Die deutsche Blumenkohlernte begann dieses Jahr verhältnismäßig früh. "Bereits in der KW 15 konnten wir erste regionale Ware anbieten, etwa zwei bis drei Wochen früher als erwartet", schildert Nico Bauer, Gemüsegroßhändler und Juniorchef des gleichnamigen Unternehmens. Trotz aktueller Wetterschwankungen seien die Mengen und Qualitäten zu Beginn der neuen Saison recht vielversprechend. "Wir könnten bereits größere Ware (6er) anbieten. Dies wäre aber preislich nicht attraktiv, sodass wir vorerst nur die etwas kleinere Sortierung (8er) anbieten." Anfang Mai erwartet Bauer jedoch auch die ersten 6er-Kisten aus regionalem Anbau.
Die Großhandelspreise bewegen sich mitunter um bis zu 20 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, was primär den erneut gestiegenen Kosten geschuldet sei. Im weiteren Saisonverlauf werden die Preise voraussichtlich nach unten tendieren, entsprechend den steigenden Angebotsmengen, erwartet Bauer, der über den Winter vorrangig Importware französischen Ursprungs angeboten hat. "Uns wird aktuell weiterhin französischer Blumenkohl, teils zu sehr attraktiven Preisen, offeriert. Wir achten allerdings sehr auf Regionalität und steigen, sobald die Mengen es hergeben, komplett auf einheimische Ware um. Die meisten Kunden, die wir bedienen, verlangen das auch von uns." Etwa 80 Prozent des gesamten Warenumschlags des Familienunternehmens entfallen auf regional erzeugte Produkte, ergänzt er.
© Obst- und Gemüsegrosshandel Bauer GmbH & Co. KG
Aktuell wird der regionale Blumenkohl von einem Landwirt in der Nachbarschaft bezogen.
Angeboten wird der deutsche Blumenkohl in der Regel bis tief in den Herbst hinein. Bauer: "Letztes Jahr konnten wir bis Anfang November regionalen Blumenkohl offerieren, wobei die Qualitäten kurz vor Saisonende spürbar nachließen. Insgesamt war die letztjährige Vermarktungssaison bei Kohlgemüse jedoch recht zufriedenstellend. Auf Beschaffungsebene gab es überhaupt keine Probleme und auch die Preise waren überwiegend vertretbar, sodass wir insgesamt gut wirtschaften konnten."
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Die Firma Bauer liefert den regionalen Blumenkohl u. a. an ausgewählte Händler auf dem Stuttgarter Großmarkt.
Inflatorische Preissteigerungen bei spanischen Erzeugnissen
Neben Blumenkohl einheimischen Ursprungs bietet das in Lauffen am Neckar ansässige Unternehmen derzeit ebenfalls Radieschen und Bundzwiebeln aus der Region an. Obwohl die momentanen Angebotsmengen bei beiden Produkten an und für sich in Ordnung seien, haben die teils extremen Wetter- und Temperaturschwankungen vereinzelt zu Ausfällen geführt. Gravierender sei die Versorgungslage hingegen bei Importware spanischen Ursprungs, führt Bauer weiter aus. "Bei gewissen Produkten, wie etwa Brokkoli und Tomaten, sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr explodiert. Hier mussten wir mitunter Anhebungen um bis zu 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Dies führt dann in der Alltagspraxis eben auch dazu, dass unsere Kunden nur noch kilo- oder stückweise statt kistenweise einkaufen."
Zum Kundenstamm der Obst- und Gemüsegroßhandel Bauer GmbH & Co. KG zählen primär die Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung sowie der Einzel- und Großhandel. Auch ausgewählte Betriebe am örtlichen Großmarkt Stuttgart werden mit regionalen Erzeugnissen beliefert und dienen gleichzeitig als Anlaufstelle für ergänzende Zukäufe. "Anteilig verkaufen wir schon mehr Gemüse als Obst und dieser Trend wird sich voraussichtlich auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen, da die Angebotsvielfalt bei regional erzeugtem Gemüse schlichtweg größer ist als beim Obst. Dennoch sehen wir auch hier gewisse Herausforderungen auf Produktebene: Angesichts der hohen Lohnkosten hat einer unserer Erzeuger bereits beschlossen, sich von den arbeitsintensiven Freilandsalaten, wie Kopf- und buntem Salat, zu trennen, da sich der Anbau für ihn nicht mehr rentiert hat. Im Großen und Ganzen ist die regionale Versorgungssicherheit jedoch weiterhin gewährleistet", heißt es abschließend.
Weitere Informationen:
Nico Bauer
Obst- und Gemüsegrosshandel Bauer GmbH & Co. KG
Hoher Steg 18
74348 Lauffen am Neckar
Tel.: 07133-900 95-0
[email protected]
www.obstmarkt-bauer.de