bilder von der Exkursion zu Metro und zur Markthalle Krefeld.

Zu Beginn sprachen die Vertreter der Organisatoren von AMI, Fruchthandel und GS1 über die Themenfindung für das Event und die Themen Klimapolitik und Nachhaltigkeit sollten sich als inoffizieller Leitfaden durchs Programm ziehen. Klima-Aktivistin Greta Thunberg schlägt auch am deutschen Markt Wellen, und wurde von vielen Rednern im Laufe der Veranstaltung immer wieder erwähnt. Trotz "Thunberg-Faktor" und "Greta-Frage" wurde vorschneller Aktivismus als Problem dargestellt. 

In den verschiedenen Vorträgen und Foren wurde eine Vielzahl von Themen diskutiert. Neben dem "Thunberg-Faktor" standen vor allem Digitalisierungsprozesse und die neue Verfügbarkeit von Konsumentendaten im Vordergrund. Stephan Fetsch von der KPMG AG prophezeit ein Ende des Konsums, zumindest in physischer Form: "Die Zukunft des Konsums ist eine Ablösung von Materialität durch eine digitale Erweiterung der Sinne. Durch moderne Technologie können wir Erfahrungen auseinander nehmen, diese Daten einspeisen und die Erfahrung so später digital reproduzieren." Ein Thema, welches viel Diskussionsbedarf im Publikum schuf.


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Sabine Dziallas von The Nielsen Company, sprach über die neuen Möglichkeiten zur Datenerhebung bei frischem Obst- und Gemüse. Sie fasste einige grundlegende Trends zusammen: Konsumenten haben ein größeres Vertrauen zu Vollsortimentern im Vergleich zum Discount, Bio wächst in allen Kategorien - nur in unterschiedlicher Ausprägung, wachsende Bedeutung von Gastronomiekonzepten im LEH, Superfoods sind nach wie vor auf der Überholspur. Allen vorweg sind die Heidelbeeren, die mit ihrem Wachstum von 20% das gesamte O&G-Segment vorantreiben.

Aktuelle Trends
Der Bio-Boom zeigte sich im Breakout-Forum: Der Saal war prall gefüllt und viele Interessenten fanden keinen Sitzplatz beim Vortrag von Johannes Bliestle (Reichenau-Gemüse eG). Sein Fazit: "Öko schließt Ökonomie nicht aus."

Im Bereich Convenience zeigte sich an den AMI-Daten, vorgestellt von Dr. Hans-Christoph Behr, dass deutsche Konsumenten beim In-Home-Konsum nach wie vor skeptisch sind was Fresh-Cut angeht (Ausnahme: Kartoffelprodukte). Für die Gastronomie wiederum, und somit den Außer-Haus-Verzehr sei Ready-Cut-Ware jedoch inzwischen unverzichtbar. "Es handelt sich jedoch hier um neue Konzepte, die an Frische orientiert sind - niemand möchte mehr Dosenchampignons."

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Paprika-Anbau: Ganzjähriger und nachhaltiger Anbau sei die Devise
Während der ersten BreakOut-Session widmete man sich im anderen Saal den aktuellen Entwicklungen rundum die Paprika. Jan Doldersum von Züchtungsunternehmen Rijk Zwaan präsentierte die neuen Trend rundum die bewährte Marke Sweet Palermo: "Wir setzen während des Zuchtprozesses auf drei Säulen: Geschmack, Vielseitigkeit und Convenience-Zwecke. Daher versuchen wir eine breite Sortenskala für jeden Geschmack zu liefern." Auch Peter Schaich von Enza Zaden Germany widmete sich der Zukunft der Paprikazucht. "Neben dem bewährten Blockpaprika in der Tricolore bzw. Ampel-Verpackung halten nun auch Spezialitäten wir Spitzpaprika Einzug." Deutschland sei hier einer der Vorreiter, behauptet der Fachmann. Denn 12% der aktuellen deutschen Anbaufläche ist für den Spezialitätenanbau ausgerichtet im Vergleich zu 6% im niederländischen Anbau. 

Javier Riaz der spanischen Genossenschaft Agrolris verschaffte einen Einblick in den dortigen Anbau. Auf über 40 Prozent deren Anbaufläche wird nun Paprika angebaut. "Wir können das ganze Jahr über ernten. Der nächste Schritt ist es in naher Zukunft auch pestizidfrei zu kultivieren, sowie neue, moderne Züchtungen zu platzieren."

Verpackung: Nachhaltige Lösungen und lose Ware am POS
Stephan Schneider der niederländischen Firma Cre8tives kommentierte die aktuellen Verpackungslösungen und deren Potenzial. Er präsentierte unter anderem die "Recycled R-Pet Film-Lösung: Das Verfahren aus 100% wiederverwendeten Materialen ist ein relativ neues Verfahren mit großes Potenzial", so Schneider.

Achim Krich von Rewe Richrath beleuchtete im Gespräch mit Kaasten Reh die Seite des LEH. "Es gibt unheimlich viel Bewegung im Verpackungsbereich: Man ist mittlerweile offener hinsichtlich neuer Lösungen geworden. Jeder muss aber für seine eigene Filiale eine Entscheidung treffen und eine entsprechende Strategie wählen." Sein Fazit lautete: "Ich glaube, dass wir in wenigen Jahren überwiegend lose Ware am PoS anbieten werden."

Grüner Merkur
Der Grüne Merkur wird jährlich an Unternehmen, Organisationen und Persönlichkeiten verliehen, die sich in ganz besonderem Maße um das Grüne Sortiment verdient gemacht haben. Er ging in diesem Jahr an Armin Rehberg, den Vorstandsvorsitzenden von der Landgard eG. Er wurde für sein Krisenmanagement und die darauffolgende Internationalisierung und Diversifizierung von Landgard ausgezeichnet, welche das Unternehmen zukunftsfähig gemacht habe. Rehberg lobte in seiner Dankesrede Mitarbeiter und insbesondere das Obst & Gemüse Team und bedankte sich auch bei Mitgliedsbetrieben und strategischen Handelspartnern.



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Zukunft des deutschen Handels
Zum Abschluss der Veranstaltung fasste Helmut Hübsch, der Direktor bei GfK Consumer Panels & Services, die wichtigsten Trends noch einmal zusammen: Das Konsumklima sei gut, so auch das Wachstum, als Gewinner betitelt er auch klar die Vollsortimenter und Außer-Haus-Verzehr. Laut der letzten Besucherabstimmung des Tages sieht man die größten Trends in Beerenobst und Fresh-Cut-Produkten. 


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