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Bio-Gipfel im Berner Zollikofen

Regionale Wertschöpfungsketten und innovative Vermarktungsformen

Diese Woche berichteten wir bereits über den ersten Teil des Bio-Gipfels in Zollikofen, wie Sie hier nachlesen können. Dieser Artikel fokussiert sich auf die Vorträge zu regionalen Wertschöpfungsketten und innovativen Vermarktungsformen. 

Bio-Gemüse im Einzelhandel und Direktvermarktung bedeutender
Anja Vieweger vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) stellte eine Studie des Instituts vor, bei dem jeweils 500 Haushalte in der Schweiz, Frankreich, Spanien und Italien zu ihrem Lebensmitteleinkaufverhalten befragt worden sind. Wichtig sei den befragten Haushalten vor allem gewesen, dass die Ware in der Region oder im Inland produziert wurden und dass das Gemüse einen guten Geschmack trägt. Der Gang zum Supermarkt liegt im Durchschnitt bei ungefähr 90-95% Prozent in allen Ländern, während der Einkauf in den Discountern zwischen 30-40% liegt. Bei den Wochenmärkten variierte es wiederum zwischen etwa 20 in der Schweiz und bis zu 55% in Italien. "Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das Kaufverhalten im Online-Handel in den letzten zwei Jahren sehr stark verändert hat," sagt Vieweger. Der Absatz für Schweizer Bio-Gemüse im Einzelhandel als auch bei der Direktvermarktung wäre dabei größere gewesen als der Absatz für konventionell produzierte Waren.

Schaffung neuer Bio-Wertschöpfungsketten
Felix Schmidling von Franken-Gemüse Knoblauchsland eG sprach über das Projekt GemüseWert, das unter anderem mit Mitteln des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖLN) unterstützt wird. "Wir sind eine Vermarktungsplattform und kümmern uns unter anderem auch um die Gestaltung rund um den Einkauf sowie um die Einhaltung der Qualitätssiegel." Zudem setzt sich der Betrieb für die Vernetzung verschiedener Gruppen innerhalb der Bio-Wertschöpfungskette. Gefördert und unterstützt werden Betriebe dabei durch eine aktive Bio-Umstellungsbegleitung als auch neue Sortimentsentwicklungen. "Um Food Waste angehen zu können, ist es außerdem wichtig, dass alle Partner gleichwertig an einem Tisch sitzen und alle Akteure entlang der Kette dabei sind." 

Frisches Gemüse zurück in die Quartiere
Jürg Burri von der Rüedu AG präsentierte ein neues Konzept für Quartierläden in der Schweiz. Burris Aussage zufolge seien bereits über 50% der Quartierläden "ausgestorben". Daher hat sich das StartUp-Unternehmen zum Ziel gesetzt, in der gesamten Schweiz das Quartierleben mit Läderli wieder attraktiver zu gestalten. In den 18qm kleinen Läden werden frische und lokale Lebensmittel angeboten. 

"Menschen trauen keinen Unternehmen, sondern Gesichtern"
Marketingexperte Roger Basler de Roca betonte, dass für die Vermarktung der eigenen Produkte eine gut aufgestellte Website mehr erzielen würde als Werbeschaltungen über soziale Medien, wobei Letztere auch nicht zu vernachlässigen seien. Sinnvoller sei es de Roca zufolge, die Ökonomie der Aufmerksamkeit durch gezielte Social Media Aktionen zu bespielen. "Menschen vertrauen keinen Unternehmen, sondern dem Gesicht dahinter", sagt de Roca. Aufmerksamkeit errege dabei weniger eine polierte Unternehmensaufritt als eher der persönliche Weg, wie zum Beispiel über sogenannte "Take Overs".

"Der Handel sollte in der Produktion mehr Verantwortung tragen"
Manuela Kägi von der Biopartner Schweiz AG sagt, dass das Unternehmen mehr Verantwortung für den individuellen Biofachhandel übernehmen möchte. Von der Landwirtschaft, zur Produktion, zum Handel bis hin zum Endkonsumenten versuche Biopartner, den Umgang mit den Lebensmitteln entlang der gesamten Kette zu verbessern. Verantwortung für die Wertschöpfungskette zu übernehmen bedeutet für Kägi auch, die Geschichte hinter bestimmten Produkten besser zu beleuchten und dies angemessen innerhalb der Kette zu kommunizieren. "Der Handel sollte auch mehr innerhalb der Produktion tragen", so Kägi. 

Gemüse-Abo als geschlossenes System
Den letzten Vortrag hielten Regina und Jürg Moser von natürlichMoser. Das Paar stellte ihr Gemüse-Abo vor, das als geschlossenes System umliegende Kunden für saisonale und regionale Bio-Produkte sensibilisieren soll. "Unsere Kunden werden ausschließlich mit eigenen Produkten versorgt. Der Warenbestand wird nicht durch Zukäufe aufgestockt", so Regina Moser. Dadurch werde weniger Abfall produziert und auch unschönes Gemüse verwertet. Familie Moser möchte ihre Kunden dabei auf jährliche Schwankungen, Erträge und die unterschiedlichen Qualitäten aufmerksam machen. 

Weitere Informationen:
Bärner Bio Bure
Hof 697c
3454 Sumiswald
Event Bio-Gipfel
+41 (0) 34 461 82 73
info@bio-gipfel.ch 
www.bio-gipfel.ch   


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