Übersicht Weltmarkt Grapefruit

Die Grapefruits aus Florida sind immer noch erhältlich. Sie gelten in vielen Ländern als die Besten ihrer Art. Weltweit bedauern die Händler, dass die Mengen durch Citrus Greening und den klimatischen Bedingungen jährlich abnehmen. Die meisten Grapefruits, die derzeit auf dem Markt sind, kommen aus Israel, der Türkei und Spanien, wo die Fläche immer noch wächst.

USA: Gute Florida Grapefruit-Saison dauert länger
Sogar jetzt, da die Saison der Florida-Grapefruit beinahe beendet ist, gibt es noch Produkt. "Wie im letzten Jahr um diese Zeit ist das Angebot relativ groß. Dieses Jahr können wir sogar noch ein paar Wochen länger weiter machen. Einzig die Kaliber waren etwas enttäuschend", sagt ein Händler. Derzeit sind alle Anbaugebiete in Florida in Produktion. Auf dem inländischen Markt kommt die meiste Konkurrenz aus Texas. Die Türkei und Israel sind die größten Konkurrenten beim Export.

Das Angebot und auch die Nachfrage sind groß, sowohl auf dem Inlandsmarkt als auch auf dem Exportmarkt. "Die Exportphase ist so gut wie abgeschlossen, so dass jetzt mehr Grapefruits auf dem heimischen Markt angeboten werden. Dies könnte in den kommenden Wochen zu einem steigenden Preisdruck führen." Jedoch fügte der Händler hinzu, dass "der Sektor es bisher geschafft hat, ein gutes Gleichgewicht zwischen Volumen und Absatzmärkten zu halten. Dass es auf dem Grapefruitmarkt gut geht, sind gute Nachrichten, da der Konsum nämlich sinkt."

Eine Herausforderung für die Branche ist das Citrus Greening. "Aufgrund dieser Krankheit ist es schwierig, eine rentable Ernte anzubauen. Wir geben doppelt so viel für Schutzmittel aus und müssen mit der Hälfte der Volumen auskommen. Es gibt Entwicklungen, aber bisher noch keine wirkliche Lösung. Es sollen in Kürze jedoch neue, widerstandsfähigere Sorten verfügbar sein. Trotzdem weigern sich viele Erzeuger, diese anzupflanzen, bevor das Vertrauen in diese Sorten gewachsen ist." Dazu gehören die Sorten Summer Gold, Foster Pink und Pummelette.

Israel: Probleme durch südafrikanische Konkurrenz
Die Grapefruit-Saison in Israel hatte einen schwierigen Start mit starker Konkurrenz aus Südafrika. Die Südafrikaner exportierten so viel Grapefruit, dass China und Europa keine israelischen Produkte mehr importierten. In Israel waren die Kühlhäuser voll und die Preise fielen für eine 15 kg-Box auf 16 USD. Die israelischen Erzeuger zweifelten sogar daran, ob sie ihre Früchte ernten oder lieber warten sollten, bis die Preise steigen würden.

Anfang 2019 endete der südafrikanische Grapefruitexport. Seitdem ist die Nachfrage nach israelischen Produkten gestiegen. Neben Europa und China wird das Obst hauptsächlich nach Hongkong und Singapur exportiert. Die Preise liegen zwischen 22 und 23 USD für eine 15 kg-Kiste. Die beliebteste israelische Sorte ist die Grapefruit Sunrise, auf die 30 - 35% der Gesamtexporte entfallen. Die Saison wird voraussichtlich mindestens bis Ende April dauern mit eventueller Verlängerung bis Ende Mai. 

