Übersicht Weltmarkt Zitronen

Das Angebot an Zitronen steigt derzeit in den meisten Ländern. Die Zitrone ist ein unelastisches Produkt, was bedeutet, dass die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr ziemlich gleich bleibt. Dies senkte den Preis für Zitrone erheblich. Argentinien ist derzeit das auffälligste Produktionsland für Zitronen. Das Land hat seine Exporte in die USA und nach Europa gesteigert. Dies reduziert den Preis der spanischen Zitrone auf dem Markt. Russland importiert derzeit Zitronen aus China.

Niederlande: Verspätete Ankunft argentinischer Zitronen, ausreichend spanische Verna-Zitronen
Niederländische Importeure berichten, dass in dieser Woche mit den ersten Ladungen argentinischer Zitronen begonnen wurde. Die ersten Ankünfte werden Mitte Juni erwartet. Die Saison in Argentinien hat sich aufgrund anhaltenden Regens in Tucuman und lokaler Streiks erheblich verzögert. Aufgrund des Regens und der Verzögerungen bei der Ernte ist die Frucht in diesem Jahr größer. Argentinien wird dieses Jahr wahrscheinlich mehr Zitronen in die USA senden, und dadurch erwartet man, dass weniger in die EU kommen wird. Die spanischen Primofiori sind bereits vom Markt genommen. In diesem Jahr gibt es genug spanische Verna-Zitronen, was die Preise unter Druck halten dürfte. Andererseits geben Importeure an, dass die Verna-Zitronen in Nordeuropa kaum konsumiert werden, so dass der Weg nach Südafrika frei zu sein scheint. Gleichzeitig hat der Anbau von Zitronen in Südafrika, insbesondere am Ostkap, erheblich zugenommen. Riesen wie Coca Cola haben ihr Risiko gestreut und in diese Plantagen investiert. Die Erwartung ist daher, dass ein großer Prozentsatz dieser zusätzlichen Pflanzung von der verarbeitenden Industrie aufgenommen wird.

Deutschland: Spanien dominiert das Angebot
In Deutschland spiel Spanien derzeit die Hauptrolle. Der Verkauf der spanischen Ware verläuft im gesamten deutschen Großhandel zufriedenstellend. Auch die Preise sind in den letzten Wochen im Allgemeinen stabil geblieben. Lediglich in Köln stiegen die Preise letzte Woche, in Hamburg hingegen wurden diese leicht nach unten korrigiert.

Darüber hinaus tauchen im Großhandel auch argentinische und italienische Amalfi-Zitronen auf. Steigt die Temperatur in den kommenden Wochen, so ist laut einem Zulieferer mit einem Anstieg des Zitronenabsatzes vor allem in der Gastronomie zu rechnen.

Frankreich erwartet diesen Sommer einen stabilen Markt
Ein Händler auf Rungis erwartet, dass der Zitronenmarkt in diesem Sommer stabil bleibt. "Wir erwarten den ganzen Sommer über eine kontinuierliche Versorgung aus Spanien. Ergänzt werden die Mengen durch chilenische, argentinische und südafrikanische Produkte. Weil mehr Zitronen verfügbar sind, können wir wettbewerbsfähigere Preise aufrechterhalten. "Die neue spanische Ernte ist gerade auf dem Markt. Nun wartet man auf Argentinien. Die Nachfrage ist laut Händlernzufriedenstellend. "Aber sehr groß wird die Nachfrage nach Zitronen niemals werden. Es bleibt vor allem ein Geschmacksverstärker." 

Italien: Primofiore anstatt der Bianchetto
In diesem Sommer wird es einen Mangel an italienischen Zitronen geben und daher auch eine schwierigere Saison für diejenigen, die ein exklusives italienisches Produkt suchen. Viele Händler beziehen derzeit ihre Zitronen aus Lateinamerika und Südafrika. Angesichts der derzeit vorherrschenden Schwarzfleckenkrankheit bei Zitrusfrüchten ist jedoch noch unklar, welche Konsequenzen dies für den Handel mit Zitronen haben wird.
In Ostsizilien leiden die Menschen derzeit an einer anderen Krankheit. Aufgrund des ungünstigen Klimawandels, der dazu geführt hat, dass die Region von niedrigen Temperaturen und starken Winden heimgesucht wird, hat die Pilzkrankheit "Mal Secco" hier die Zitronenernte beschädigt.

Der Preis für Zitronen ist derzeit mit 0,55 € / kg noch recht hoch, genau wie die Nachfrage. Die italienische Primofiore ist jedoch nicht lange haltbar, so dass viele Produkte nach kurzer Lagerzeit verrotten. Die Bianchetto ist weniger beliebt, weil sie dem Klima weniger standhält. Man erwartet auch noch eine kleine Menge an Verdello-Zitronen.

