ÖKO-TEST

Obstbrei: Hersteller geizen mit der Hauptzutat Gemüse

Obstbrei in Tüten kommt bei den Kids gut an. Doch auch wenn auf den Tüten "ganz ohne Zuckerzusatz" steht, sind die meisten Produkte von Natur aus etwa so süß wie Fruchtzwerge. Von 16 "Obstquetschen" war nur ein einziges Produkt "gut".

Ja, Obst ist gesund. Und Obstbrei auch. Aber er ist von Natur aus auch sehr süß - je nach Sorte mit Zuckergehalten, die vergleichbar mit dem eines Fruchtzwergs sind. Das ist zunächst einmal auch nicht bedenklich, weil die Vitamine und Ballaststoffe, die unter und in der Schale stecken, so wertvoll sind, dass der enthaltene Fruchtzucker quasi als "Beigabe" völlig in Ordnung ist. Allerdings gibt es Mittel und Wege, den natürlichen Zuckergehalt zusätzlich in die Höhe zu treiben: ganz natürlich, ohne zugesetzten Kristallzucker. Wir wollten genau wissen, was von den verschiedenen "Obstquetschen" zu halten ist, und haben 16 ins Labor geschickt.

Das Testergebnis
Quatsch zum Quetschen: Nur eine einzige Tüte schafft es auf ein "gut". Alle anderen können wir nicht oder nur eingeschränkt empfehlen. Fünf Produkte floppten im Test: Für Pestizide, Konzentrate, Fruchtsüße und mangelhafte Deklaration können wir nur ein "ungenügend" geben. Enttäuschend auch: Danival Poki Bio Pomme Banane - ein Bio-Produkt, in dem das von uns beauftragte Labor gleich drei Pestizidrückstände über Diätverordnung und auch dem Orientierungswert des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN) gefunden hat. Damit ist das Produkt alles - nur nicht bio.

Der durchschnittliche Zuckergehalt eines Apfels oder einer Birne liegt bei etwa 10 Gramm pro 100 Gramm. In einigen der Breie stecken allerdings 16 bis fast 18 Gramm - die meisten Hersteller werben mit "ohne Zuckerzusatz" oder ähnlichen Versprechen. Die Mogelei lässt sich einfach entschleiern: Fünf Hersteller fügen dem getesteten Obst versteckte Zucker zu. Nehmen wir das Odenwald Pocket Fruchtmus Apfel, Erdbeere, Banane - der süßeste Brei im Test. Alles reiner Fruchtzucker - aber davon umgerechnet knapp sechs Stück Würfelzucker in einer Tüte. Trick Nummer 1: Apfelsaftkonzentrat. Trick Nummer 2: Traubensaftkonzentrat. Und da das offenbar nicht reicht, greift Odenwald zu Trick Nummer 3: Fruchtsüße.

Ergebnis: Stolze 17,7 Gramm Zucker pro 100 Gramm - etwa so viel wie in zwei Milchschnitten (16,6 Gramm) oder in einem 0,2-Liter-Glas Fanta (18,4 Gramm) und sogar fast zwei Stück Würfelzucker mehr als in 100 Gramm Fruchtzwergen (12,8 Gramm). In anderen Obstbreien treibt Acerolasaftkonzentrat den Vitamin-C-Gehalt in die Höhe.

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Quelle: ÖKO-TEST

Erscheinungsdatum:



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