Mit 68,4 Prozent hat die Schweizer Stimmbevölkerung die Volksinitiative "Für Ernährungssouveränität" abgelehnt. Einzig in den Westschweizer Kantonen Waadt, Neuenburg, Genf und Jura hat eine Mehrheit der Stimmbevölkerung die Initiative unterstützt.
Mathias Stalder vom Komitee für Ernährungssouveränität sprach gemäss Nachrichtenagentur SDA von einem "Achtungserfolg". Die "Angstkampagne" mit der Warnung vor höheren Lebensmittelpreisen habe bei der Bevölkerung verfangen. Uniterre und die Allianz für Ernährungssouveränität, welche die Volksinitiative lanciert haben, wollen nach der Niederlage weiter für eine solidarische und nachhaltige Landwirtschaft kämpfen. Das gegenwärtige System sei nicht in der Lage, die Antworten zu bringen, die die Bevölkerung erwarte, heisst es in einer Mitteilung. Bäuerinnen und Bauern befänden sich immer noch in einer prekären Situation, trotz der Unterstützung von privater und staatlicher Seite. Die Initiative habe es ermöglicht, zahlreichen Fragen im Bereich der Nahrungsmittelproduktion in der Schweiz und im Rest der Welt öffentlich zu diskutieren.
Ebenfalls deutlich abgelehnt wurde die Fair-Food-Initiative der Grünen, mit einem Nein-Anteil von 61,3 Prozent. Einzig in den Westschweizer Kantonen Waadt, Neuenburg, Genf und Jura votierte eine Mehrheit der Stimmbevölkerung für das Begehren.
"Was in Genf, was in der Waadt, was im Jura, was in Neuenburg möglich ist, das wird irgendwann auch im Kanton Aargau, im Kanton Zürich, Luzern und St. Gallen möglich sein", sagte Grünen-Politiker Balthasar Glättli gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die Initianten fordern in einer Stellungnahme den Bundesrat und das Parlament auf, weitere Schritte in Richtung eines nachhaltigen Ernährungssystems zu unternehmen und den im letzten Jahr angenommenen Verfassungsartikel für Ernährungssicherheit umzusetzen. Das fordert auch Markus Ritter. Gemäss Nachrichtenagentur SDA sagte der Bauernpräsident: "Wir erwarten jetzt, dass dieser Artikel umgesetzt wird."
Quelle: LID.ch