Peter Grundhöfer, GRUNDHÖFER GmbH:

"Wir sehen uns nicht als Händler, sondern mehr als Bündler oder Dienstleister"

"Die Wurzeln der Grundhöfer GmbH werden im nächsten Jahr
schon 100 Jahre alt werden", erzählt Peter Grundhöfer stolz. "Ich hatte bereits jahrzehntelange Erfahrung im Fruchthandel, als ich im Jahr 1990 die Firma Rettich Weiss (Gründungjahr 1920) übernommen habe und jetzt sind wir in der zweiten Generation, mit meinem Sohn Thomas meiner Tochter Christin Neubauer und Luigi Iervolino."

Foto: Peter Grundhöfer

"Wir sehen uns nicht als Händler, sondern mehr als Bündler oder Dienstleister – ein Händler kauft ein, schlägt auf und ist damit fertig, das geht bei uns nicht. Wir befassen uns mit der ganzen Warenpalette und allem was damit zu tun hat. Das geht los bei den Erzeugern in Hessen, Deutschland und Europa, wir machen Planungen, schließen Anbauverträge und legen Verpackungen fest. Wir liefern auch Schnittlauch-Saatgut nach Südafrika." Auf die richtige Qualität komme es an – so hat man im Haus auch einen Mitarbeiter, der sich speziell um das Qualitätsmanagement kümmert. "Einer der Kollegen ist neun Monate im Jahr die ganze Woche in der Pfalz unterwegs, um da unsere Erzeuger zu betreuen. Er hilft uns auch dabei zu planen, wie wir den Abverkauf regeln müssen, damit es nicht zu einem Unter- oder Überangebot kommt", erklärt Grundhöfer.

Die Grundhöfer GmbH beliefert fast sämtliche Einzelhandelsketten in Deutschland: "Da gehört mehr dazu als die reine Warenlieferung. Beispielsweise setzen wir uns für die kleineren, regionalen Erzeuger ein: Vom Handel wird oft erwartet, dass regionale Ware frischer und optisch schöner ist, aber auch günstiger. Das lässt sich nicht immer einhalten, da es in Hessen beispielsweise viele kleine Parzellen gibt, die preislich nicht immer mit den großen Anbauflächen mithalten können."

Dem Geschäftsführer ist eine sehr enge Bindung zu seinen Kunden wichtig. "Wir fahren auch oftmals mit den Kunden der Ketten zu den Anbaugebieten. Wir wollen möglichst genau zeigen woher die Ware kommt und wie sie produziert wird. Das geht natürlich aber nur bis zu einer gewissen Menge. Wir haben dementsprechend zwar nicht den größten Umschlag – dafür leben wir unsere Produkte und unseren Service aber." Das gelte jedoch inzwischen auch für Discounter, weiß der Experte: "Durch den schnellen Umschlag bei den Discountern ist die Ware dort mindestens genauso frisch wie bei den konventionellen Ketten. Daher mache ich dort keinen Unterschied, und bin bereit mit allen zusammen zu arbeiten, und für alle die optimale Leistung zu erbringen.“

Mit weit über 100 Mitarbeitern herrscht bei der Firma Grundhöfer an sieben Tagen der Woche, für 24 Stunden am Tag Hochbetrieb. Gerade die Sonntage seien besonders stark: "Ich werde oft gefragt wie es dazu kommt, aber woher sonst kommt das Obst und Gemüse denn, dass man Montagsmorgens im Supermarktregal findet?"

Die Grundhöfer GmbH hat auch ihren eigenen Vertragsanbau für Kräuter in Südafrika. "Schnittlauch ist ein besonderes Produkt: Natürlich könnte man im Winter den Schnittlauch auch im Gewächshaus in Europa anbauen, durch die geringen Lichtverhältnisse wird dieser allerdings nur hellgrün. Der Verbraucher möchte aber auch im Winter einen dunkelgrünen Schnittlauch und der kommt nun mal aus Indonesien, Israel oder eben Südafrika. Viele möchten das nicht einsehen, aber in der Praxis ist es nun mal so."

Allgemein sei man bei Kräutern sehr gut aufgestellt: "Wir arbeiten mit Firmen aus der Region, wie dem Betrieb der Familie Böttcher, zusammen um die Vertragsware an den LEH zu bringen. Verpackt wird nicht bei uns im Haus, sondern direkt bei den Erzeugern. So sparen wir Aufwand und Transportwege."

Kräuter seien schon immer ein wichtiges Segment in Deutschland, die Sortenvielfalt in dieser Kategorie sei jedoch in den letzten Jahren enorm gewachsen: "Der Koriander ist ein immer wichtigerer Bestandteil der Küche hier, läuft aber den Klassikern wie Petersilie, Schnittlauch und Basilikum nicht den Rang ab. Die Menschen sind mehr unterwegs heutzutage und das macht Lust auf neue Geschmacksrichtungen und somit auch Kräutersorten."


Am Stand von Grundhöfer drehte sich beim Besuch von FreshPlaza im Juni alles um die Frankfurter Grüne Soße. Es gab die "Grie Soß" mit Kartoffeln und Eiern - und außerdem noch Grüne-Soße-Bier zum Kosten. V.l.n.r.: Peter, Thomas und Inge Grundhöfer, mit Frischezentrum-Geschäftsführerin Silke Pfeffer.

Ein weiteres Beispiel für ein Trendprodukt im deutschen Obst- und Gemüsesektor sei der Ingwer. "Es ist unglaublich, was der Ingwer für einen Zuwachs verzeichnet hat."

Sowohl Koriander wie auch Ingwer erblassen jedoch im Vergleich zum Boom beim Beerenobst, weiß Grundhöfer: "Beerenobst ist insgesamt ein Trend und die Verbraucher zahlen dafür gute Preise. Das liegt an den gesundheitlichen Vorteilen, aber auch am guten Geschmack. Wenn ich einen neuen Artikel bekannt machen möchte, muss er schmecken."

Gerade beim Geschmack sieht er eine problematische Tendenz am Markt: "Viele Exoten werden unreif geerntet und dann hier in Reifekammern nachgereift. Das schmeckt leider oft nicht so gut. Die Mangos sind ein gutes Beispiel dafür, denn sie haben auf dem Markt hier generell keine einheitliche Linie. Das kann für Probleme sorgen. Aber wer kann sich heutzutage schone eine Flugmango für 7,00 bis 8,00€ leisten? Ich hoffe, dass sich die Branche da in Zukunft besser in Acht nimmt und die Vorteile der Reifetechnologie nicht zu Nachteilen werden", so Grundhöfer abschließend.

Für weitere Informationen:
Peter Grundhöfer
GRUNDHÖFER GmbH
Johann-Georg-Fahr-Anlage 1
60437 Frankfurt
Tel: 069 - 40 50 08 - 0
p.grundhoefer@grundhoefer-frankfurt.de
grundhoefer-frankfurt.de/


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