Spanien: gesättigter europäischer Markt
Der europäische Markt scheint zum ersten Mal gesättigt zu seiin, was Zitronen betrifft, obwohl die Nachfrage nach Zitronen aus Spanien in Ländern wie Kanada, Brasilien und dem Nahen Osten zunimmt. In China besteht eine hohe Nachfrage nach Zitronen und sie sind auch bereit, diese aus Spanien zu importieren, aber der Transport von frischem Obst zwischen den beiden Ländern wurde noch nicht an die richtigen Bedingungen angepasst. Spanien prüft auch, ob es Möglichkeiten gibt, seine Produkte nach Japan und Vietnam zu exportieren, wenn die Transportbedingungen dafür in Zukunft günstig sind.
Die spanischen Erzeuger ernten in diesem Jahr mehr Vernas als in den Vorjahren. Die Qualität ist auch dieses Jahr dank des Wetters besser als zuvor.

China: Export in die Region
Die chinesische Zitronensaison dauert von Oktober bis Dezember. Dann werden die meisten Zitronen geerntet. Sie werden dann im Kühlhaus aufbewahrt, wodurch eigentlich die meiste Zeit des Jahres tatsächlich Zitronen auf dem Markt sind. Derzeit ist der Preis nicht sehr hoch, aber auch nicht niedriger als im letzten Jahr um diese Zeit. Der Preis für Zitronen wird voraussichtlich im kommenden Monat steigen. China exportiert auch viele Zitronen, in diesem Jahr hat das sogar zugenommen. Die Exportbestimmungen sind: Russland, Indonesien, Kasachstan und Singapur. Die Meyer-Sorte ist wichtig für den chinesischen Markt, während die Eureka-Sorte normalerweise für den Export ausgewählt wird.

Uruguay: Schifffahrtroute für Südamerika in die USA
Eine neue Schifffahrtsroute zwischen Uruguay und den USA wurde geöffnet. Auf dieser Strecke werden unter anderem Zitronen und andere Zitrusfrüchte von Uruguay in die USA transportiert. Die USA sind der wichtigste Exportmarkt für Uruguay, was Zitrusfrüchte betrifft. Exporte aus Chile können auch über diese neue Route an die Ostküste der USA exportiert werden.

Argentinien: Überströmungen verzögern Ernte
Es ist dieses Jahr das zweite Mal, dass das südamerikanische Land Zitronen in die USA exportiert. Der Export von Zitronen in die USA wird auf 20.000 bis 30.000 Tonnen geschätzt und weist damit ein Wachstum von mehr als 300% gegenüber dem Vorjahr auf. Aufgrund des zunehmenden Exports in die USA werden weniger Zitronen auf den europäischen Markt exportiert. In den wichtigsten Regionen  Argentiniens (Distrikt Tucuman) hat es jedoch viel geregnet und es kommt auch zu lokalen Streiks. Dies verzögert die Ernte auf jeden Fall bis Ende Juni. Im äußersten Nordwesten des Landes (Bezirk Salta) sind die Wetterbedingungen weniger schlecht und die Qualität der Zitronen ist gut.

Vereinigte Staaten: niedrige Preise für gute Qualität
Das Volumen der kalifornischen Zitronenernte ist im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen. Dies ist hauptsächlich auf die günstigen Wetterbedingungen in der Region zurückzuführen. Die Volumina sind nicht nur groß, die Zitronen haben auch ein größeres Kaliber. Einige Regionen in Kalifornien überschneiden sich derzeit in der Ernte, was zu einem hohen Angebot an Zitronen auf dem Markt führt.

"Die Nachfrage nach Zitronen ist die gleiche wie im letzten Jahr, während das Angebot um 10 bis 20% gestiegen ist. Bei Zitronen herrscht auch eine unelastische Nachfrage und so gibt es keine andere Möglichkeit, als die Preise mit einem höheren Angebot zu senken. Diese niedrigen Preise unterschreiben auch die Saison und das wird sich nicht bald ändern. Die niedrigen Preise für Zitronen sind für die Jahreszeit auch nicht normal. Die Preise für die kleineren Größen steigen wieder, die für die größeren Kaliber bleiben jedoch niedrig." Es wird auch importiert, hauptsächlich aus Lateinamerika.

Südafrika: höhere Produktion
Aufgrund der Zunahme des Zitrusanbaus in Südafrika ist ein rückläufiger Trend zu verzeichnen. Das Einkommen aus Zitronen stieg jedoch in den letzten sechs Jahren um zwei Drittel. Aufgrund des wachsenden Zitronenanbaus im Land sinkt jedoch der Preis für dieses Produkt und der Exportwert von Zitronen hat sich nach Angaben des Zitrusbauerverbands halbiert.
Die Gesamtproduktion hat sich mehr als verdoppelt und betrug im vergangenen Jahr 473.000 Tonnen. Ein großer Teil der neuen Plantagen ist jedoch noch nicht in Produktion und es werden noch Bäume gepflanzt.


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