Spanien: Kleinere Mengen sorgen nicht für erwarteten Preisanstieg
Inzwischen ist 65% der gesamten spanischen Produktion geerntet. Die Hochsaison ist demnach vorbei. Die Produktion war etwa 20% niedriger als im Vorjahr, was jedoch zu einem geringeren Preisanstieg als erwartet führte. Die Kaliber sind in diesem Jahr aufgrund des Mangels an Regen kleiner. Die Konkurrenz aus der Türkei ist in diesem Jahr auch stärker, insbesondere in osteuropäischen Ländern. Laut eines Händlers versucht die Türkei, die Grapefruit-Saison zu verlängern, und es wird immer schwieriger, hohe Preise aufrechtzuerhalten.

Die am meisten angebaute Sorte in Spanien ist die Star Ruby sowie andere rote Sorten. Weiße Sorten werden immer seltener und sind heutzutage schwer zu finden. Sobald die spanische Saison vorüber ist, importieren die meisten Händler aus Südafrika.

Niederlande: Folgen des Orkans Irma hat seine Nachwirkungen im Angebot aus Florida
Florida-Grapefruit gilt in der europäischen Importwelt nach wie vor als "Das Beste vom Besten". Ein großes Problem: Das Angebot wird zunehmend kleiner. Vor mehr als 20 Jahren exportierte der Staat noch gute 60 Millionen Kartons Grapefruit. Im letzten Jahr betrug dies 3,5 Mio Kartons. Das Citrus Greening hat in den letzten Jahren seine Spuren hinterlassen und desweiteren leiden die Erzeuger immer noch unter den Folgen des Hurrikans Irma. Hierdurch wurden kaum größere Kaliber nach Europa geschickt.

Im Moment gibt es noch Grapefruit aus Florida. In Woche 12 werden die letzten Lieferungen erwartet. Die Preise für die 48/56er liegen für die Sorte Star Ruby bei 23 bis 27 Euro und der Preis für Ruby Red liegt etwa einen Euro darunter. Für die weiße Sorte werden 22,50 / 23,50 Euro (15 kg) gezahlt. Laut Importeuren geht der Verkauf gut und in dieser Woche gab es sogar einen Auftrieb. Für das nächste Jahr hat man Hoffnung, dass mehr große Kaliber geliefert werden. Diese werden vor allem in Osteuropa gerne gekauft.

Innerhalb Europas ist Frankreich der größte Abnehmer von Florida-Grapefruit, dicht gefolgt von den Niederlanden, Belgien und den skandinavischen Ländern. Außerhalb Floridas gibt es derzeit Grapefruit aus den Mittelmeeranbauländern wie Spanien und der Türkei. Insbesondere Spanien ist ein aufstrebendes Land. Aus diesen Ländern ist auch ein ausreichendes Angebot verfügbar, was zu Preisen von 10 bis 12 Euro für 15 kg führt.

Frankreich: Wenig gute Grapefruit verfügbar
Auf dem französischen Markt herrscht ein leichter Mangel. "Es gibt fast kein türkisches Produkt mehr auf dem Markt. Es sind wohl noch spanische, israelische und Florida-Grapefruit verfügbar", sagt ein Händler. Die Preisunterschiede zwischen den Ursprüngen sind groß. "Der Preis für spanische Grapefruit liegt zwischen 10 und 11 € für eine Kiste mit 48 Stück. Die israelische Grapefruit ist viel teurer und kostet etwa 16 Euro. Florida führt die Spitze an mit einem Preis von 25,44 € pro Kiste. "Sowohl Supermärkte als auch Verbraucher sind bereit, für die Florida-Grapefruit zu zahlen. Es ist nach wie vor die beste Grapefruit der Welt und in einem gastronomischen Land wie Frankreich ist der Geschmack äußerst wichtig. Sogar kleine Kinder mögen sie."

