Mehr als 26 Jahre Gefängnis gefordert für den Hauptverdächtigen für Erpressung und Beauftragung der Anschläge auf De Groot fresh group

"Eine Terrorkampagne, die in ihrer Schwere, ihrem Ausmaß und ihrer Dauer in den Niederlanden beispiellos ist." Mit diesen Worten charakterisierte die Staatsanwaltschaft den Verdacht gegen den 37-jährigen Ali G. aus Bussum. Er stand diese Woche wegen Erpressung und Bedrohung der Geschäftsleitung der De Groot fresh group in Hedel vor Gericht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist er auch der Drahtzieher einer Reihe von Anschlägen mit Feuerwerksbomben und Schüssen auf die Wohnungen von (ehemaligen) Mitarbeitern des Unternehmens. Hierfür ist laut Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 26 Jahren und 7 Monaten, die Höchststrafe, angemessen und vertretbar.

Die Erpressung des Obstunternehmens, für die der 37-jährige Mann verantwortlich gemacht wird, begann im Jahr 2019. Der 37-jährige Tatverdächtige soll im Frühjahr 2019 1,2 Millionen Euro von der Geschäftsleitung gefordert haben, andernfalls würde er einen Mitarbeiter töten.

Im Oktober und November 2020 wurden in Tiel, Breda, Rosmalen, Vlijmen, Kerkdriel und Hedel Anschläge mit Feuerwerkskörpern auf Häuser von Familienangehörigen und Mitarbeitern des Obstunternehmens verübt, wobei ein Bauernhaus bis auf die Grundmauern niederbrannte. Im Dezember wurden zwei Anschläge auf ein Haus in Hilversum von der Polizei vereitelt. In diesem Zeitraum erhielt die Geschäftsführung auch neue Drohbriefe über SMS, in denen 2,5 Millionen Euro gefordert wurden.

Im Mai und Juni 2021 wurde auf Häuser in Kerkdriel, Hedel, Velddriel und Waardenburg geschossen. Am 5. Juni wurde in einem Haus in Tiel ein Feuer gelegt, woraufhin vier Täter auf frischer Tat festgenommen wurden.

Auswirkungen
Die Brandstiftungen, Explosionen und Schüsse auf Wohnhäuser unterscheiden sich in ihrer Schwere und Ausführung. Die von der Staatsanwaltschaft angegebenen Tatbestände reichen von versuchtem Mord bis hin zu Brandstiftung, ob mit oder ohne lebensbedrohliche Folgen für die Bewohner.

In der Anklageschrift ging der Staatsanwalt ausführlich auf die Auswirkungen der Vorfälle ein: "Hunderte von unschuldigen Familien der Mitarbeitenden des Obstunternehmens leben seit Jahren in Angst und Schrecken in ihrem eigenen Zuhause, dem Ort, an dem sich jeder sicher fühlen sollte."

Polizei und Staatsanwaltschaft konnten diese Befürchtungen nicht zerstreuen: "Groß angelegte Sicherheitsmaßnahmen, Personenschutz, nächtliche Kontrollen auf der Autobahn A2, die Abriegelung des Gebiets Bommelerwaard mit allen Mitteln und die Festnahme von Verdächtigen, all das konnte die Fortsetzung der Anschläge nicht verhindern."

Nach Ansicht des Staatsministeriums hat der Hauptverdächtige auch das Leben der Täter zerstört: "Diese wurden offenbar leichtfertig unter jungen Burschen rekrutiert, die getäuscht wurden. Sie sollten Geld erhalten und es wurde ihnen alles Mögliche versprochen, wenn die Erpressung erfolgreich gewesen war. Die bittere Realität sieht jedoch so aus, dass die Täter in den meisten Fällen gar nichts oder nur ein paar Pfennige erhalten haben."

Betrüger
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft bestätigen die Taten des Verdächtigen seinen Ruf als Meisterbetrüger, was auch aus seinem Strafregister hervorgeht. "Der Angeklagte hat den von ihm selbst geschaffenen Rahmen genutzt, dass die Geschäftsführung des Unternehmens in den internationalen Drogenhandel verwickelt wäre und nun von einer Gruppe von Drogenkriminellen erpresst würde, die sie in ihrer Gewalt hat", so der Staatsanwalt. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben keine Hinweise auf eine Verwicklung des Unternehmens in den Drogenschmuggel. "Aber die erfolgreiche Verbreitung dieses Bildes hat die Ängste der Gesellschaft erheblich verstärkt. Schließlich sind es gerade die organisierten Drogenkriminellen mit ihrer geballten Macht, ihrer Organisation und ihren finanziellen Mitteln, die viel Angst einflößen."

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat sich der Angeklagte der Anstiftung zu 15 Anschlägen schuldig gemacht, von denen neun als versuchter Mord und einer als erfolglose Anstiftung zum Mord eingestuft werden. Darüber hinaus hat sich der Angeklagte der Erpressung über zwei längere Zeiträume schuldig gemacht.

Bei der Festlegung des Strafmaßes berücksichtigte der Staatsanwalt die hohe Zahl der begangenen Angriffe und deren Schwere. Auch die Tatsache, dass er nach seiner Verhaftung in der Untersuchungshaft weiterhin Anschläge organisierte, wird berücksichtigt. Die Höchststrafe für diese Kombination von Straftaten beträgt 26 Jahre und 7 Monate. Das Staatsministerium sieht keinen Grund, hiervon abzuweichen und bittet das Gericht, diese Strafe zu verhängen.

Quelle: OM


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