Die Vermarktung des heimischen Kernobstes gestaltet sich weiterhin herausfordernd. "Ähnlich wie in anderen Anbaugebieten hatten wir am Bodensee eine üppige Apfelernte mit durchweg guten Qualitäten. Gleichzeitig spüren wir weiterhin eine gewisse Kaufzurückhaltung seitens des Verbrauchers, die bislang zu einem unterdurchschnittlichen Mengenabfluss geführt hat. Momentan ist der Vermarktungsdruck weiterhin groß und auch die Werbeaktionen bringen hier nur bedingt Erleichterung", bringt es Bernhard Fuchs von der Salemfrucht GmbH auf den Punkt.
Aufgrund üppiger Erntemengen sei die Versorgungssicherheit dieses Jahr stets gewährleistet. Fuchs: "Der Lagerabbau bei den Topsellern Gala und Elstar schreitet zwar stetig voran, es ist jedoch davon auszugehen, dass wir die Sorten dieses Jahr länger anbieten können als sonst. Bei den Clubsorten wie Kiku und Evelina ist der Absatz vergleichsweise etwas gleichmäßiger. Wir befinden uns zurzeit in der klassischen Übergangsphase: Noch ist der Wettbewerb am Point-of-Sale überschaubar. Ab Mitte/Ende Mai wird der Absatz jedoch voraussichtlich zurückgehen, da dann das Saisonobst wie Beeren, Steinfrüchte und dergleichen, vermehrt in den Fokus des Verbrauchers rücken."
© Hugo Huijbers | FreshPlaza.de
Bernhard Fuchs (r.) mit den beiden Partnern Klaus Dubenkrop (Seefrucht GmbH) und Jürgen Braun (Adema GmbH). Speziell für kleinere Obstbaubetriebe mit einer Flächengröße unter 15 Hektar wird es tendenziell schwieriger, am Markt zu bestehen, so Fuchs.
25 Jahre im Dienste des Apfels
In ihrer heutigen Form entstand die Salem-Frucht im Jahr 2001 als gemeinsame Verkaufsgemeinschaft der beiden Obstgroßmärkte Wielatt und Eugen Hund. Mit dem Bau eines gemeinsamen Logistikzentrums in Salem wurde die Grundlage geschaffen, Äpfel vom Bodensee am deutschen Inlandsmarkt sowie im europäischen Ausland zu vermarkten. Dank strategischer Entscheidungen und Partnerschaften konnte das Unternehmen seine Stellung im vergangenen Vierteljahrhundert schrittweise ausbauen. "Der absolute Tiefpunkt war eindeutig das Frostjahr 2017, in dem wir mitunter gravierende Mengeneinbußen von bis zu zwei Dritteln der Gesamternte hinnehmen mussten. Ein erfreulicher Meilenstein war hingegen die Inbetriebnahme unseres neuen CA-Lagers mit einer Gesamtkapazität von 6.000 Tonnen 2013."
Angesichts der Sortenvielfalt und des geringen Regalplatzes sei der heutige Apfelmarkt besonders hart umkämpft, führt Fuchs weiter fort. "Gewisse, altbewährte Sorten verlieren tendenziell an Bedeutung und werden unter Umständen sogar komplett aus dem Sortiment verschwinden, was auch zum Teil den klimatischen Bedingungen geschuldet ist." Der Schlüssel zum langfristigen Erfolg läge Fuchs zufolge in einem schlankeren Sortiment.
© Salem-Frucht
Die Salem-Frucht vermarktet die Erträge von zahlreichen Obsthöfen im Bodenseegebiet. Zu den wichtigsten Exportmärkten zählen u. a. Griechenland, Spanien und Italien.
Bloss: Clubkonzept mit hohem Potenzial
Währenddessen erfreuen sich vor allem die ausgewählten Clubsorten der Salem-Frucht, darunter Bloss, steigender Beliebtheit. Der Bloss weist eine hohe Mehltau- und Schorfresistenz auf und schneidet geschmacklich in Verbrauchertests besonders gut ab. "Die Sorte wird nun auf ca. 70 Hektar erzeugt, Tendenz steigend. Aufgrund des späteren Erntefensters, etwa ähnlich wie Jonagold, und ausgezeichneter Lagerfähigkeit hoffen wir, den Clubapfel künftig bis in den Sommer des Folgejahres hinein vermarkten zu können."
© Salem-Frucht
Erwähnenswert an dieser Stelle sei auch das Revival der Clubsorte Swing: "Nach einer schwächeren Phase vor wenigen Jahren hat sich der Apfel inzwischen als guter Mitläufer im mittelspäten Segment und somit als sinnvolle Ergänzung unseres Clubsortenspektrums etabliert", heißt es abschließend.
Weitere Informationen:
Bernhard Fuchs
SALEM-Frucht GmbH & Co. KG
Alte Neufracher Straße 100
88682 Salem
Tel: +49 7553-8270-10
[email protected]
www.salem-frucht.com