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Jeder Erzeuger fürchtet den Nachtfrost

In der vergangenen Saison haben Nachtfröste die europäische Apfelernte sehr beeinträchtigt. Wie kann man sich am besten dagegen wappnen? Jan Peeters (Fruitconsult) und Jef Vercammen (pcfruit) haben während des Wissenstages Obstanbau (Kennisdag Fruitteelt) beide eine Präsentation gehalten über das Thema Nachtfrost.

Was ist Nachtfrost?

Es gibt zwei Sorten von Nachtfrost: die Transportkälte und der Strahlungsfrost (klassischer Nachtfrost). Die Merkmale von Transportkälte: oft östlicher Wind, bewölkt, oft um so höher um so kälter und schwer zu bekämpfen. Bei Strahlungsfrost ist es: windstill, unbewölkt, am Boden kälter und gut zu bekämpfen. "Leider handelt es sich bei Nachtfrost oft um eine Mischung beider Sorten", laut Peeters. Der klassische Nachtfrost entsteht weil in klaren und windstillen Nächten der Boden wegen Ausstrahlung viel an Wärme verliert. Die Bilanz zwischen Einstrahlung aus der Luft und Ausstrahlung aus dem Boden ist negativ. Dadurch kühlt die Luftschicht gerade oberhalb des Bodens ab bis unter 0 °C. Wenn es bewölkt ist, wird aus der Bewölkung heraus die Einstrahlung Richtung der Erdoberfläche größer. So entsteht eine positive Bilanz zwischen der Ein- und Ausstrahlung, so dass es am Boden nicht friert. In Polen und Tschechien werden momentan Teste durchgeführt mit Pulsfog von Brinkman. Es handelt sich um einen künstlichen Nebel auf der Basis von Wasser und Glycerin. Das Problem mit dem Nebel ist die Unkontrollierbarkeit. Man kann den Nebel nicht in dichtbevölkerten Gebieten oder bei Straßen einsetzen.


Von Nachtfrost geschädigten Blüten

Faktoren die den Schaden bestimmen
Der Nachtfrostschaden wird von einigen Faktoren bestimmt: der Dauer des Frostes, der Abkühlung, der Minimumtemperatur, dem Entwicklungsstadium der Frucht, der Feuchtigkeit im Gewebe und dem Wettertyp. Umgebungsfaktoren sind zum Beispiel: die Lage der Parzelle, die Höhe, der Boden und die Feuchtigkeit des Bodens. Dann gibt es noch die pflanzeneigenen Faktoren wie der Blütezeitpunkt, die Frostempfindlichkeit der Sorte und die Kraft der Blüten.

Einfluss des Bodens

Aus Untersuchungen ist hervorgegangen, dass ein unbewachsener und geschlossener Boden weniger Wärme ausstrahlt als ein bewachsener Boden oder lockere Erde. Peeters: "Um so mehr der Boden bewachsen ist um umso lockerer, desto mehr Kälteaufbau. Deshalb friert es auf einem Sandboden schneller als auf einem Lehmboden. Der Sandboden ist schneller trocken als der Lehmboden. Feuchte Böden bauen um zwei bis dreimal soviel mehr Wärme auf und geben die Wärme fünf mal besser ab an die Luft". Jan Peeters: "Wenn man den Boden vier bis fünf Tage vor dem Frost bewässert, macht der Temperaturunterschied ein paar Grad aus, denn die Temperatur geht weniger schnell herunter".

Frostschäden

Der Unterschied zwischen der Frostempfindlichkeit von Äpfeln und Birnen der verschiedenen Sorten ist groß. Gala erträgt mehr Frost als Elstar und Jonagold. Frostschäden erkennt man an eine geringere Produktion, Frostnasen, Frostringe, verkorkte Frostgürtel und missgebildeten Früchten. Nach der Blüte sind die Blüten am empfindlichsten, eine kurze Nachtfrost morgens kann schon zu Schäden führen. Gerade der späte Frost in der Nacht vom 19. auf den 20. April in den Niederlanden und vor allem in Belgien verursachte einen großen Schaden.


Partie Äpfel mit Frostschaden

Möglichkeiten Frostschutz
Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Parzelle gegen Frost zu schützen. Die Möglichkeiten sind Beregnung, Unterkronenbewässerung, Windmühlen (mit oder ohne Heizung), Paraffinkerzen, Frostguard, Frostbuster und Antifrostmittel. Leider ist Beregnung nicht überall möglich, in dem Fall sollte man andere Lösungen suchen. Paraffinkerzen sind für kleine Parzellen geeignet. Nur die Rauchentwicklung kann zu Beschwerden führen und es ist arbeitsintensiv. Der Frostbuster ist für Parzellen von acht Hektar geeignet. Theoretisch ist der Gewinn 0,5 °Celcius. Der Selbstkostenpreis ist mit +/- 16.000 Euro sehr hoch. Bei der Abschreibung über 8 Hektar zehn Jahre lang, handelt es sich jährlich um 200 Euro pro Hektar. Dann gibt es noch der Frostguard, dieser ist im Gegensatz zu dem Frostbuster nicht verfahrbar. Mit dem Frostguard kann man +/- 0,7 Hektar gegen den Frühlingsnachtfrost schützen. Der Frostguard kostet +/- 6.500 Euro.

Belgica
Jef Vercammen erzählte, dass Belgica die einzige Sorte in Belgien ist die 2017 eine höhere Produktion hatte als 2016. Diese neue Sorte ist weniger nachtfrostempfindlich als die anderen Apfelsorten weil sie, genauso wie Conference, parthenocarpe Früchte (= kernlose Früchten) geben kann.

Für weitere Informationen:
Jan Peeters
jan@fruitconsult.com
M: +31(0) 653410921

Jef Vercammen
jef.vercammen@pcfruit.be
M: +32 (0)11697080

Erscheinungsdatum:



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