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Polizei richtet Telefonnummer für anonyme Hinweise ein

Avocados bilden den neuen Deckmantel für Kokainschmuggel

Letztes Jahr wurde im Hafen von Rotterdam ein Rekordvolumen Kokain in Beschlag genommen. Diesen Monat haben die niederländische und die belgische Polizei in Zusammenarbeit eine Ladung von 5.300 Kilo Kokain beschlagnahmt, die zwischen Bananenstauden versteckt war. "Die Niederlande wird mit grossen Lieferungen Kokain überflutet," warnt die niederländische Kriminalpolizei. Da Obsttransporte grosses Risiko laufen, für den Drogenschmuggel missbraucht zu werden, ruft die Polizei den Sektor auf, besonders aufmerksam zu sein. 

Dass Rekordvolumen Kokain beschlagnahmt werden, hängt mit unterschiedlichen Faktoren zusammen. 2013 wurden im Rotterdamer Hafen 10.000 Kilo Kokain beschlagnahmt. Im letzten Jahr wurden 'stolze' 13.000 Kilo beschlagnahmt. "Das Spielfeld hat sich verändert. Wir sehen, dass nun mehr Spieler auf dem Feld stehen", ist eine Aussage der Polizei. "Ausserdem ist es eine indirekte Folge der Friedensverhandlungen mit der FARC." Der Kokainhandel aus Kolumbien ist in Händen der FARC. Durch die Friedensverhandlungen ist jedoch ein Vakuum entstanden. Ausserdem verfügt die Bewegung über grosse Vorräte, die nun zu Dumpingpreisen auf den Markt gebracht werden. Und schliesslich haben die Autoritäten in Lateinamerika das besprühen der Koka-Plantagen eingestellt, wodurch die Produktion zugenommen hat. 

Unterwelt und Zivilisation treffen auf einander 
Die Herkunftsländer der Droge sind Peru, Kolumbien und Bolivien. Umringende Länder wie als Ecuador, Panama, Costa Rica und Suriname bilden Drehkreuze beim Transport. Der ununterbrochene Güterstrom von Produkten, vor allem Bananen und Ananas aus diesen Ländern nach Europa und das in Kombination mit den Zeitdruck, der beim Transport dieser Fracht eine wichtige Rolle spielt, ist ein attraktiver Deckmantel für Kriminelle. "Wir gehen davon aus, dass in Zukunft auch Avocados für den Schmuggel eingesetzt werden", so die Auskunft der Polizei. "Produzenten im Binnenland von Kolumbien produzierten unter Druck der FARC oft Koka, entscheiden sich nun jedoch für Avocados."



"Einem Kriminellen ist es egal, wie der Deckmantel aussieht, er muss damit keinen Gewinn erzielen. Wenn es ihm aber gelingt, die Ladung doch weiter zu schieben, dann ist das noch ein extra Verdienst. Ein Krimineller muss, genauso wie ein Unternehmer, Risikos eingehen." Wenn ein Krimineller sich entscheiden muss, ob er z. B. die Bananen, in denen das Kokain geschmuggelt wurde, vergammeln lässt oder das Obst zu verkaufen und somit noch etwas daran verdient, dann ist die Entscheidung schnell gemacht. Dann kommen die Unterwelt und die Zivilisation zusammen. Von dieser Perspektive aus, erwartet die Polizei, dass Avocados künftig auch für den Drogenschmuggel gebraucht werden. Da die Nachfrage nach dieser exotischen Frucht auf dem Markt schnell zu nimmt, ist es nicht schwer, die Avocados auf den Markt zu bringen. 

Anonymität ist garantiert
"Eine Importfirma errichten um damit den Schmuggel zu verdecken, ist schwierig und es kostet viel Zeit, im Sektor einen Namen auf zu bauen", erklärt das Team der Kriminalpolizei. Darum ist es einfacher, die Zivilisation für den Absatz des Obstes zu nutzen. "Manchmal ist es so, das bonafide Betriebe unter Druck gesetzt werden, für jemanden eine bestimmte Fracht von bestimmten Lieferanten zu importieren. Betrieben, die gezwungen werden sich daran zu beteiligen, wollen wir helfend zur Hand gehen." Die Einheit für kriminelle Informationen ist ein Zuhörer, dem anonym verdächtige Angelegenheiten gemeldet werden können.

Auch innerhalb des Sektors sollte man aufmerksam sein. Ein Transportunternehmen, das in finanziellen Schwierigkeiten steckt aber auf einmal eine ganze Flotte neuer Lastkraftfahrzeuge kauft. Ein Grosshändler, der immer unter dem Marktpreis verkauft, jedoch teure Autos fährt. Oder ein wildfremder, der ohne jegliche Erfahrung eine Importfirma für Obst errichtet. Dieses sind Beispiele einiger Situationen, wo vermutlich nicht alles mit rechten Dingen zugeht. "Wir bekommen solche Vermutungen gerne mitgeteilt, auch wenn es nur ein Gefühl ist. Genau das kann das eine fehlende Puzzleteil sein, das nötig ist, um einen Fall auf zu bauen." 

Die nationale Polizei ist in unterschiedliche Einheiten unterteilt. Jede Einheit hat ein eigenes 'Team Kriminelle Informationen' (TCI). Das Team der Landeseinheit unterscheidet sich von den anderen durch das umfangreiche, internationale Netzwerk. Dieser Dienst ist die einzige Einheit innerhalb der Polizei, die 100% Anonymität garantieren kann. Die Anonymität ist gesetzlich geschützt. Die Quellen des TCI werden bis zum Gerichtshof geschützt. "Wir stützen uns auf eine freiwillige Zusammenarbeit aber der Schutz muss von zwei Seiten kommen. Wir geben nicht bekannt, mit wem wir Kontakt haben aber wer mit uns spricht, muss das auch nicht weiter sagen."Dem Prozess, der durch das TCI erstellt wird, ist nicht zu entnehmen, woher eine Information stammt. "Wir liefern auch keine Beweise für einen Fall, sondern ein Stück Information, die der Kriminalpolizei bei ihren Ermittlungen helfen kann", erklärt die Einheit. "Wir sammeln und prüfen die Informationen und geben diese danach, allgemein formuliert, an die Kripo weiter, die die Beweise sammelt." 

Speziell für Hinweise, Vermutungen und Informationen aus den O&G-Sektor, hat des TIC der Landeseinheit die folgende E-Mail Adresse eingerichtet: meldpunt4ondernemers@gmail.com

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