Der Händler bedauert die jährlich sinkenden Produktionsmengen der Florida-Grapefruit. "Die Bäume leiden sehr unter Krankheiten und klimatischen Bedingungen. Als ich vor 18 Jahren im Zitrusgeschäft anfing, gab es 10 Exporteure von Florida-Grapefruit. Inzwischen gibt es nur noch 3. Aufgrund der rückläufigen Produktion sind auch die Mengen auf dem französischen Markt stark zurückgegangen. Mehr als die Hälfte der Grapefruit, die derzeit in Frankreich erhältlich ist, ist anderer Herkunft und nicht schmackhaft und der Konsum nimmt ab. Verbraucher kaufen diese Grapefruit kein zweites Mal."

Italien: Zypern und die Türkei sind wichtige Lieferanten
Grapefruit ist auf den italienischen Großhandelsmärkten kein wichtiges Produkt. Im Einzelhandel und in der Gastronomie sind sie mehr gefragt. Ein Großhändler sagt auch, dass es keine große Nachfrage nach Grapefruits von seinen Kunden gibt. "Für uns ist es nur ein kleines Produkt. Die Grapefruit wird aus Spanien, Israel, der Türkei, Zypern, Südafrika und Florida importiert. In Sizilien gibt es auch kleine Anbaugebiete. In den letzten Jahren haben die Türkei und Zypern auf dem italienischen Markt zunehmend an Bedeutung gewonnen." Der Großhändler betont, dass Grapefruit in der Gastronomie für Säfte weit verbreitet ist.

Rosa Grapefruit ist in den letzten Jahren im Vergleich zu herkömmlicher Grapefruit immer wichtiger geworden. "Im Sommer importieren wir aus Südafrika und Florida, obwohl die amerikanische Frucht manchmal Unregelmäßigkeiten auf der Haut aufweist. Ich habe kürzlich spanische Grapefruit von höchster Qualität verkauft, gut verpackt, für 1 € pro Kilo. Normalerweise sind die Preise um diesen Zeitraum niedriger."

China: Begrenztes Angebot sorgt für hohe Preise
Auf dem chinesischen Markt gibt es nicht viel Grapefruit. Im Moment ist das Angebot niedrig, was zu einem höheren Preis führt. China importiert derzeit hauptsächlich aus Ägypten, Spanien und Israel. Ab April wird ein neues Angebot an Grapefruit erwartet, was den Preis letztendlich etwas senken wird. Darüber hinaus ist die chinesische Pomelo-Saison vorbei. Aufgrund der enttäuschenden Kaliber in dieser Saison war der Export schwieriger. Die meisten Importländer suchen nach kleinen Pomelos, während in diesem Jahr große Pomelos geerntet wurden. Aufgrund der günstigen Witterungsbedingungen waren die Pomelos größer als erwartet.

Deutschland: Wechselhafte Saison
Der deutsche Grapefruitmarkt durchläuft eine instabile Saison: Das Angebot aus Florida ließ dieses Jahr zu wünschen übrig, was teilweise auf die schwache Ernte und die starke Nachfrage aus den heimischen und kanadischen Märkten zurückzuführen ist. Der Preis für Exportgüter erreichte zu Weihnachten ein Rekordhoch, danach sanken die Preise leicht. Derzeit dominieren die Türkei und Spanien den deutschen Markt, hauptsächlich mit der Sorte Ruby Red. Trotz der moderaten Ernte in der Türkei schreitet der Verkauf von Grapefruit auf dem westeuropäischen Markt laut einem Händler gut voran.

Bio-Grapefruit wird auch relativ schnell auf dem deutschen Markt verkauft. In diesem Segment kommt das Angebot derzeit hauptsächlich aus Griechenland. Der Preis für griechische Bio-Grapefruit hat sich in den letzten Jahren etwas stabilisiert. Die spezialisierten Importeure halten jedoch Israel im Auge, das sich mehr auf die süßeren Sorten (Sweet) anstatt wie Griechenland auf die bitteren Sorten konzentriert. Der Vorteil ist jedoch, dass die Israelis ihre Produkte hauptsächlich um Weihnachten vermarkten, während die Griechen erst später in der Saison größere Mengen liefern.


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